Quintinus (Heiliger)

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Das Martyrium des heiligen Quintin; in einer Handschrift des 14. Jahrhunderts

Quintin(us) (frz./engl. Quentin, ndl. Quinten, auch Kwinten) war ein Heiliger des 3. Jahrhunderts, über dessen genaue Lebensumstände wenig bekannt ist.

Er war ein römischer Bürger, der ab 245 in Gallien, besonders in und um Amiens, missioniert und zur Zeit der Kaiser Diokletian und Maximian in Gallien den Märtyrertod erlitten haben soll. Als Ort seines Todes gilt Saint-Quentin, dessen Stadtheiliger er ist.

Nach ihm sind auch eine Reihe weiterer Städte, vor allem in Frankreich, benannt worden.

Seine in die Somme geworfenen sterblichen Überreste sollen um 340 aufgrund einer Vision gefunden und in einem kleinen Oratorium bestattet worden sein, das im 5. Jahrhundert erweitert wurde – heute die Basilika Saint-Quentin. Seit dem 6. Jahrhundert ist die starke Verehrung bezeugt, die sich im Mittelalter in Frankreich, Belgien und West-Deutschland verbreitete.

Schon die älteste schriftliche Überlieferung (Passio) aus dem 7. Jahrhundert ist legendenhaft und historisch unzuverlässig; sie erfuhr im Laufe der Zeit zahlreiche Bearbeitungen.

Sein Gedenktag ist der 31. Oktober.

Patrozinien[Bearbeiten]

Das Patrozinium des Heiligen tragen Quintinuskirchen in ganz Westeuropa.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gian Domenico Gordini: Quintinus (frz. Quentin). In: LThK2 VIII (1963), Sp. 945

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quintinus (Heiliger) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien