Rachel Dübendorfer

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Rachel Dübendorfer (* 18. Juli 1900 in Warschau; † 3. März 1973 in Ost-Berlin) war eine polnisch-deutsche Kommunistin und Widerstandskämpferin jüdischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten]

Dübendorfer wurde geboren als Tochter des Bankdirektors Adolf Hepner. Sie wuchs in Danzig auf. Ab den 1920er Jahren erhielt sie die deutsche Staatsangehörigkeit und war mit Kurt Caspary verheiratet. Später war sie die Lebensgefährtin von Paul Böttcher.

1918 war sie Mitglied im Spartakus-Bund, und sie wurde dadurch zum Gründungsmitglied der KPD. In den 1920er Jahren war sie politisch aktiv im Roten Frauen- und Mädchenbund (RFMB) und bei der Roten Hilfe. Von 1925 bis 1932 arbeitete sie für das ZK der KPD als Stenotypistin.

Ab 1927 wurde sie für den Nachrichtendienst GRU der Roten Armee tätig. 1933 floh sie in die Schweiz, wo sie 1934 zwecks Erwerb des schweizerischen Bürgerrechts Heinrich Dübendorfer heiratete. Bis 1939 war sie beim Internationalen Arbeitsamt (IAO) in Genf angestellt.

Von 1940 bis 1944 betrieb sie zusammen mit Böttcher eine eigenständige Residentur des GRU in Genf, die unabhängig von den Netzen Sándor Radós und Leopold Treppers bestand und Informationsquellen insbesondere in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich hatte. Ihre wichtigsten erhielt sie über den ehemaligen IAO-Kollegen Christian Schneider vom schweizerischen Militär-Nachrichtendienst Büro Ha.

1944 wurde sie kurzzeitig in der Schweiz inhaftiert. Sie floh über Kanada in die Sowjetunion, wo sie bis 1956 inhaftiert war.

Im Oktober 1945 wurde sie von einem Schweizerischen Kriegsgericht in Abwesenheit zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

In der DDR wurde sie 1970 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Kamber: Geheime Agentin. BasisDruck, Berlin 2010, ISBN 978-3-86163-097-5. (Internet-Anhang, PDF-Datei; 4,2 MB)
  • Peter Kamber: Csatorna Berlinbe – Rachel Dübendorfer, Christian Schneider és Rudolf Roessler. [Kanal nach Berlin – Rachel Dübendorfer, Christian Schneider und Rudolf Roessler.] In: Hegedüs, Ábel / Suba, János (Hrsg.): Tanulmányok Radó Sándorról. A Budapesten 2009. nov. 4-5-én rendezet konferencia elöadásainak szerkesztett anyaga. [Studien zu Alexander Radó. Redigierte Fassungen der Vorträge auf der am 4. – 5. November 2009 in Budapest veranstalteten wissenschaftlichen Konferenz]. HM Hadtörténeti Intézet és Múzeum [Kriegsgeschichtliches Institut und Museum des ungarischen Verteidigungsministeriums]: Budapest 2010, S. 45 – 73
  • Bernd Ruland: Die Augen Moskaus. Schweizer Verlangshaus: Zürich 1973
  • Alexander S. Blank, Julius Mader: Rote Kapelle gegen Hitler. Verlag der Nation: Berlin 1979

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berliner Zeitung, 6. Mai 1970, S. 6