Refektorium

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Winterrefektorium im Kloster St. Georgen. Unter dem steinernen Baldachin links stand ein Ofen, der vom Vorraum aus befeuert werden konnte. Die Wandnische rechts diente zur Aufstellung eines Lavabos.

Das Refektorium (dt. Remter, von lat.: refectio ‚Wiederherstellung‘, ‚Erholung‘, ‚Labung‘) ist der Speisesaal eines christlichen oder buddhistischen Klosters. Im Christentum ursprünglich ein freistehender Bau, wird es seit der karolingischen Zeit häufig mit einem Flügel des Kreuzgangs verbunden. Es gehört – neben Kirche und Kapitelsaal – zu den wichtigsten Räumen eines Klosters.

Beschreibung[Bearbeiten]

In manchen Klöstern werden die Mahlzeiten von den Ordensleuten schweigend eingenommen, dabei werden oftmals in der Tischlesung vom Tischleser geistliche oder weltliche Literatur, Abschnitte aus dem Nekrologium des Klosters, dem Martyrologium, der Ordensregel oder auch Nachrichten aus der Presse vorgelesen.

Zeitweise gab es in einigen Klöstern, wie etwa bei den Benediktinern oder Zisterziensern, getrennte Refektorien für Kleriker und Konversen bzw. Chor- und Laienschwestern. Besonders im Barock gab es außerdem häufig ein heizbares Winter- und ein oft nicht heizbares Sommerrefektorium, die meist prunkvoll ausgeschmückt waren (beispielsweise im Stift Geras[1]). Diese Trennungen gibt es heute üblicherweise nicht mehr.

Manchmal gibt es eigene Speisesäle für Gäste. In manchen Klöstern gab bzw. gibt es auch einen gesonderten Speisesaal des Abtes zur Bewirtung besonderer Gäste.

Berühmte Refektorien gibt es z.B. in der Marienburg und im Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad.

Orthodoxie[Bearbeiten]

Refektorium im Nowodewitschi-Kloster

In orthodoxen Klöstern wird das Refektorium (griechisch Trapesa, russisch трапеза, griechisch τραπέζι) als geheiligter Ort betrachtet. In manchen Fällen verfügt es sogar über einen Altar und eine Ikonostasis, zumindest aber eine Ikone, vor der eine Öllampe brennt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ambrózy, Johann Thomas / Pfiffig, Ambros Josef / Trumler, Gerhard: Stift Geras und seine Kunstschätze. St. Pölten 1989.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Refektorium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien