Gottesgebärerin

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Gottesmutter ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Gottesmutter (Begriffsklärung) aufgeführt.
Meister von Frankfurt: Madonna mit Kind
Theotókos am romanischen Westportal des Moosburger Kastulusmünsters

Der Titel Gottesgebärerin (gr. Θεοτόκος Theotókos, lateinisch Dei Genitrix), deutsch auch Muttergottes, Mutter Gottes oder Gottesmutter (Mater Dei), ist ein Ehrentitel für Maria, die Mutter Jesu Christi. Er beinhaltet die christliche Glaubensüberzeugung, dass der als Sohn Gottes verehrte Jesus von Nazaret zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch war.

Das Hochfest der Gottesmutter wird in der römisch-katholischen Kirche am 1. Januar begangen, bis zur Kalenderreform von 1969 feierte sie das Fest der Mutterschaft der allerseligsten Jungfrau Maria am 11. Oktober.

Zu den Begriffen Gottesgebärerin und Gottesmutter[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Theotókos wurde erstmals auf dem Konzil von Ephesos im Jahre 431 gegen Nestorius verwendet, der lehrte, Maria habe Christus, also nach trinitarischer Auslegung der Konzilien von Nizäa und Konstantinopel den Jesus Christus geboren, der zugleich wahrer Mensch und wahrer Gott war, und nicht nur der Sohn Gottes. Bei der Formulierung des Dogmas sollte nicht primär eine Aussage über Maria gemacht werden, sondern über Jesus Christus.

Die Übersetzung des verhältnismäßig neutralen griechischen Begriffes als Gottesmutter durch die katholische Kirche ist für manche evangelische Christen anstößig – jedoch nicht für evangelisch-lutherische Kirchen –, weil so Maria in die Nähe einer heidnischen Göttin rücke, was die Formulierung Gebärerin einst habe ausdrücklich vermeiden wollen.

Die katholische Dogmatik sieht den Begriff Gottesmutter als eingängigeres Synonym des Begriffes Gottesgebärerin. Die These „Maria hat Gott geboren, ist aber nicht seine Mutter“, die sie hinter der oben genannten Empfindung entdeckt, hält sie umgekehrt für eine neuere Formulierung genau dessen, was das Konzil einst habe verurteilen wollen. Dennoch ist in den lateinischen Texten Dei genetrix keineswegs ungebräuchlich, während mater Dei hauptsächlich nur, allerdings prominent, im Ave Maria vorkommt; oftmals handelt es sich also um eine Übersetzungsfrage. Als biblischer Beleg für den Titel wird oft Lk 1,43 EU angeführt, in dem Elisabet Maria die Mutter meines Herrn nennt.

Aus anthroposophischer Sicht ist die Bezeichnung der Mutter Jesu als Gottesmutter falsch, da Jesus von Nazareth nach Ansicht Rudolf Steiners erst bei der Taufe im Jordan zum Christus geworden sei (Joh 1,28-34 EU).[1]

Ikonographie[Bearbeiten]

Die Muttergottes wird in der Ikonographie des Marienbildnisses dargestellt als Maria mit dem Kind.

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Byzantinische Frühformen[Bearbeiten]

Folgende Haupttypen der Darstellung lassen sich ausgehend von den byzantinischen Frühformen unterscheiden:

  • Der Typ der Nikopoia („Siegbringende“) oder Kyriotissa („Herrin“, „Mutter des Herrn“). Maria wird auf einem Thron sitzend dargestellt während das Jesuskind zentral auf ihrem Schoß sitzt. Eine weitere Bezeichnung dieses Typs ist Sedes sapientiae („Thron der Weisheit“).
  • Der Typ der Hodegetria („Wegweiserin“). Das Jesuskind wird am linken Arm oder Oberschenkel Marias dargestellt, während Maria mit dem anderen Arm auf das Kind zeigt. Abwandlungen sind der Typ Dexiokratusa („mit der Rechten festhaltend“) bei dem das Kind auf der rechten Seite sitzt und der Typ Tricherusa („Dreihändige“) bei dem eine dritte Hand abgebildet ist.
  • Der Typ der Eleousa („Barmherzige“) oder Glykophilousa („Liebkosende“). Maria wird dem Kind zugewendet dargestellt, während sich die Gesichter der beiden berühren.
  • Der Typ der Galaktotrophousa („Milchfütternde“, „Stillende“). Maria wird beim Stillen des Kindes dargestellt. Eine weitere Bezeichnung dieses Typs ist Maria lactans.
  • Der Typ der Panhagia („Allheilige“) oder Platytera („Weitere“). Maria wird mit zum Gebet ausgebreiteten Armen dargestellt, das Jesuskind in einem Medaillon über ihrer Brust. Weitere Bezeichnungen dieses Typs sind Virgo orans („Betende Jungfrau“) und Maria orans („betende Maria“).

Spätestens seit dem 3. Jahrhundert, mit der Entstehung des Gebets Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin, findet sich auch die Schutzmantelmadonna.

Heraldik[Bearbeiten]

Madonna mit Kind (Bastogne, FR)

In der Heraldik[2] haben sich verschiedene Darstellungen dieser Wappenfigur als gemeine Figur herausgebildet. Unterscheiden kann man zwischen einer stehenden und sitzenden Heiligen. Weiter wird unterschieden, mit welchem Arm das Jesuskind gehalten wird. Ob der Knabe auf dem rechten oder linken Arm gehalten oder getragen wird ist jedoch nur für die Beschreibung des Wappens wichtig und sollte bei dieser immer erwähnt werden. Eine symbolische Eigenheit ist dahinter aber nicht verborgen, obwohl dies gelegentlich bei Interpretationen behauptet wird. Beide Figuren, Mutter und Kind, werden mit einem Heiligenschein um den Kopf dargestellt, Maria oft mit einer Mandorla. Diese Heiligenattribute werden einfach oder strahlend in Gold ausgeführt. Maria im Wappen kann oft an den gelegentlich eingestellten realen weißen Lilien erkannt werden. Diese Blume steht für die Jungfräulichkeit. Der Hintergrund vieler Wappen wird durch einen Altar verfeinert. Maria und Kind werden als menschliche Figuren in Silber oder Gold und mit vielen Details ins Wappen gestellt. Die Haarfarbe ist nicht auf blond (Gold) festgelegt. Zugaben sind Krone, Stab mit Lilie oder sonstige religiöse Insignien. Vielfach werden andere Wappenfiguren mit ins Wappenfeld gestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alois Müller, Dorothea Sattler: Mariologie. In: Theodor Schneider (Hrsg.): Handbuch der Dogmatik. Band 2, Patmos, Düsseldorf 2000, ISBN 3-491-69024-2, S. 155-187.
  • Marco-Alexander Zentler: Königsmutter – Gottesmutter: Zu den altägyptischen Hintergründen der Theotókos in der Koptischen Kirche. In: Bibel, Byzanz und Christlicher Orient. Festschrift für Stephen Gerö zum 65. Geburtstag (= Orientalia Lovaniensia Analecta 187), Peeters, Leuven 2011, S.231–238.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Werner Schroeder: Der kosmische Christus, Urachhaus Vlg., Stuttgart 1995, S. 142
  2. nach Maren Kuhn Refus: Das Bistum Konstanz. Band 3, Walter de Gruyter & Co, Berlin 1992, ISBN 978-3-11013-449-0, S. o.A.;
    Milan Buben: Heraldik. Albatros Prag, 1986, S. o.A.