Reinsdorf (Nebra)

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51.29972222222211.599722222222114Koordinaten: 51° 17′ 59″ N, 11° 35′ 59″ O

Reinsdorf
Wappen von Reinsdorf
Höhe: 114 m ü. NN
Fläche: 7,57 km²
Einwohner: 551 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06642
Vorwahl: 034461
Wangen Reinsdorf Nebra BurgenlandkreisKarte
Über dieses Bild

Lage von Reinsdorf in Nebra (Unstrut)

Dorfkirche

Reinsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Nebra (Unstrut) im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Reinsdorf liegt an der Unstrut zwischen den Städten Halle (Saale) und Weimar.

Geschichte[Bearbeiten]

Reinsdorf wurde im „Breviarium Sancti Lulli“ 786 als „Reginhardesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. 1112 entstand das Benediktinerkloster Reinsdorf, das nach der Reformation aufgelöst wurde. Das Bamberger Ministerialengeschlecht „von Reinsdorf“ hatte hier seinen Stammsitz. Die Klosterweihe fand 1135 durch den Bamberger Bischof Otto I. statt. Der Ort birgt erhellende Stätten der deutschen Kulturgeschichte. So beispielsweise Relikte einer dreischiffigen Basilika mit Querhaus und Chor, die nach der Aufhebung des dazugehörigen Klosters von der Einwohnerschaft von Reinsdorf als Steinbruch genutzt wurde. Im Anschluss an die Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirchenruine zu einer Pfarrkirche neugestaltet und anno 1740 im barocken Stil restauriert.

1994 wurde in der Nähe der Kirche die neue Unstrutbrücke für Fußgänger und der hier verlaufende Unstrut-Radweg eingeweiht. Dieses Amt übernahm der damalige Bundeskanzleramtsminister Friedrich Bohl. Auf der gegenüberliegenden Nebraer Seite der Unstrut wurde anno 1999 die neugestaltete Anlegestelle für Boote und Paddelboote freigegeben.

Am 1. September 2010 wurde Reinsdorf nach Nebra (Unstrut) eingemeindet.[1]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Juni 1993 durch das Regierungspräsidium Halle genehmigt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Westlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 250, die von Eckartsberga nach Querfurt führt.
  • Durch den Ort geht die Unstrutbahn, welche früher zwischen Naumburg (Saale) und Artern/Unstrut verkehrt. Der Ausstiegsort wurde mit Vitzenburg bestimmt, da es an der Bahn zudem den Halt in Reinsdorf bei Artern gibt. Die Strecke zwischen Artern und Nebra wurde am 10. Dezember 2006 von der thüringischen Landesregierung eingestellt, seit 2009 fahren die Züge bis zum neuen Endpunkt Wangen (Unstrut). Im Zuge der Sanierung der Unstrutbahn im Winter 2011/12 wurde der Bahnhof Vitzenburg aufgegeben und durch den neuen Haltepunkt Reinsdorf (bei Nebra) direkt am Nordrand des Ortes ersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • L.F. Hesse: Das ehemalige Kloster Reinsdorf, in: Thüringen und der Harz, Band 8, 1844
  • Louis Naumann: Was ist aus den Gütern des Klosters Reinsdorf geworden?, 1921
  • Georg Plath: Die Klosterkirche von Reinsdorf: Eine Festschrift zu der am 29. Oktober 1893 vollzogenen Einweihung, Verlag W. Schneider, 1893
  • Georg Plath: Ein Tympanon aus Kloster Reinsdorf, in: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde, Band 26-27, 1893, S. 409ff
  • Georg Plath: Die Glocken der Benediktinerabtei Reinsdorf, in: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde, Band 31, 1898, S. 300ff
  • Holger Kunde, Joachim Säckl: Das Benediktinerkloster Sankt Johannes Baptista in Reinsdorf und der Weinbau an der unteren Unstrut: von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Gemeinde Reinsdorf, 1998

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reinsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010