Eckartsberga

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eckartsberga
Eckartsberga
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eckartsberga hervorgehoben
51.122511.560833333333243Koordinaten: 51° 7′ N, 11° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: An der Finne
Höhe: 243 m ü. NHN
Fläche: 35,95 km²
Einwohner: 2412 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06648
Vorwahl: 034467
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 125
Webpräsenz: www.eckartsberga.de
Bürgermeisterin: Marlis Vogel (CDU)
Lage der Stadt Eckartsberga im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
Über dieses Bild
Blick von der Eckartsburg auf die Stadt
Eckartsberga im Schlachtfeld von Auerstedt

Eckartsberga ist eine Kleinstadt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde An der Finne an.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Eckartsberga liegt an der Finne, einem Bergrücken an der Landesgrenze Sachsen-Anhalt/Thüringen. Im Naturpark Saale-Unstrut-Triasland gelegen, ist die Stadt etwa 22 Kilometer von Naumburg (Saale) und je knapp 30 km von Jena und Weimar entfernt.

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: An der Poststraße, Lanitz-Hassel-Tal in Sachsen-Anhalt und Bad Sulza in Thüringen.

Ortsteile[Bearbeiten]

Zu Eckartsberga gehören neben Eckartsberga die Ortsteile Burgholzhausen, Funkturmsiedlung, Lindenberg, Lißdorf (bereits 800 in einer Urkunde erwähnt), Marienthal, Mallendorf, Millingsdorf, Niederholzhausen, Seena, Thüßdorf und Tromsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Eckartsbergas ist untrennbar mit der Gründung und dem Bau der Eckartsburg 966 durch Markgraf Ekkehard I. von Meißen verbunden. Grund war die Lage auf dem Sachsenberg an der wichtigen Via Regia. Der als Reihendorf angelegte Ort vor der Burg taucht erstmals 1073 in einer Urkunde auf.

Eckartsberga hatte im späten Mittelalter Marktrecht, Stadtrecht (seit 1288), war Münzprägeort und hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. Ab 1485 war die Stadt Sitz des gleichnamigen sächsischen Amtes. Das Stadtleben wurde bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts durch Fuhrunternehmen geprägt. Eine sogenannte Brandsäule am Ortsrand erinnert an eine Hexenverbrennung von 1563. 1806 lag Eckartsberga am Rande des Schlachtfeldes der Schlacht von Jena und Auerstedt. Das Amt Eckartsberga kam (später erweitert als Landkreis Eckartsberga) 1815 mit anderen Gebieten an Preußen.

Auf dem Sachsenberg im Osten der Stadt standen zeitweise drei Windmühlen. Die heute noch östlich des Ortsrandes – etwas abseits der B 87 – auf etwa 275 m Höhe stehende (funktionsfähige) Mühle aus dem Jahr 1831 hat statt der üblichen Flügel ein zehnspeichiges Windrad mit einem Durchmesser von 14 Metern. Diese Bauweise ist sonst in Südeuropa verbreitet, in Deutschland allerdings einmalig.

Am 1. Juli 2009 wurden die Nachbargemeinden Tromsdorf und Burgholzhausen in die neugebildete Stadt Eckartsberga eingegliedert[2] und die Verwaltungsgemeinschaft An der Finne aufgelöst.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Eckartsberga ist der ehemaligen Herrschaft und des Amt Eckartsberga entlehnt. Der Schild ist von rot und blau geteilt. Oben ein aus der Teilung wachsender goldener zweischwänziger Löwe, unten eine goldene Lilie.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Eine Städtepartnerschaft gibt es mit der Stadt Zwingenberg im Kreis Bergstraße in Hessen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Eckartsburg mit ihrem 36 Meter hohen Bergfried ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Turminneren befindet sich eine Zinnfigurenausstellung, die als Diorama den Verlauf der Schlacht bei Jena und Auerstedt zeigt.
  • Das im Ort befindliche Heimatmuseum präsentiert in seiner Sammlung auch Fundgegenstände aus der Steinzeit.
  • Die auf dem Sachsenberg stehende Holländerwindmühle aus dem Jahr 1831 ist die letzte von einst drei Exemplaren am Ortsrand, die jedoch durch Brände in den Jahren 1839, 1848 und 1851 zerstört wurden und danach noch mehrfach erneuert wurden. Diese letzte Mühle verfügt über ein zehnspeichiges Windrad von 14 Metern Durchmesser. Der Turm misst vom Boden bis zur Dachspitze 13 Meter. Die Mühle wurde zuletzt im Jahre 2006 technisch instand gesetzt, hierbei wurde auch eine kleine Ausstellung geschaffen.[3]
  • Am von der B 87 abzweigenden Zufahrtsweg zur Eckartsburg befindet sich ein kleiner Vergnügungsbereich „Freizeitspaß Eckartsberga“ mit einem Irrgarten, einer Minigolfanlage, einem Bungee-Trampolin, einer Sommerrodelbahn (Erstbetrieb 1997, 850 m lang, 45 m Höhendifferenz, im Mittel 6 % Gefälle und zugehöriger 200 m Bergaufbahn) und anderem. Zu DDR-Zeiten existierte im heutigen Bereich "Freizeitspass Eckartsberga" ein Pionier-Ferienlager mit 600 Plätzen.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Eckartsberga

Durch die Stadt verläuft die Bundesstraße 87 (LeipzigIlmenau). Die Bundesstraße 250 über Bad Bibra nach Querfurt beginnt in Eckartsberga. In Richtung Westen führt eine Verbindungsstraße über Buttstädt nach Sömmerda.

Zwei Kilometer südlich von Eckartsberga befindet sich (schon auf thüringischem Gebiet) der Bahnhof der „Pfefferminzbahn“ an der Strecke Sömmerda (ggf. auch bis Straußfurt) – Großheringen über Bad Sulza (Linie RB 43, Kursbuch 594).[4] .

Der Ökumenische Pilgerweg von Görlitz nach Vacha führt durch Eckartsberga.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dr. Emsmann, Bürgermeister: Geschichte des Schlosses und der Stadt Eckartsberga, gedruckt bei Carl August Kümmel in Halle, 1832 Digitalisat
  • Heinrich Otte u. Gustav Sommer: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Eckartsberga, Halle/Saale 1883
  • Louis Naumann: Zur Geschichte der Ephorie Eckartsberga, Veröffentlicht von Eckartshaus-Verlag, 1884
  • Louis Naumann: Bausteine einer Geschichte der Parochie Eckartsberga, Veröffentlicht im Naumburger Tageblatt, Heimatbeilage, 1924
  • Louis Naumann, Emil Strümpfel, Voigt: Geschichte des Kreises Eckartsberga, Eckartsberga in Thüringen, Veröffentlicht von Eckartshaus-Verlag, 1927

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. Eckartsberga
  4. Winterfahrplan 2009/2010 (PDF-Datei; 152 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eckartsberga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien