Nebra (Unstrut)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Nebra (Unstrut)
Nebra (Unstrut)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Nebra (Unstrut) hervorgehoben
51.28666666666711.578055555556150Koordinaten: 51° 17′ N, 11° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Unstruttal
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 25,42 km²
Einwohner: 3399 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06642
Vorwahl: 034461
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 360
Adresse der
Stadtverwaltung:
Promenade 13
06642 Nebra (Unstrut)
Webpräsenz: www.stadt-nebra.de
Bürgermeister: Gerhard Hildebrandt (parteilos)
Lage der Stadt Nebra (Unstrut) im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
Über dieses Bild
Ehemaliger Steinbruch mit Rotsandstein am Abhang zur Unstrut
Ruine des alten Schlosses aus dem 16. Jahrhundert
Stadtkirche
Neues Schloss aus dem 19. Jahrhundert
Unstrutbrücke, im Hintergrund der Bahnhof

Nebra (Unstrut) ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Unstruttal an.

Geographie[Bearbeiten]

Nebra liegt zwischen Querfurt und Naumburg an der Unstrut im Westen des Burgenlandkreises.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortschaft Einwohner
Wangen Reinsdorf Nebra BurgenlandkreisDistricts of Nebra.svg
Über dieses Bild
Nebra 2467
Reinsdorf 551
Wangen 551

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Querfurt, Barnstädt und Steigra (alle drei SK) im Norden, Karsdorf im Osten, Bad Bibra im Süden und Kaiserpfalz im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 18. Mai 876 wurde Nebra als Neveri im „Ingelheimer Protokoll“ des Reichsklosters Fulda erstmals urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert erhielt Nebra das Stadtrecht. Das Ministerialengeschlecht „von Nebra“ hatte hier seinen Stammsitz und wurde 1205 erstmals erwähnt. Die thüringischen Schenken von Vargula hatten von 1259 bis 1341 Nebra im Lehnsbesitz und nannten sich „Schenken von Nebra“. Das Schloss Nebra ließen 1540 die Brüder von Nißmitz errichten.

Seit vielen Jahrhunderten wurde an den Unstruthängen roter Sandstein abgebaut, der allgemein als Baumaterial für Schlösser wie für Bauernhäuser verwendet wurde. Der Abbau kam erst im 20. Jahrhundert zum Erliegen.

Zwischen 1952 und 1994 war Nebra Sitz des gleichnamigen Landkreises im Bezirk Halle bzw. Land Sachsen-Anhalt.

Zu einer Namensänderung kam es am 1. Januar 1998, als sich die Stadt von Nebra in Nebra (Unstrut) umbenannte.

Bei Nebra auf der Altenburg, einem Buntsandsteinsporn im Unstruttal, wurden 1962 vier Frauenstatuetten aus dem späten Jungpaläolithikum (Magdalénien) gefunden, die zu den ältesten bekannten Kunstwerken in Sachsen-Anhalt gehören. Die Figürchen sind 12.000 bis 14.000 Jahre alt.

Am 4. Juli 1999 wurde die so genannte Himmelsscheibe von Nebra zusammen mit einem Bronzeschatz von zwei Raubgräbern auf dem Mittelberg ausgegraben. Sie stammt aus der unmittelbaren Umgebung Nebras (Wangens) und gilt als die früheste bekannte Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte. Sie wurde um 1600 v. Chr. vergraben, während die Herstellung auf 2100 bis 1700 v. Chr. geschätzt wird.

Am 1. Juli 2009 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wangen nach Nebra eingemeindet[2], am 1. September 2010 die Gemeinde Reinsdorf[3].

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 46,3 % zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Stadtrats:
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 9,7 % 2
LINKE 14,9 % 2
SPD 9,7 % 2
Wählergruppen 63,6 % 10
Gesamt 16
Im Juni 2013 sieht die Zusammensetzung wie folgt aus:
  • CDU: 2 Sitze
  • Linke: 3 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Bürgerinitiative: 1 Sitz
  • FWG Wangen: 1 Sitz
  • Haus und Grund: 6 Sitze

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Schlossruine und das Hedwig-Courths-Mahler-Archiv im Heimatmuseum Nebra mit einer Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra und die Bronzezeit. Mehrere Wohnhäuser sind mit sehenswerten Renaissanceportalen geschmückt.

Am 20. Juni 2007 wurde in der Nähe des Fundortes der Himmelsscheibe bei Nebra das multimediale Besucherzentrum Arche Nebra eröffnet.

Verkehr[Bearbeiten]

Nebra liegt an der Bundesstraße 250 von Eckartsberga nach Querfurt. Die Züge der Burgenlandbahn verkehren auf der Unstrutbahn im Stundentakt nach Naumburg (Saale). Die Verbindung nach Artern wurde mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 durch den Freistaat Thüringen abbestellt.

Der Unstrut-Radweg führt am Westrand Nebras entlang.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Pfeil: Zur Geschichte der Stadt und des Schlosses Nebra an der Unstrut. Druck und Verlag August Schneider, Sangerhausen 1929-1933
  • Trautmann: Nebra Stadt und Schloß. In: Thüringen und der Harz, 1839, S. 134
  • Otto Küstermann: Zur Geschichte der Stadt, des Schlosses und ehemaligen Gerichtsbezirks Nebra und seiner unmittelbaren Umgebung sowie seiner Beziehungen zum ehemals sächsischen Amte Freiburg. In: Jahresbericht des Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erforschung des vaterländischen Altertums und Erhaltung seiner Denkmale. Halle, Bd. 1897, S. 40-92

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nebra (Unstrut) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010