Querfurt

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Querfurt in Sachsen-Anhalt; zu weiteren Bedeutungen gleichnamiger Begriffe siehe Querfurt (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Querfurt
Querfurt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Querfurt hervorgehoben
51.38333333333311.6168Koordinaten: 51° 23′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Höhe: 168 m ü. NHN
Fläche: 155,23 km²
Einwohner: 11.357 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 06268,
06642 (Zuckerfabrik Vitzenburg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 034771
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 88 305
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06268 Querfurt
Webpräsenz: www.querfurt.de
Bürgermeister: Peter Kunert (FDP)
Lage der Stadt Querfurt im Saalekreis
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalKarte
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Querfurt ist eine Stadt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie liegt westlich von Halle (Saale).

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Querfurt liegt im südöstlichen Harzvorland im Tal der Querne, die die Altstadt von West nach Ost durchfließt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Folgende Stadtteile sind ausgewiesen:

Ortschaft Eingemeindung Ortsteile
Gatterstädt Grockstädt Leimbach (Querfurt) Lodersleben Schmon Querfurt Vitzenburg Weißenschirmbach Ziegelroda SaalekreisDistricts of Querfurt.svg
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Die Ortschaften von Querfurt
(anklickbare Karte)
Gatterstädt 11. Mai 1995 Gatterstädt
Grockstädt 1. Januar 2004 Grockstädt, Kleineichstädt und Spielberg
Leimbach 1. Januar 2004 Leimbach
Lodersleben 11. Mai 1995 Lodersleben
Querfurt - Fichtensiedlung, Grundmühle, Querfurt, Thaldorf und Thomas-Müntzer-Siedlung
Schmon 1. Januar 2004 Hermannseck, Oberschmon und Niederschmon
Vitzenburg 1. Januar 2004 Liederstädt, Pretitz, Vitzenburg und Zingst
Weißenschirmbach 1. Januar 2004 Birkenschäferei, Gölbitz und Weißenschirmbach
Ziegelroda 1. Januar 2004 Landgrafroda und Ziegelroda

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Allstedt (Landkreis MSH) und Farnstädt im Norden, Obhausen, Nemsdorf-Göhrendorf und Barnstädt im Osten, Nebra und Kaiserpfalz (beide Landkreis BLK) im Süden und Roßleben (Landkreis KYF) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

25 Pfennig Notgeld aus dem Jahre 1921

In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Querfurt als zehntpflichtiger Ort Curnfurt im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt. Dort wird auch der heute nicht mehr existente Nachbarort Kunisch genannt.[2] 973 bzw. 974 gilt als Geburtsjahr des heiligen Brun von Querfurt.

In einer Urkunde von 1198 wird die innere Stadtmauer erwähnt, was bedeutet, dass Querfurt zu dieser Zeit bereits über Stadtrecht verfügte. 1357 erfolgt der Bau einer zweiten, der Äußeren Stadtmauer.

Am 13. April 1621 wurden bei einem Stadtbrand 101 Häuser zerstört. 1663 wurde Querfurt Residenz des reichsunmittelbaren Fürstentums Sachsen-Querfurt. Von 1816 bis 1994 war die Stadt Sitz des Landkreises Querfurt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Zuerst wurden am 11. Mai 1995 Gatterstädt und Lodersleben aus der Verwaltungsgemeinschaft Querfurt eingemeindet.[3] Dann wurden am 1. Januar 2004 die ehemals selbstständigen sechs Gemeinden aus der Verwaltungsgemeinschaft Forst Hermannseck, nämlich Grockstädt, Leimbach, Schmon, Vitzenburg, Weißenschirmbach und Ziegelroda, eingemeindet.[4]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenktafel am Südeingang des Rathauses für den Antifaschisten Otto Dietrich, der 1945 an den Folgen der KZ-Haft starb. Auf dem Ortsfriedhof wird er auch durch einen Gedenkstein geehrt.
  • Gedenktafel am Haus Kirchplan 7, dem Geburtshaus des Naturforschers und Erfinders Jacob Christian Schäffer, hier geehrt als "Begründer der Pilzkunde und Erfinder des Holzpapiers". Diese Tafel stammt aus dem Jahr 1968; Anlass war auch der 250. Geburtstag Schäffers. 2013 wurde am Haus Kirchplan 7 eine weitere Tafel angebracht, die ausführlicher über Schäffers Forschungen informiert.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau die silbern gekleidete goldgekrönte und -nimbierte Jungfrau Maria auf einen goldenen Halbmond thronend und vom goldenen Strahlenkranz mit Sternen gesäumt trägt im rechten Arm das nimbierte nackte Jesuskind. Zwei kleine Schildlein begleiten die Maria. Rechts in Rot und Weiß geteilt und auf der Gegenseite in Weiß vier rote Balken.

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 40,0 %
 %
40
30
20
10
0
34,9 %
21,6 %
13,7 %
12,4 %
11,0 %
6,3 %

Der Rat besteht aus 28 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister Peter Kunert.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick auf Querfurt
Burg mit Rapsfeld

Bauwerke[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Osterfeuer in Querfurt, jährlich am Karsamstag vor der Burg.
  • Pfingstfest in Oberschmon, jährlich am Pfingstwochenende.
  • Burgfest in Querfurt, jährlich am 3. Wochenende im Juni.
  • Bauernmarkt in Querfurt, jährlich am 3. Wochenende im September.
  • Pfingstfest in Liederstädt, jährlich am Pfingstwochenende.
  • Pfingstfest in Thaldorf, jährlich am Pfingstwochenende.
  • Knoblauchmittwoch in Thaldorf, jährlich am Mittwoch nach Pfingsten.
  • Pfingstfest in Kleineichstädt.
  • Pfingstfest in Spielberg.
  • Dorffest in Grockstädt, jährlich am letzten Wochenende im Juni.
  • Parkfest in Gatterstädt, jährlich am letzten Wochenende im Juni.
  • Heimatfest in Lodersleben, jährlich am ersten Wochenende im Juli.
  • Dorffest in Leimbach, jährlich am dritten Wochenende im Juli.
  • Dorffest in Spielberg im August.
  • Dorffest in Weißenschirmbach, jährlich am zweiten Wochenende im August.
  • Burgweihnacht in Querfurt, jährlich am 4. Advent.
  • Nikolausmarkt im Wohngebiet Süd, seit 2001 jährlich

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Grundschule „Philipp Müller“ am Rossplatz

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist durch eine Ortsumgehung an die Bundesstraßen 180 und 250 sowie an die Bundesautobahn 38 angebunden. Der Ort besitzt im ehemaligen Bahnhof den Endhaltepunkt der Bahnstrecke Merseburg–Querfurt, bedient von der Burgenlandbahn. Die seit 1884 bestehende Bahnstrecke nach Röblingen am See wurde 2005 und die seit 1904 bestehende Strecke nach Nebra (Unstrut) 2003 stillgelegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gedenktafel an Karl August Gottlieb Sturms Geburtshaus
Gedenktafel an Johannes Schlafs Wohnhaus

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Johann Olearius (1611-1684), Kirchenliederdichter und Superintendent
  • Johann Gottfried Schnabel (* 1692, † zw. 1751 und 1758), deutscher Schriftsteller; ließ sich 1719 als Barbier in Querfurt nieder.
  • Konrad von Querfurt († 1142), Erzbischof von Magdeburg
  • Konrad von Querfurt († 1202), gründete 1198–1202 Karlstadt
  • Julius von Kirchmann (1802–1884), Jurist und Politiker, Landgerichtsdirektor in Querfurt
  • Albrecht Heinrich von Schlieckmann (1835–1891), Oberpräsident von Ostpreußen und Mitglied des Staatsrates, war 1864-1876 Landrat in Querfurt
  • Hans Schomburgk (1880–1967), Afrikaforscher und Pionier des deutschen Tierfilms
  • Axel Crewell (1882–1945), NSDAP-Kreisleiter und Landrat
  • Fritz Adam (1889–1945), SA-Oberführer und Politiker (NSDAP), ab 1940 Landrat in Querfurt
  • Fips Asmussen (eigentlich Rainer Pries; * 30. April 1938 in Hamburg), Komiker und Alleinunterhalter, ließ sich Ende der 1990er Jahre in Querfurt nieder.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl August Gottlieb Sturm: Chronik der Stadt und Herrschaft Querfurt, Querfurt 1845
  • H. G. Voigt (Hrsg.): Querfurter Chronik. Historisches Denckmahl der Haubt-Stadt des Fürstenthums Sachsen-Quernfurth von Christian Webel geschrieben um 1714/15. Richard Jaeckel, Querfurt [1928]
  • Joachim Jahns: Große Querfurter und mit Querfurt verbundene Persönlichkeiten. Dingsda-Verlag, Querfurt 1990, ISBN 3-928498-00-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Querfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Querfurt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Reg. Thur. Nr. 287
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004