Residencia de Estudiantes

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Die Residencia de Estudiantes

Die Residencia de Estudiantes (Spanisch für ‚Studentenwohnheim‘), ist ein Kulturzentrum in Madrid.

Die Institution wurde 1910 durch die Junta para Ampliación de Estudios gegründet und übersiedelte 1915 an ihre gegenwärtige Adresse, Colina los Chopos, in eine Gruppe von neu errichteten Gebäuden im Neo-Mudéjar-Stil des Architekten Antonio Flórez Urdapilleta (1877–1941). Ihr Leiter Alberto Jiménez Fraud war begeistert vom britischen Collegesystem und verfolgte die Konzeption einer Wohn- und Begegnungsstätte von Kunst und Wissenschaft und eines Treffpunkts der in- und ausländischen Avantgarde. Im Hintergrund stand auch das Konzept der Institución Libre de Enseñanza, die von Francisco Giner de los Ríos 1876 gegründet worden war.

Zu den Bewohnern des Heims zählten Federico García Lorca, Salvador Dalí, Luis Buñuel und der Nobelpreisträger Severo Ochoa. Miguel de Unamuno, Alfonso Reyes, Manuel de Falla, Juan Ramón Jiménez, José Ortega y Gasset, Pedro Salinas, Blas Cabrera, Eugeni d’Ors und Rafael Alberti waren häufig zu Gast.

Als Gäste aus dem Ausland seien Albert Einstein, Paul Valéry, Marie Curie, Igor Stravinsky, John M. Keynes, Walter Gropius und Henri Bergson herausgegriffen.

Die Blütezeit der Institution war 1910–36. Dann kam es zu einer Jahrzehnte dauernden Unterbrechung durch den Spanischen Bürgerkrieg und die Diktatur von Francisco Franco, die derlei bürgerlich-liberale und modernistische Institutionen ablehnte, letztlich aber zur „Wiederauferstehung“ ab 1986. Auch heute fungiert die Residencia de Estudiantes wieder als Wohn- und Begegnungsstätte. 20 junge Künstler und Wissenschaftler wohnen hier, zugleich werden öffentliche kulturelle Aktivitäten abgehalten. Unter den Residenten sind Mercedes Cebrián, David Mayor, Miguel Álvarez-Fernández, Joaquín Pérez Azaústre und Eva Mendoza zu nennen. Dazu kommen jährlich etwa 3.000 Gäste.

Das Centro de Documentación enthält die Privatarchive von Federico García Lorca, Luis Cernuda, Jesús del Bal y Gay, Fernando de los Ríos ünd León Sánchez Cuesta.

Seit 1990 ist die Residenca auch wieder verlegerisch tätig.

Literatur[Bearbeiten]

  • John Crispin: Oxford y Cambridge en Madrid: la Residencia de Estudiantes, 1910–1936, y su entorno cultural. Publicaciones La isla de los ratones, 1981.

Weblinks[Bearbeiten]


40.440777777778-3.6880555555556Koordinaten: 40° 26′ 26,8″ N, 3° 41′ 17″ W