José Ortega y Gasset
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Gesichtet | ||
Das ist die letzte gesichtete Version,
(zeige alle), freigegeben am 9. Mai 2008.
|
José Ortega y Gasset (* 9. Mai 1883 in Madrid; † 18. Oktober 1955 ebenda) war ein spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben und Werk
Ortega wurde in Madrid als Spross einer Journalistenfamilie geboren. Er besuchte die Jesuitenschule San Estanislao de Miraflores in Málaga und studierte von 1897 bis 1898 an der Universität von Deusto in Bilbao und anschließend an der Universität Madrid Philosophie, wo er 1904 promovierte. Von 1905 bis 1911 hielt er sich zu Studienzwecken in Deutschland auf, u. a. in Leipzig, Berlin und vorrangig in Marburg. In Marburg wurde er u. a. vom Neukantianismus Hermann Cohens und Paul Natorps beeinflusst. 1909 kehrte Ortega nach Spanien zurück.
Ortega war Gründer und Herausgeber der Zeitschriften España (1915–1924) und Revista de Occidente (1923). Während dieser Zeit wirkte er bei der Schaffung der spanischen Verfassung mit. Unter dem Eindruck der Weimarer Republik verfasste er sein zentrales Werk „Der Aufstand der Massen“ (1929). Von 1910 bis 1936 hatte er Professuren für Metaphysik, Logik und Ethik an der Universität Complutense Madrid inne, von 1936 bis 1945 lebte er im Exil (Frankreich, Argentinien, ab 1943 in Portugal). Als Kulturphilosoph baute er auf Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Nietzsche, Wilhelm Dilthey und der Lebensphilosophie auf.
[Bearbeiten] Bedeutung des philosophischen Werks
Ortega verband mit umfassendem philosophischem Wissen romantische Sinnesfreude, Weltaufgeschlossenheit und Eleganz des Denkens und der Lebensführung. Seine Philosophie entzündete sich stets am Gegenständlichen, das er unmittelbar, nicht durch die Brille der philosophischen Lehrmeinung, auf sich wirken ließ. Dieses und der Bezug zur deutschen Philosophie wird als wesentlicher Grund für die außergewöhnliche Breitenwirkung angesehen, die Ortega, insbesondere in Deutschland, mit seinen um ganz verschiedene Probleme kreisenden Schriften nach dem Zweiten Weltkrieg erzielt hat. Weniger bekannt ist die starke Wirkung, die Ortega unmittelbar oder indirekt durch emigrierte spanische Philosophen auf die geistige Auseinandersetzung in Lateinamerika, besonders in Mexiko ausgeübt hat. Seinem Einfluss war ein wachsendes Interesse an der deutschen Philosophie in jenen Ländern zuzuschreiben.
Ortegas starke Individualität, seine Eigenwüchsigkeit in Wesen und Denken hinderten ihn daran, sich einer philosophischen Schule einzuordnen. Gleichzeitig schlossen sie die Bildung eines eigenen Schülerkreises um ihn herum von vornherein aus. Die Vielseitigkeit seiner Interessen drückt sich in der Vielzahl seiner Veröffentlichungen aus.
[Bearbeiten] Werkauswahl
- Gesammelte Werke in 6 Bänden. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München (1996). ISBN 3421018480
- Los terrores del año mil. Crítica de una leyenda, Madrid 1904.
- Meditaciones del Quijote, Madrid 1914.
- El Espectador, Madrid 1916 (dt. Buch des Betrachters, Stuttgart 1952).
- España invertebrada, Madrid 1921 .
- El tema de nuestro tiempo, Madrid 1923 (dt. Zürich 1928).
- Ni vitalismo ni racionalismo, Madrid 1924.
- La “Filosofía de la historia” de Hegel y la historiología, Madrid 1928.
- ¿Qué es filosofía?, Buenos Aires 1929.
- La rebelión de las masas, Madrid 1929 (dt. Der Aufstand der Massen, Stuttgart 1936).
- Pidiendo un Goethe desde dentro, Santiago 1932 (dt. Titel: "Um einen Goethe von innen bittend", dva, 1949).
- Meditación de la técnica, Buenos Aires 1939 (dt. Stuttgart 1949).
- El intelectual y el otro, Madrid 1942 (dt. Stuttgart 1949).
- Ideas y creencias, Madrid 1942 (dt. in: Vom Menschen als utopischem Wesen, Stuttgart 1951).
- Miseria y esplendor de la traducción, Madrid 1956 (dt. Ebenhausen bei München 1964).
- El hombre y la gente, Madrid 1957 (dt. Stuttgart 1958).
- La idea de principio en Leibniz y la evolución de la teoría deductiva, Madrid 1958 (dt. München 1966).
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über José Ortega y Gasset im Katalog des Ibero-Amerikanisches Institut in Berlin
- José Ortega y Gasset. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL).
- Lexikoneintrag zu Ortega y Gasset von Rafael Capurro (erschienen in J. Nida-Rümelin (Hg.): Philosophie der Gegenwart in Einzeldarstellungen von Adorno bis v. Wright. 1991, 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart: Kröner 1999
- Frases de José Ortega y Gasset (en español)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ortega y Gasset, José |
| KURZBESCHREIBUNG | spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist |
| GEBURTSDATUM | 9. Mai 1883 |
| GEBURTSORT | Madrid |
| STERBEDATUM | 18. Oktober 1955 |
| STERBEORT | Madrid |

