Rivaz VD

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
VD ist das Kürzel für den Kanton Waadt in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Rivazf zu vermeiden.
Rivaz
Wappen von Rivaz
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Waadt (VD)
Bezirk: Lavaux-Oronw
BFS-Nr.: 5609i1f3f4
Postleitzahl: 1071
Koordinaten: 549289 / 14741446.4761186.778322445Koordinaten: 46° 28′ 34″ N, 6° 46′ 42″ O; CH1903: 549289 / 147414
Höhe: 445 m ü. M.
Fläche: 0,32 km²
Einwohner: 342 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1069 Einw. pro km²
Website: www.rivaz.ch
Rivaz VD

Rivaz VD

Karte
Frankreich Genfersee Lac de Bret Lac de Lussy Kanton Freiburg Bezirk Broye-Vully Bezirk Gros-de-Vaud Bezirk Lausanne Bezirk Riviera-Pays-d’Enhaut Belmont-sur-Lausanne Bourg-en-Lavaux Chexbres Les Cullayes Essertes Ferlens VD Forel (Lavaux) Lutry Maracon Mézières VD Montpreveyres Oron VD Paudex Puidoux Pully Rivaz VD Saint-Saphorin (Lavaux) Savigny VD ServionKarte von Rivaz
Über dieses Bild
w

Rivaz ist eine politische Gemeinde im Distrikt Lavaux-Oron des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf Rivaz

Rivaz liegt auf 445 m ü. M., 12 km ostsüdöstlich der Kantonshauptstadt Lausanne (Luftlinie). Das Winzerdorf erstreckt sich auf einem kleinen Geländevorsprung inmitten der Weinberge am Steilhang des Lavaux, unterhalb von Chexbres, an aussichtsreicher Lage rund 70 m über dem Seespiegel des Genfersees.

Mit nur 0,32 km² Fläche ist Rivaz die kleinste Gemeinde des Kantons Waadt. Zusammen mit der Gemeinde Kaiserstuhl (ebenfalls 0,32 km² = 32 ha) ist es die kleinste Gemeinde der Schweiz. Das Gebiet umfasst einen Abschnitt des Lavaux am Nordostufer des Genfersees (rund 700 m Seeuferlinie). Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer nordwärts den steilen Rebhang hinauf bis unterhalb des Siedlungsgebietes von Chexbres, wo mit 542 m ü. M. der höchste Punkt von Rivaz erreicht wird. Die westliche Begrenzung bildet der Bach Forestay. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 25 % auf Siedlungen, 0 % auf Wald und Gehölze, 69 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 6 % war unproduktives Land.

Zu Rivaz gehört der Weiler Sallaz (410 m ü. M.) am Rand einer kleinen Verebnungsfläche. Nachbargemeinden von Rivaz sind Puidoux, Chexbres und Saint-Saphorin (Lavaux).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 342 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehört Rivaz zu den kleinsten Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 83.6 % französischsprachig, 5.7 % deutschsprachig und 4.1 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Rivaz belief sich 1900 auf 328 Einwohner. Sie blieb während des gesamten 20. Jahrhunderts ziemlich stabil.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Rivaz war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute hat der Weinbau an den optimal besonnten Hängen des Lavaux (rund 20 ha) einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. In Rivaz werden Qualitätsweine der Appellationen Epesses, Dézaley, Saint-Saphorin und Calamin erzeugt. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden (Weinkeller und -handlungen). In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die vor allem in Lausanne und in der Region Vevey-Montreux arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwar abseits der Durchgangsstrassen, ist aber verkehrstechnisch trotzdem gut erschlossen. Durch Riex führt eine Verbindung von der Hauptstrasse 9 am Seeufer hinauf nach Chexbres. Der nächste Autobahnanschluss an die 1974 eröffnete A9 (Lausanne-Sion) befindet sich bei Chexbres, rund 1.5 km vom Ort entfernt. Am 2. April 1861 wurde der Abschnitt Lausanne-Villeneuve der Bahnlinie von Lausanne ins Wallis mit einem Bahnhof in Rivaz in Betrieb genommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1141 unter dem Namen Ripa; 1324 erschien die Bezeichnung Rippa. Der Ortsname leitet sich vom lateinischen Wort ripa (Ufer) ab. Die frühere Siedlung lag wahrscheinlich am Ufer des Genfersees, wurde aber im Jahr 563 aufgrund einer Flutwelle, welche durch einen Bergrutsch bei Martigny ausgelöst wurde, vollständig zerstört. Rivaz wurde danach in sicherer Höhe am Hang wieder aufgebaut.

Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Rivaz den Bischöfen von Lausanne. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte das Dorf unter die Verwaltung der Vogtei Lausanne. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Rivaz von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Lavaux zugeteilt. Noch bis 1810 war Rivaz Teil der Grossgemeinde Saint-Saphorin und wurde erst danach eine politisch selbständige Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dank des Gesetzes zum Schutz des Lavaux hat Rivaz seine ursprüngliche Gestalt als kompaktes Winzerdorf mit Bausubstanz aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert erhalten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Population résidante permanente par commune et origine, Vaud, 1950-2012 (XLS, 924 kB). Service cantonal de recherche et d’information statistiques (Statistiques Vaud). Kanton Waadt (Canton de Vaud). Abgerufen am 23. April 2013.