Roland D.II

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
L.F.G. Roland D.II “Haifisch”
Rolandd.jpgRoland D.II „Haifisch“ der Jasta 25, Flugplatz Canatlarzi in Mazedonien 1917
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Hersteller: Luftfahrzeug-Gesellschaft m.b.H. (Roland) in Charlottenburg
Indienststellung: Anfang 1917
Produktionszeit: Herbst 1916
Stückzahl: ca. 300

Die Roland D.II war ein deutsches Jagdflugzeug im Ersten Weltkrieg.

Entwicklung und Produktion[Bearbeiten]

Die D.II war die Weiterentwicklung von den Ingenieuren Tantzen und Hoffmann der Luftfahrzeug-Gesellschaft m.b.H. (Roland) in Stadt Charlottenburg konstruierten Roland D.I. Wegen ihrer aerodynamischen Formgebung erhielten diese Jagdflugzeuge die Bezeichnung Haifisch.

Der Erstflug der Roland D.II fand im Oktober 1916 statt.

Die Flugzeuge wurden mit

  • Mercedes D.III-Motor als Roland D.II
  • und mit Opel Argus As.III-Motor als Roland D.IIa

geliefert.

Da die Produktionsstätte der L.F.G. in Adlershof durch einen Brand zerstört worden war, griff man auf die Pfalz Flugzeugwerke in Speyer zurück, die unter Leitung des Konstrukteurs Roever die Lizenzfertigung übernahmen. Nach Wiederaufnahm der Fertigung in Charlottenburg produzierte Roland zusammen mit seinem Lizenzhersteller etwa 300 Flugzeuge für die deutschen Luftstreitkräfte.

Einsatz[Bearbeiten]

Die stärker bewaffnete und motorisierte Roland D.II war zwar ein Fortschritt gegenüber der nur mit einem MG ausgerüsteten D.I, stand aber im Schatten der erfolgreichen Albatros-Jagdflugzeuge, weshalb sie an weniger umkämpften Gebieten der Westfront, sowie an der Ostfront und in Mazedonien eingesetzt wurde. Da die Maschinengewehre vorn im Rumpf eingebaut waren hatte der Pilot im Gefecht Schwierigkeiten, Ladehemmungen zu beseitigen. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse nach vorn/unten und der schwergängigen Steuerung war das Flugzeug bei den Piloten nicht sehr beliebt.[1]

Neben der königlich-bulgarischen Fliegertruppe setzten folgende Verbände der deutschen Luftstreitkräfte Roland D.II/D.IIa ein:

  • Jasta 15
  • Jasta 25
  • Jasta 27
  • Jasta 31
  • Jasta 32
  • Fl. Abt. 21
  • Fl. Abt. 220
  • FEA 9

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Für die Kaiserlichen Marine baute L.F.G. eine Roland D.II mit Doppelschwimmern zum Wasserflugzeug um, das unter der Bezeichnung L.F.G. Roland WD am 29. Juni 1917 seinen Erstflug absolvierte.

Nachfolgemodell der D.II und letzte Version der "Haifisch"-Serie war die L.F.G. Roland D.III.

Technische Daten[2][Bearbeiten]

Kenngröße Roland D.II Roland D.IIa Roland WD
Spannweite:  8,94 m 8,94 m 10,10 m
Spannweite (untere Tragfläche):  8,50 m 8,50 m  m
Länge:  6,93 m 6,93 m 9,90 m
Höhe:  3,11 m 2,95 m 3,20 m
Flügelfläche    22,8 m² 22,0 m² 29,9 m²
Leergewicht    715 kg 635 kg 635 kg
Startgewicht    925 kg 868 kg 11.48 kg
Motor    wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor Mercedes D III mit 160 PS wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor Argus As.III mit 180 PS wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor Mercedes D.III mit 160 PS
Flügelabstand:   m  m  m
Höchstgeschwindigkeit:  169 km/h 181 km/h[3] 118 km/h
Steigzeit:  auf 3.000  14 min  min  min
Steigzeit:  auf 4.000  23 min  min  min
Steigzeit:  auf 5.000  27 min 20 min  min
Dienstgipfelhöhe:  5.200 m[4] 5.800 m  m
Reichweite:  300 km  km  km
Flugdauer:   h  h  h
Stückzahl    50 (LFG) + 100 (Pfalz) 50 (LFG) + 100 (Pfalz) 1
Bewaffnung    zwei 08/15 LMG zwei MG zwei MG
Besatzung:    1 Pilot 1 Pilot 1 Pilot

Die Roland D.II im Leistungsvergleich (ca. Frühjahr 1917)

Name Motorstärke max. Geschwindigkeit Startgewicht MG Gipfelhöhe
Roland D.II 160 PS 169 km/h 925 kg 2 5.200 m
Roland D.IIa 180 PS 181 km/h 845 kg 2 5.800 m
Roland D.I 160 PS 165 km/h 932 kg 1 5.000 m
Sopwith Pup 100 PS 171 km/h 556 kg 1 5.600 m
Nieuport 17 110 PS 164 km/h 560 kg 1 5.350 m
SPAD S.VII 180 PS 180 km/h 755 kg 1 5.485 m
Albatros D.III 160 PS 165 km/h 888 kg 2 5.500 m

Quellenhinweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter L. Gray, Owen Thetford: German Aircraft of the First World War. Putnam, London 1962, (3rd Edition, reprinted: ebenda 1987, ISBN 0-85177-809-7).
  • Peter M Grosz: LFG Roland D.II. Albatros Productions Ltd., Hertfordshire 1994, ISBN 0-948414-62-6, (Windsock Datafile 47).
  • Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910 – 1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
  • Lamberton/Cheesman/Russell: Fighter Aircraft of the 1914–1918. War Harleyford Publ. Ltd., Letchworth 1964, Seite 150/151, ISBN 0-8306-8350-X
  • Kenneth Munson: Kampfflugzeuge 1914 - 1919. Orell Füssli Verlag, Zürich 1968, Seite 116

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AERO Heft 101, S. 2826
  2. vgl. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910 – 1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8, S. 139
  3. Typenblatt. Auf www.luftfahrtmuseum.com. Aufgerufen 16. Februar 2013.
  4. vgl. Roland D.II Auf www.century-of-flight.net (englisch). Aufgerufen am 16. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Roland D.II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien