Albatros D.III

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albatros D.III
Albatros D.III
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Hersteller: Albatros Flugzeugwerke GmbH
Erstflug: 1916
Indienststellung: 1917
Produktionszeit: 1916–1917
Stückzahl: 1.340

Die Albatros D.III (Werksbezeichnung L25) der Albatros Flugzeugwerke war ein Jagdflugzeug, das im Ersten Weltkrieg von der deutschen, türkisch-osmanischen und österreichisch-ungarischen Fliegertruppe eingesetzt wurde. Die Albatros D.III war eines der meistverwendeten deutschen Jagdflugzeuge; fast alle deutschen Jagdstaffeln, darunter die Jagdstaffel 11 von Manfred von Richthofen, waren 1917 mit Albatrossen verschiedener Typen ausgerüstet.

In Österreich-Ungarn wurde das Flugzeug mit einigen Änderungen als Oeffag D.III nachgebaut.

Entwicklung[Bearbeiten]

Ende 1916 stellte die Inspektion der Fliegertruppe den deutschen Flugzeugherstellern eine erbeutete Nieuport-Einsitzer zur Verfügung; dieser französische Kampfdoppeldecker galt bei den deutschen Piloten hinsichtlich Kurvenflugeigenschaften und Wendigkeit als besonders gefährlicher Gegner. Während einige Hersteller die Konstruktion der Nieuport weitgehend kopierten übernahm das Team des Chefingenieurs der Albatroswerke Dipl-Ing. Robert Thelen nur das Konstruktionsmerkmal einer schmaleren unteren Tragfläche. Ziel war eine wesentlichen Verbesserung der Pilotensicht und der im Luftkampf so wichtigen Flugeigenschaften wie Wendigkeit im Kurvenflug und Steigfähigkeit, ohne auf die bewährte Feuerkraft und Stabilität der Albatros D-Flugzeuge zu verzichten.

Diese Änderung erforderte allerdings den Umbau des gesamten Tragwerks: Die Flügelhinterkanten mit den Querrudern wurden etwas nach außen verlängert und die Flächenvorderkanten nach innen verkürzt. Wie bei der Nieuport 11 wurden die unteren Flächen kürzer als die oberen. Sie wurden nur einholmig konstruiert und die beiden Tragflächen durch V-Streben miteinander verbunden.

Die D.III verfügte mit seinen synchronisierten Zwillings-MGs über die gleiche Feuerkraft wie ihre Vorgänger und war dadurch den gegnerischen Jagdflugzeugen immer noch überlegen.

Das Flugzeug wurde von den Albatros-Werken in Berlin-Johannisthal und den Ostdeutschen Albatros-Werken (OAW) in Schneidemühl hergestellt. Im Laufe der Produktion wurden an dem Flugzeug einige Änderungen durchgeführt, die auch auf die spätere Albatros D.V übernommen wurden. Dazu zählten die Abrundung des Seitenleitwerks und die seitliche Versetzung des Teeves & Braun-Tragflächenkühlers, um den Pilot bei Treffern in den Kühler vor Verbrühungen durch heraus spritzende heiße Kühlerflüssigkeit zu schützen.

Einsatz[Bearbeiten]

Als die ersten 13 D.III im Januar 1917 die Front erreichten, waren sie durch ihre Steigfähigkeit und Manövrierfähigkeit den alliierten Flugzeugen überlegen. Allerdings trat nun eine gefährliche Konstruktionsschwäche zu Tage: Die nur einholmigen schmalen unteren Flügel waren zu schwach ausgelegt, und so kam es bei hoher Belastung im Sturz- und Kurvenflug zu Vibrationen, was vom Flattern bis zum Flügelbruch oder völligem Abmontieren der unteren Tragflächen führen konnte. Auf diese Weise verloren zwei Jagdflieger der Jasta 2 am 24. Januar 1917 ihr Leben, und auch der Führer der Jasta 11, Manfred von Richthofen konnte sich nach Bruch des Unterflügels nur mit Mühe durch eine Notlandung retten. Dieser Mangel wurde nie gründlich behoben und trat sogar noch stärker beim Nachfolgemodell Albatros D.V auf; im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen gelang es den österreichischen Ingenieuren, die die Albatros D.III als Oeffag D.III für die k.u.k. Luftfahrtruppen in Lizenz nachbauten und über drei Serien hinweg ständig weiter verbesserten, dieses Problem zu lösen.

Im März 1917 waren bereits 137 D.III im Einsatz, im Mai 327. Die Albatrosse erkämpften die Luftüberlegenheit und behaupteten sie das ganze Frühjahr hindurch, als fast alle der 37 Jastas mit D.III ausgerüstet waren. Im Blutigen April 1917[1] verloren allein die Briten 151 Flugzeuge bei nur 30 deutschen Verlusten.

Als jedoch immer mehr und immer bessere alliierte Jagdflugzeuge am Himmel erschienen, darunter die SPAD S.VII und die Sopwith Triplane, wurde die D.III ab Juli 1917 durch die stärker motorisierte Albatros D.V ersetzt. Im November waren jedoch immer noch 446 D.III im Westen, in Palästina und auf dem Balkan im Fronteinsatz, während der Gegner mit den noch leistungsfähigeren Jägern S.E.5, Sopwith Camel und der SPAD S.XII bereits die nächste Generation überlegener Kampfeinsitzer in überlegener Anzahl ins Gefecht schickte. Die Albatros D.III blieb dennoch vereinzelt bis Kriegsende im Einsatz.

Neben den deutschen Luftstreitkräften setzte auch die türkische Fliegertruppe die Albatros D.III erfolgreich ein. Am besten bewährten sich allerdings die von Oeffag für die k.u.k. Luftfahrttruppen produzierten Oeffag D.III-Serien 53.2, 153 und 253 mit 185, 200 oder 225 PS Austro-Daimler Motoren.

Nach Kriegsende wurde die D.III – überwiegend Oeffag D.III, aus Beständen der aufgelösten k.u.k. Luftfahrttruppen – auf polnischer Seite im polnisch-sowjetischen Krieg eingesetzt.

Flugzeuge im Fronteinsatz[Bearbeiten]

Ab Januar 1917 bis ca. Sommer 1917 ersetzten die Albatros D.III sukzessive fast alle anderen Jagdflugzeugtypen; bis Anfang 1918 wurden insgesamt 1.340 Maschinen gebaut.

Die deutschen Jagdstaffeln meldeten folgende Bestände:

Monat Einsatzzahl[2]
Januar 1917 13
März 1917 137
Mai 1917 327
Juli 1917 303
September 1917 385
November 1917 446
Januar 1918 423
März1918 357
Mai1918 174
Juli 1918 82
September 1918 52

Die Albatros D.III im Leistungsvergleich[Bearbeiten]

Name Motorstärke max. Geschwindigkeit Startgewicht MG Gipfelhöhe
Airco D.H.2 100 PS 150 km/h 654 kg 1 4.265 m
Royal Aircraft Factory F.E.8 110 PS 151 km/h 668 kg 1 4.420 m
Albatros D.III 160 PS 165 km/h 888 kg 2 5.500 m
Sopwith Pup 100 PS 171 km/h 556 kg 1 5.600 m
Nieuport 17 110 PS 164 km/h 560 kg 1 5.350 m
Sopwith Triplane 130 PS 186 km/h 643 kg 1 6.080 m
SPAD S.VII 180 PS 180 km/h 755 kg 1 5.485 m

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Mit der Albatros D.III und dem Zeppelin LZ 80/L 35 wurden 1918 Versuche unternommen, das Flugzeug als Tochterflugzeug eines Luftschiffs einzusetzen.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Spannweite:  9,05 m
Länge:  7,33 m
Höhe:  2,98 m
Flügelfläche:  20,50 m²
Leergewicht:  661 kg
max. Startgewicht:  886 kg
Triebwerk:  ein wassergekühlter 6-Zylinder-Reihenmotor, Mercedes D IIIa (127/130 kW / 170/175 PS)[3]
Kraftstoffzuladung:  119 l
Ölvorrat:  20,5 l
Bewaffnung:  zwei starre 7,92-mm-LMG 08/15
Höchstgeschwindigkeit:  165 km/h auf NN
Dienstgipfelhöhe:  5.500 m
Steigzeit auf 1.000m:  3 Min 18 Sek
Steigzeit auf 2.000m:  12 Min 1 Sek
Steigzeit auf 5.000m:  28 Min 48 Sek
max. Reichweite:  330 km
Flugdauer:  2:00h
Stückzahl:  1.352
Besatzung 1 Mann

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Die Flugzeuge. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Falken-Verlag, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9, (Falken-Handbuch in Farbe).
  • John F. Connors: Albatros Fighters in Action. Squadron/Signal Publications, Carrollton TX 1981, ISBN 0-89747-115-6, (Aircraft 46).
  • Norman Franks: Albatros Aces of World War 1. Part 1. Osprey Publishing, Botley Oxford 2000, ISBN 1-85532-960-3, (Osprey aircraft of the aces 32).
  • Peter L. Gray, Ian R. Stair: Albatros Fighters of World War 1. Vintage Aviation Publications, Oxford 1979, ISBN 0-905469-80-1, (Air history world war 1 series (Wingspan Publications) 2).
  • Peter L. Gray, Owen Thetford: German Aircraft of the First World War. Putnam, London 1962, (3rd Edition, reprinted: ebenda 1987, ISBN 0-85177-809-7), S. 49–52.
  • Karlheinz Kens, Hanns Müller: Die Flugzeuge des Ersten Weltkriegs 1914 – 1918. Heyne, München 1973, ISBN 3-453-00404-3.
  • Peter Kilduff: Germany's First Air Force. 1914 – 1918. Arms and Armour Press, London 1991, ISBN 1-85409-053-4.
  • Tomasz J. Kowalski: Albatros D.I-D.V. Kagero, Lublin 2006, ISBN 83-60445-00-1.
  • Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910 – 1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
  • W. M. Lamberton: Fighter Aircraft of the 1914 – 1918 War. Edited by E. F. Cheesman. Drawings by J. D. Carrick and F. Yeoman. Produced by D.A. Russell. Harleyford Publ. Ltd., Letchworth 1960, S. 112–113.
  • James F. Miller: Albatros D.III - Johannisthal, OAW, and Oeffag variants (Air Vanguard 13). Osprey Publishing, Oxford 2014, ISBN 978-1-78200-371-7
  • Kenneth Munson: Kampfflugzeuge. Jagd- und Schulflugzeuge 1914 – 1919. 2. neu bearbeitete Auflage. Orell Füssli Verlag, Zürich 1976, ISBN 3-280-00824-7, (Flugzeuge der Welt in Farben), S. 24, 121–122.
  • Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914 – 1918. Lehmanns, München 1959.
  • Karl R. Pawlas: Deutsche Flugzeuge. 1914 – 1918. Pawlas, Nürnberg 1976, ISBN 3-88088-209-6, (Luftfahrt-Dokumente 20), S. 63–65.
  • Raymond Laurence Rimell: Albatros D.III. Albatros Production Ltd., Berkhamsted 1986, ISBN 0-948414-05-7, (Wind-sock Datafiles 1).
  • Greg Van Wyngarden: Albatros Aces of World War I. Part 2. Osprey Publishing, Botley Oxford 2007, ISBN 978-1-84603-179-3, (Osprey aircraft of the aces 77).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der blutige April Teil 1. In: luftfahrtgeschichte.com. Archiviert vom Original am 18. Dezember 2007, abgerufen am 13. September 2010.
  2. Peter L. Gray, a.a.O., S.12
  3. zunächst mit schwächerem 160 PS Mercedes D.III-Motor

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albatros D.III – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]