Rudolf Goldschmidt

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Rudolf Goldschmidt (* 19. März 1876 in Neubukow; † 30. Oktober 1950[1] in London) war ein deutscher Elektroingenieur, Erfinder und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Goldschmidt schloss 1898 sein Studium ab. Im folgenden Jahrzehnt arbeitete er in England u. a. bei Westinghouse. Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt. Während dieser Periode entwickelte er den Goldschmidtschen Hochfrequenz-Telegraphen für den Überseesender Eilvese,[2] der zur direkten Drahtlos-Kommunikation zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika genutzt wurde, wobei die Verbindung 1914 mit einem zeremoniellen Austausch von Telegrammen zwischen Kaiser Wilhelm II. und Woodrow Wilson eingeweiht wurde.

Er gehörte der Kolonial-Technischen Kommission des Deutschen Reichs an, einer Unterabteilung des für die Erschließung und Ausbeutung der Kolonien zuständigen Kolonialwirtschaftlichen Komitees. Dort hielt er Anfang 1911 einen Vortrag zu den Problemen drahtloser Telegrafie zwischen dem Reich und Afrika. Die Probleme schienen ihm damals unüberwindbar. Zwar hätten Experimente Entfernungen von 6000 km (wie zwischen Deutschland und Kamerun) überbrücken können, jedoch seien diese Verbindungen völlig instabil. Er trat aber auch pseudowissenschaftlichen Einwänden entgegen:

„In neuerer Zeit sind nun, wie gerade aus der letzten Nummer der Elektrotechnischen Zeitschrift hervorgeht, Vermutungen dahin ausgesprochen, daß überhaupt nicht nach Afrika telegraphiert werden kann, weil über dem Mittelländischen Meere eine Art Scheidewand lagere, die Afrika von Europa elektrisch trenne, daß als die elektrischen Wellen, wenn sie an das Mittelländische Meer kämen, elektrisch aufgesaugt würden. Man hat aber tatsächlich schon über diesen Gürtel hinüber telegraphiert, und ich glaube nicht, daß dort große Schwierigkeiten entstehen werden, wenn nur eben die Kräfte, die man verwendet, groß genug sind.“[3]

In den 1920er Jahren arbeitete Goldschmidt in einem Industrielabor in Berlin, wo er unter anderem Albert Einstein traf, mit dem er 1928 eine Hörhilfe entwickelte, die 1934 auf beider Namen patentiert wurde. Im gleichen Jahr emigrierte Goldschmidt nach England, von wo aus er seine Korrespondenz mit Einstein bis zu seinem Tode aufrechterhielt.

Rudolf Goldschmidt lehrte auch als Professor an der Technischen Hochschule Berlin.

Mit dem von ihm entwickelten Tonrad (ein Schwebungsempfänger) gelang erstmals die Wiedergabe von modulierten ungedämpften Schwingungen, die in der Praxis aber mit zu großen Störungen noch keine Anwendung fand.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf in Nature: a weekly journal of science, Band 166 (1950), S. 977
  2. http://www.zeno.org/Lueger-1904/A/Telegraph+%5B3%5D
  3. Transkript des Vortrags von Rudolf Goldschmidt in: Verhandlungen der Kolonial-Technischen Kommission des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees e. V., Berlin, Unter den Linden 43", 1/1911, erschienen am 25. April 1911