Rudolf Herzog

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Schriftsteller Rudolf Herzog. Zum Altphilologen siehe Rudolf Herzog (Altphilologe); zum Kaufhausbesitzer, siehe Rudolph Hertzog.
Rudolf Herzog auf einer Fotografie von Jacob Hilsdorf.

Rudolf Herzog (* 6. Dezember 1869 in Barmen (jetzt: Wuppertal); † 3. Februar 1943 in Rheinbreitbach) war ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Dichter und Erzähler. Herzog war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Bestseller-Autor, die meisten seiner Bücher erreichten Auflagen von mehreren Hunderttausend. Diese erschienen zunächst meist bei Cotta, später im Vier-Falken-Verlag seines Sohnes.

Leben[Bearbeiten]

Rudolf Herzog wurde als Sohn eines Buchdruckereibesitzers geboren. Seine Mutter, eine gutmütige und hilfsbereite Hausfrau, verstarb, von Schwächeanfällen geplagt, 1874. Durch die beruflichen und privaten Kontakte seines Vaters mit Dichtern und Autoren kam Herzog schon früh in seiner Kindheit mit hochrangigen Literaten in Berührung und auch die Mutter hatte bis zu ihrem Tod mit Geschichten und Sagen ihr Übriges getan, um Herzogs Interesse für Literatur zu wecken.

Nachdem er die Vorschule besucht und das Realgymnasium abgeschlossen hatte, musste er nach dem Willen des Vaters 1883 eine anständige Ausbildung als Apothekergehilfe machen, die er in der Apotheke von Friedrich Tapken in Düsseldorf absolvierte. In dieser Zeit überkam ihn der Drang, selbst Gedichte und Romane zu verfassen und er gründete mit Freunden den Kulturclub der Balduren, in dem er den späteren Maler Ludwig Neuhoff kennenlernte, der bis zu dessen Tod im Jahre 1905 sein bester Freund blieb. In Düsseldorf lernte er auch seine Jugendliebe Bertha kennen, die die Tochter eines ehemaligen Bergmannsdirektors war.

1886 veröffentlichte er mit 17 Jahren zusammen mit seinem Bruder Albert und vier weiteren Autoren das Gedichtbändchen Jungwuppertal, das eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt und ein erster Schritt seiner literarischen Karriere war.

Nach dem Ende seiner Ausbildung im Jahre 1887, begann er eine kaufmännische Ausbildung bei I.G Farbenindustrie. Dort hatte Herzog vor allem als Korrespondent einige Erfolge. Doch selbst meinte er dazu, dass ihn diese Arbeit nie ganz ausgefüllt habe und er daher auch gegen den Willen des Vaters wenig später gekündigt habe. Nach der Kündigung folgte er der Einladung seines Bruders Albert, nach Berlin zu kommen, der dort als Korrespondent des "Frankfurter Journals" und der "Moskauer Zeitung" tätig war. Rudolf Herzog erhoffte sich, dort eine literarische Karriere aufbauen zu können, und half seinem Bruder bei der Arbeit, so gut es nur ging. Dabei lernte er verschiedene Persönlichkeiten kennen, die ihm später zu Erfolg verhelfen sollten. Als seinem Bruder wegen verschiedener Gründe beim "Frankfurter Journal" und der "Moskauer Zeitung" gekündigt wurde und somit das Geld knapp wurde, versuchte sich Herzog an seinem ersten Roman, den jedoch zunächst keine Zeitung veröffentlichen wollte.

Vom Hunger und der finanziellen Not getrieben, verließ er Berlin 1891 und erholte sich bei seiner Schwester und ihrem Ehemann in Kleinalmerode. Erst hier traf er aufgrund eines Manövers wieder auf seinen alten Freund Ludwig Neuhoff, der ihm neue Hoffnung machte und ihn nach Frankfurt holte, wo er das fertige Buchmanuskript mit einer kleinen Änderung an die Frankfurter Tageszeitung verkaufen konnte. Immer noch von Geldsorgen geplagt, nahm er wieder einen Platz als Korrespondent bei der I.G Farben an und gründete mit einem ehemaligen Bekannten, Walter Bloem, die Zeitung "Literarische Unterhaltungsblätter für Westdeutschland". In dieser Zeit begann er auch mit seinem Drama "Protektion" und lernte durch das Wuppertaler Theater die später berühmte Schauspielerin Luise Willig kennen, mit der eine kurze Liebelei einging. 1893 kündigte er wohl abermals bei der I.G. Farben und besuchte an der Berliner Universität einige Philosophievorlesungen von Arthur Drews und Dr. Paulsen. Bis 1894 tingelte er dann quer durch Deutschland, um verschiedene Romane, Dramen und Novellen zu schreiben und zu verkaufen, die auch teilweise große Erfolge erzielten.

Im Frühjahr 1894 lernte er dann mit 25 Jahren seine zukünftige Frau, die Gesangsschülerin Minna Seiler kennen, die später eine beachtliche Karriere als Opernsängerin machte. Er heiratete sie 1895 in Friedberg. Nach der Hochzeit unternahmen er und seine Frau eine Italienreise und besuchten unter anderem Venedig, Bologna, Pisa und Tirol. 1897 wurde Herzog dann durch einen Zufall Chefredakteur bei den "Hamburger Neuesten Nachrichten", die er mit seinen frischen Ideen und einem neuen Format in eine gute Zukunft wies.

Zuvor war er schon 1894 Feuilletonredakteur bei der Monatsschrift Schwarz-Rot in Darmstadt gewesen. 1899 bis 1903 war er Feuilletonchef der Berliner Neuesten Nachrichten. In dieser Zeit setzte sich Herzog als Romanautor durch, dessen erste Erfolge vor allem auf seinen historischen Unterhaltungsromanen beruhten, wie zum Beispiel Die vom Niederrhein (1903) und Die Wiskottens (1905).

Obere Burg in Rheinbreitbach

1908 kaufte er die Obere Burg in Rheinbreitbach und machte sie zu seinem Wohnsitz. Herzog sah sich als Sprecher eines nationalgesinnten Bürgertums. 1932 gehörte er zu den Unterzeichnern eines Wahlaufrufs für Adolf Hitler im Völkischen Beobachter.[1] 1933 unterzeichnete er das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler[1] und 1934 schrieb er eine Geschichte des deutschen Volkes und seiner Führer. Seine Dramen wurden häufig aufgeführt. Herzogs literarisches Engagement für die nationalsozialistische Bewegung kulminiert im Roman Elisabeth Welsers Weggenossen (1938).

Dichter und Musiker zogen Herzog in ihren Bann, darunter die Beethoven-Interpretin Elly Ney. Er pflegte auch die persönliche Freundschaft zu dem im Exil lebenden Ex-Kaiser Wilhelm II..

Anlässlich seines 70. Geburtstags wurde Herzog von NSDAP-Kreisleiter Neuwied, Detlef Dern, im Namen Adolf Hitlers die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.[2]

Mehrere seine Werke wurden nach Kriegsende in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. in der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[3][4][5][6]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1903 Die vom Niederrhein
  • 1904 Das Lebenslied
  • 1905 Die Wiskottens
  • 1908 Das Goldene Zeitalter
  • 1911 Die Burgkinder
  • 1911 Die Welt in Gold
  • 1914 Das grosse Heimweh
  • 1914 Der Graf von Gleichen
  • 1917 Die Stoltenkamps und ihre Frauen
  • 1920 Die Buben der Frau Opterberg. Roman
  • 1922 Kameraden
  • 1929 Wilde Jugend- Ein Lebensroman. Stuttgart und Berlin: Cotta Verlag
  • 1932 Horridoh Lützow!
  • 1934 Geschichte des deutschen Volkes und seiner Führer
  • 1938 Elisabeth Welsers Weggenossen
  • Der Abenteurer
  • Hanseaten

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 239.
  2. Zeitungsbericht zur Verleihung, barmen2008.de, 10. Mai 2011
  3. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-h.html
  4. http://www.polunbi.de/bibliothek/1947-nslit-h.html
  5. http://www.polunbi.de/bibliothek/1948-nslit-h.html
  6. http://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-h.html