Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“

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Ein Umluftsichter des SKET
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Selbstfahrende Großbrech- und Förderanlage, SKET Magdeburg, DDR-Briefmarke von 1971

Das Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann (SKET) war ein Kombinat der DDR, dem zahlreiche volkseigene (VEB) Maschinenbau-Betriebe mit mehreren Zehntausend Beschäftigten angehörten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kombinat ging am 1. Januar 1969 aus dem am 31. Dezember 1953 gegründeten ehemaligen SAG-Betrieb VEB Schwermaschinenbau „Ernst Thälmann“ hervor. Die Wurzeln des Maschinenbaus reichen in Magdeburg bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.

Bei der Gründung des Kombinats lag nahezu die gesamte Führung in den Händen ehemaliger Nationalsozialisten. Eine SED-interne Analyse vermeldet 1953: „Hier erstreckt sich die ehemalige NSDAP-Zugehörigkeit auf alle einflußreichen Stellen des Betriebes, angefangen vom Werksdirektor, seinen Stellvertretern, den Direktoren, Assistenten, über den Dispatcher, Lohnbuchhalter und Oberbuchhalter bis zum Angestellten.“[1]

Produkte[Bearbeiten]

Der Schwerpunkt der Produktpalette lag auf Ausrüstungen für die metallverarbeitende und Hütten-Industrie, wie komplette Walzstraßen, Großanlagen usw. Es wurden aber auch Krane und Bearbeitungsmaschinen für den allgemeinen Maschinenbau hergestellt. Der Sitz der Kombinatsleitung befand sich im gleichnamigen Stammbetrieb, dem ehemaligen Friedrich Krupp AG Grusonwerk in Magdeburg-Buckau. Unter einem Einheitslogo aus dem stilisierten Schriftzug wurden die Produkte in aller Welt verkauft.

Entwicklung des Betriebes nach Ende der DDR[Bearbeiten]

Nach dem Ende der DDR und einem anschließenden Verkauf an die Investoren Carsten Oestmann und Helmut Borchert wurde das bislang fast ausschließlich im Osten aktive Unternehmen internationalisiert und war schließlich wieder weltweit vertreten. Nach heftigen Meinungsverschiedenheiten der Unternehmer mit der Treuhandanstalt über eine weitere aggressive Expansionsstrategie als Großanlagenbauer in China und den USA wurde der Kaufvertrag schließlich rückabgewickelt. Am 3. Januar 1997 wurden folgende Teilgesellschaften gegründet: SKET Maschinen- und Anlagenbau GmbH, SKET Maschinenbau-EDV GmbH (heute: SKET EDV GmbH), SKET Ölmaschinen GmbH (heute: CPM SKET GmbH), SKET Verseilmaschinenbau GmbH und SKET Walzwerktechnik GmbH.

1998 erfolgte die erneute Privatisierung der SKET Maschinen- und Anlagenbau GmbH durch die Investoren Aloys Wobben (Enercon, Aurich) und Heinz Buse (Logaer Maschinenbau, Leer). 2003 übertrugen Heinz Buse und Aloys Wobben ihre Anteile an der SKET Maschinen- und Anlagenbau GmbH an die Enercon GmbH.

Zum 1. Oktober 2010 wurde die SKET Maschinen- und Anlagenbau GmbH in SKET GmbH umbenannt. Das Unternehmen ist als Industriedienstleister in den Bereichen mechanische Bearbeitung von Großteilen, darunter auch als Lieferant für Enercon, und Montage tätig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeitgeschichte: Für ehrliche Zusammenarbeit. In: Der Spiegel. 19/1994, 9. Mai 1994, S. 84–91.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.10405555555611.626Koordinaten: 52° 6′ 15″ N, 11° 37′ 34″ O