SS-Junker

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SS-Junkerschule Bad Tölz, hier SS-Junker beim Unterricht

SS-Junker oder Staffeljunker war im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 die Bezeichnung für den niedrigsten Rang Führeranwärter, vergleichbar dem SS-Unterscharführer, die in der Dienstgradgruppe der Unterführer der Waffen-SS bzw. SS-Verfügungstruppe einrangiert waren.[1]

Ursprung[Bearbeiten]

Mit Formierung der SS-Verfügungstruppe, deren zunehmende Militarisierung und der Entstehung der Waffen-SS entstand der Bedarf, loyales Führungspersonal in Form von SS-Führern heranzubilden, zu ergänzen und auszubauen. Da hier vor allem die Vermittlung militärischer Kenntnisse für die Formierung, den Aufwuchs und die personelle Ergänzung von SS-Eliteverbänden im Fokus standen, wurden vergleichbare Verfahren bis hin zur Rangordnung und den Rangbezeichnungen der Offiziersanwärter aus der Reichswehr übernommen. Zudem hatten leitende Führer der Waffen-SS Vordienstzeiten in der Reichswehr und verfügten über Erfahrungen bezüglich der Ausbildung des Führernachwuchses.

Bereits in früheren Armeen und Streitkräften, die sich deutscher Militärbegriffe bedienten (u.a. die k.u.k. Armee und die russische Armee), bezeichnete Fahnenjunker die Offiziersanwärter der Infanterie und der Dragoner. Bei der Kavallerie hießen sie Standartenjunker.[2] Die Begrifflichkeit wurde von der SS übernommen und widerspiegelt sich in der Systematik der Rangbezeichnungen der SS-Führeranwärter.

Ausbildung und Rangfolge[Bearbeiten]

Für potentielle Führeranwärter betrug die Verpflichtungszeit 25 Jahre. Zudem mussten sie mindestens zwei Jahre lang bei den Mannschaften gedient haben, außer sie konnten eine frühere Laufbahn in der Reichswehr bzw. Wehrmacht nachweisen, wie dies bei Paul Hausser beispielsweise der Fall war.[3]

Die SS-Junker durchliefen vor einer möglichen Beförderung zu/ oder Einweisung in den niedrigsten Rang eines SS-Junkers einen vorgegebenen Auswahlprozess. In dieser Zeit erfolgten entsprechende Unterrichtungen, Lehrgänge und Prüfungen, einschließlich des sogenannten Ariernachweises und ein Pflichtlehrgang an einer Führerschule bzw. SS-Junkerschule in Braunschweig oder Bad Tölz. Trotz der langen Verpflichtungsdauer und der harten körperlichen, moralischen und rassischen Anforderungen gab es genügend Freiwillige.

Nach erfolgreichem Abschluss erfolgte die Ernennung zum SS-Untersturmführer, dem niedrigsten Führerrang der SS. Gegen Kriegsende wurde zunehmend von den vorgegebenen Regularien abgewichen. So wurden die Ausbildungszeiten verkürzt und sogar der Pflichtbesuch der Junkerschule ausgesetzt.

Bei den Abbildern werden die Rangabzeichen oder Dienstgradabzeichen gezeigt, die als Schulterstücke und Kragenspiegel, aber auch als Ärmelabzeichen ab 1942 für Tarn- oder Spezialanzüge,[4] getragen wurden. Ähnlich wie in der Wehrmacht gab es vier SS-Junkerdienstgrade. Seit 1933 gab es bezüglich der Schulterstücke unterschiedliche Festlegungen.

Rangabzeichen der Führeranwärter der Waffen-SS[Bearbeiten]

Die nachstehende Übersicht zeigt die Rangabzeichen der Führeranwärter der Waffen-SS. Auf den Schulterstücken wurden seit 1942 einheitlich jeweils zwei neun Millimeter breite parallel angeordnete silberfarbene Litzen (sog. Hoffnungsbalken) - wie bei Oberjunker und Standartenjunker ersichtlich - getragen.

Kragenspiegel Schulterstück Sonder-
bekleidung
Rangbezeichnung Rangbezeichnung
(Äquivalent)
Schulterstück
SS-Hauptscharführer.svg
Keinbild.gif
ObFW cam slv.gif
SS-Standartenoberjunker (OR-7) SS-Hauptscharführer
WSS OR7 HScharf-SSTV.jpg
SS-Oberscharführer.svg
SS-Standartenjunker Epaulette.jpg
FW cam slv.gif
SS-Standartenjunker (OR-6) SS-Oberscharführer
WSS OR6 OScharf1-Fm.jpg
SS-Scharführer.svg
Keinbild.gif
UFW cam slv.gif
SS-Oberjunker (OR-5) SS-Scharführer
WSS OR5 Scharführer-Panzer.jpg
SS-Unterscharführer.svg
Keinbild.gif
UO Cam Slv.gif
SS-Junker (OR-5) SS-Unterscharführer
WSS OR4 Unterscharführer-MP.jpg
Anmerkung

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Gordon Williamson: Die SS – Hitlers Instrument der Macht. 1994, S. 34 Anhang.
  2. Johann Georg Krünitz: "Oeconomische Encyclopädie", 1773–1858, S. 338
  3. Gordon Williamson: Die SS – Hitlers Instrument der Macht. 1994, S. 36 Anhang.
  4. Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte. 1. Auflage. Militärverlag der DDR, Berlin 1985, S. 145 Dienstgradabzeichen 29/30.
  5. The abbreviation "OR" stand for "other ranks / sous-officiers et militaires du rang" see: NATO glossary abbreviations used in NATO documents and publications / Glossaire OTAN des abréviations utilisées dans les documents et publications OTAN 2010.