Salo W. Baron

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Salo (Shalom) Wittmayer Baron, auch Salo Baron, (* 26. Mai 1895, in Tarnów, Galizien; † 25. November 1989 in New York) war ein jüdischer Historiker. Von 1930 bis zu seiner Pensionierung 1963 lehrte er an der Columbia University.

Salo Wittmayer Baron (1938)

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Baron stammte aus einer wohlhabenden Familie in Tarnów, sein Vater war Besitzer einer Bank und Vorsteher der dortigen jüdischen Gemeinde. Salo erhielt sowohl eine humanistische als auch eine jüdische Ausbildung. Bis zum Alter von 17 Jahren wurde er acht Jahre lang von Privatlehrern unterrichtet. 1913 schloss er das Gymnasium in Krakau ab und studierte ein Jahr an der Jagiellonen-Universität. 1914 zog er nach Wien, wo er an der dortigen Universität studierte und in Philosophie (1917), Politikwissenschaft (1922) und Recht (1923) promovierte. 1920 wurde er vom Jüdischen Theologischen Seminar in Wien als Rabbiner ordiniert. Von 1919 bis 1926 unterrichtete er Geschichte am Jüdischen Pädagogium Wien. Auf Einladung von Stephen Wise zog er nach New York, wo er von 1927 bis 1930 am Jewish Institute of Religion als Lehrer und anschließend bis 1963 als Professor an der Columbia University tätig war. Er gilt als Begründer der Jüdischen Studien in den USA (Jewish Studies).

Baron übernahm zahlreiche leitende Funktionen im öffentlichen und akademischen Bereich. Er war unter anderem von 1953 bis 1955 Präsident der American Jewish Historical Society. Er war Gründer und Präsident der Jewish Cultural Reconstruction Corporation in Wiesbaden, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Suche und der Rückforderung von Bibliotheken und weiteren Kulturschätzen befasste, welche von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden waren. In dieser Rolle arbeitete er eng mit Hannah Arendt zusammen.

Werke[Bearbeiten]

  • Judenfrage auf dem Wiener Kongress, 1920
  • The Jewish Community (3 Bände, 1942)
  • Modern Nationalism and Religion, 1947
  • Jews of the United States, 1790–1840: A Documentary History (herausgegeben mit Joseph L. Blau, 3 Bände, 1963)
  • Russian Jews Under Tsars and Soviets, 1964
  • A Social and Religious History of the Jews (1937; 27 Bände, 2. Ausgabe 1952–1983)
  • History and Jewish Historians, 1964
  • Nahum Goldmann Hg.: Deutsche und Juden. Hauptreferate auf dem Jüdischen Weltkongress 1966. Reihe: Edition Suhrkamp 196. Beitr. von Gershom Scholem, Golo Mann, Salo W. Baron, Eugen Gerstenmaier und Karl Jaspers. Suhrkamp, Frankfurt 1967 ISBN 351810196X

Literatur[Bearbeiten]

  • Encyclopaedia Judaica, Bd. 4, S. 253f.
  • Norman Roth: Salo Wittmayer Baron (1895–1989), in: Helen Damico, Joseph B. Zavadil (Hrsg.): Medieval Scholarship. Biographical Studies on the Formation of a Discipline, Volume 1: History (= Garland Reference Library of the Humanities, Band 1350), Garland Publishing, New York 1995, ISBN 0-8240-6894-7, S. 277–287.

Weblinks[Bearbeiten]