San Moisè

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San Moisè

San Moisè ist eine Kirche im Sestiere San Marco in Venedig.

Sie liegt in der Nähe des Markusplatzes und des ehemaligen Teatro San Moisè.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche wird zum ersten mal im 8. Jahrhundert in venezianischen Quellen erwähnt. Demnach geht sie auf eine Stiftung der Familien der Artigeri und Scopari zurück. Francesco Sansovino datiert ihre Gründung auf das Jahr 947, allerdings ohne eine Quelle anzugeben. Seit dem 13. Jahrhundert ist die Kirche als Pfarrkirche nachgewiesen.

947 erfolgte ein Neu- oder Umbau der Kirche durch den venezianischen Patrizier Moisè Valier, und die dem Heiligen Viktor geweihte Kirche wurde nach Valiers Namenspatron Moses umbenannt. Die Kirche, die mehrmals den in Venedig wütenden Bränden zum Opfer fiel, wurde 1105 ein weiteres mal aufgebaut und nach dem Brand von 1632 durch eine Stiftung des Prokurators Vincenzo Fini von Grund auf neuerrichtet.

1810 wurde die Pfarrei San Moisè durch ein Edikt Napoleons aufgehoben und dem Pfarrbezirk von San Marco eingegliedert.[1].

Architektur und Innenausstattung[Bearbeiten]

Das Kirchengebäude ist ein dunkler Saalraum mit Seitenkapellen und Presbyterium. Die spätbarocke Innenausstattung mit Seitenaltären, Kanzel, Orgelbrüstung und Deckengemälde ist fast vollständig erhalten. Die verschiedenen Altäre und Seitenaltaren sind u.a. mit einer Pietà von Antonio Corradini von 1732, einer Fusswaschung von Tintoretto, einem dem Palma il Giovane zugeschriebenen Abendmahl und Wandgemälden u. a. von Pellegrini ausgestattet.

Im Mittelschiff befindet sich der Gedenkstein des Grabmals von John Law, der in der Kirche San Geminiano, die dem Umbau des Markusplatz durch Napoleon zum Opfer gefallen ist, bestattet war.

Das Chorgestühl stammt noch aus dem Vorgängerbau des 16. Jahrhunderts.

Die Fassade[Bearbeiten]

Die prunkvolle mit Figurenschmuck und ornamentalem Dekor üppig ausgestattete Fassade ist eine barock-theatralische Inszenierung zum Lob des Stifters Vincenzo Fini, der mit einer hoch aufgesockelte Büste über dem Hauptportal präsentiert wird. Zwei weitere Mitglieder der Familie Fini, ebenfalls venezianische Prokuratoren, werden über den Seitenportalen mit Büsten präsentiert

Architekt der Fassade ist Alessandro Tremignon (1635–1711). 1878 entfernte man aus statischen Gründen einige der Skulpturen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reclams Kunstführer Italien. Bd 2: Oberitalien Ost. Stuttgart 1965. S. 917-918.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informazioni dal Sistema Informativo Unificato per le Soprintendenze Archivistiche

Weblinks[Bearbeiten]

45.43305612.336111Koordinaten: 45° 25′ 59″ N, 12° 20′ 10″ O