Sara Louisa Blomfield

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Lady Sara Louisa Blomfield (* 1859 in Irland; † 31. Dezember 1939 in London Borough of Camden, Vereinigtes Königreich) war die erste englische Bahai, die erste Bahai von Irland und die Autorin des Werkes „The Chosen Highway“.

Leben[Bearbeiten]

Sie war die zweite Frau des bekannten Architekten Sir Arthur William Blomfield (1829–1899).[1]

In Paris lernte sie den Bahai-Glauben kennen, den sie 1907 annahm.[2] 1911 war sie die Gastgeberin von Abdu’l Baha in London. Sie folgte ihm nach Paris und zeichnete dort zusammen mit ihren beiden Töchtern Mary Esther und Rose Ellinor sowie einer Freundin seine Ansprachen auf und übersetzten sie auf seine Bitte hin ins Englische. Diese Ansprachen wurden als „Paris Talks“ veröffentlicht und wurden später in zahlreichen Sprachen übersetzt. Im Deutschen werden sie als Ansprachen in Paris verlegt. 1913 war sie erneut die Gastgeberin von Abdu’l Baha in London. Als Anerkennung gab ihr Abdu’l Baha den persischen Namen „Sitárih Khánum“, wobei Sitárih Stern und Khanum Lady bedeutet.

Während des Ersten Weltkrieges half sie in verschiedenen Krankenhäusern.

In Genf gründete sie ein Bahai-Zentrum und verbreitete den Bahai-Glauben bei den Gründern des Völkerbundes. Sie unterstützte den Save the Children Fund von der Gründung (1919) bis zu ihrem Tod. Hauptsächlich durch Lady Blomfield nahm der Völkerbund 1924 die Genfer Erklärung der Kinderrechte dieser Organisation an.[1][3]

Sie half Shoghi Effendi, als er in Oxford studierte, und begleitete ihn zurück nach Haifa, als er die Nachricht vom Tod Abdu’l Bahas am 28. November 1921 erhielt. Zusammen mit Shoghi Effendi schrieb sie die Broschüre „The Passing of Abdu'l Baha“, von der auch eine deutsche Übersetzung veröffentlicht wurde. Außerdem sammelte sie dort Informationen für ihr Buch „The Chosen Highway“.

Ihre Freunde im britischen Parlament rief sie dazu auf die verfolgten Bahai in Persien zu verteidigen.

Zusätzlich zu all diesen Aktivitäten diente sie im Örtlichen Geistigen Rat von London und im Nationalen Geistigen Rat der Britischen Inseln.

Shoghi Effendi lud Lady Blomfield 1930 nach Haifa ein, um die Königin von Rumänien Marie von Edinburgh dort willkommen zu heißen. Der Reiseplan der Königin wurde jedoch durch ihre Ratgeber kurzfristig geändert.

Lady Blomfields Buch „The Chosen Highway“ enthält mündliche Chroniken von der Schwester, der Frau und der Tochter Abdu’l Bahas sowie von Mirza Asadu’llah Kashani, Sakinih-Sultan Khanum und Siyyid Ali Yazdi. Außerdem wird hauptsächlich der Aufenthalt von Abdu’l Baha in London beschrieben. Das Buch beendete sie am Vorabend ihres Todes. Hasan Balyuzi schrieb das Vorwort zu diesem Werk, das 1940 im Publishing Trust veröffentlicht wurde.

Lady Blomfield wurde auf dem Hampstead Municipal Cemetery begraben. 1950 wurde ihre Tochter Mary Esther Hall im gleichen Grab beerdigt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Memorial to a shining star London, United Kingdom, 10. August 2003 (BWNS)
  2. A memorial to Lady Blomfield by Rob Weinberg and originally published in Bahá'í Journal UK (Version vom 2. November 2010 im Internet Archive)
  3. The First Obligation - Lady Blomfield and the Save the Children Fund (Version vom 26. Februar 2008 im Internet Archive)

Werke[Bearbeiten]

  •  Sara Louisa Blomfield: The Chosen Highway. Bahai Publishing Trust, London 1940.
  •  Sara Louisa Blomfield, George Ronald (Hrsg.): The Chosen Highway. Oxford, ISBN 0-85398-509-X (Online).
  •  Sara Louisa Blomfield, Shoghi Effendi (Hrsg.): The Passing of 'Abdu'l-Bahá. 1922?.
  •  Sara Louisa Blomfield, Shoghi Effendi (Hrsg.): Das Hinscheiden 'Abdu'l-Bahás. Verlag des deutschen Bahai-Bundes, Stuttgart vor 1925.
  •  Sara Louisa Blomfield (Hrsg.): ‘Abdu’l-Bahá in London. Bahá’í-Verlag, Hofheim a.Ts. 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Mary Basil Hall, George Ronald (Hrsg.): A Compendium of Volumes of The Bahai World I-XII. Oxford 1981, S. 536-540.
  •  Hasan M. Balyuzi, Bahai-Verlag (Hrsg.): Abdul Baha: der Mittelpunkt des Bündnisses, Bd. 2. Hofheim-Langenhain 1984, S. 733-734.