Satblock-Verteilung

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LNB, zerlegt mit zwei ZF-Ausgängen in Satblock-Technik. (Integrierter Multischalter)

Eine Satblock-Verteilung ist eine häufig eingesetzte Variante der Gebäudeverkabelung, bei der eine Rundfunkempfangsanlage den Gemeinschaftsbetrieb mehrerer Satellitenempfänger an einer oder mehreren Sat-Antennen ermöglicht. Die Hauptaufgabe besteht in der Verteilung der vom LNB (und evtl. vorhandenen terrestrischen Antennen) gelieferten Signale an die einzelnen Teilnehmer. Eine Satblock-Verteilung ist dadurch charakterisiert, dass jedes Sat-Empfangsgerät (z. B. Digitalreceiver) über eine eigene Antennenleitung angeschlossen ist. Die Verkabelung ist also sternförmig aufgebaut. Als Alternative dazu gelten das Einkabelsystem und die verbesserte Variante Unicable.

Das Diagramm zeigt die Verteilung von Transpondern mit deutschsprachigen Programmen auf die vier Satblöcke

Funktionsprinzip[Bearbeiten]

Moderne Fernsehsatelliten empfangen Signale der Bodenstation mit der Uplinkfrequenz und setzen diese mittels sogenannter Transponder an Bord des Satelliten in eine neue Downlinkfrequenz um. Bei Astra liegt diese Downlinkfrequenz zwischen 10,70 und 12,75 GHz. Die Signale werden in den Transpondern verstärkt und anschließend über Richtantennen wieder zu einem bestimmten Bereich auf der Erdoberfläche zurückgesendet. Der geografische Bereich, in dem das Satellitensignal zu empfangen ist, wird Ausleuchtungszone genannt. Aufgrund ihrer hohen Frequenz können diese Signale Hindernisse wie Bäume, Hauswände und -dächer usw. nicht durchdringen. Daher ist an der Empfangsanlage immer eine freie Sicht zum Satelliten notwendig.

Signale mit solch hohen Frequenzen können in einer Gebäudeverkabelung mit gewöhnlichen Koaxialkabeln nicht verteilt werden; die Signaldämpfung wäre zu hoch. Darum werden die empfangenen Frequenzen zunächst durch den LNB auf einen niedrigeren Zwischenfrequenz-Bereich heruntergemischt. Es wird dabei nicht das vollständige Frequenzband von 10,70–12,75 GHz umgesetzt, sondern das Band in zwei etwa gleich große Segmente halbiert und in das gleiche, niedrigere ZF-Band umgesetzt. Das automatische Umschalten der LNB-Internen Mischfrequenzen wird durch den Sat-Empfänger gesteuert. Das Umsetzen der sehr hohen Sendefrequenzen des Sat-Transponders in ein tieferes Band mindert die Verluste durch die Kabeldämpfung, die sehr stark Frequenz- und Kabeltypabhängig sind. Der Einsatz eines typischen Koaxialkabels für den Antennenanlagenbau bei 10Ghz / 12Ghz statt der 1Ghz - 2Ghz würde dazu führen, dass kaum noch etwas am Empfänger ankommen würde, was an der Antenne zuvor empfangen wurde. Das Umsetzen reicht jedoch allein auch nicht aus, um einen ausreichenden Pegel für den Sat-Empfänger zu liefern. Daher folgt der Umsetzerstufe (Mischer) auch gleich ein potenter Verstärker, der ein genügend starkes Signal für die anschließende Kabelverteilung liefert. Das LNB, das pro Ebene im Wesentlichen aus einer kleinen Antenne, einem Eingangsverstärker, einem Mischer, einem Leitungsverstärker und einem umschaltbaren Oszillator pro Kanal (Horizontal / Vertikal) besteht, wird über das Koaxialkabel mit Strom und Steuersignalen versorgt.

Da die vom Satelliten ausgestrahlten Signale sowohl horizontal als auch vertikal polarisiert sind, ergeben sich vier mögliche Schaltzustände:

  • Horizontale Polarisation, oberer Frequenzbereich (High-Band) 11,70–12,75 GHz
  • Horizontale Polarisation, unterer Frequenzbereich (Low-Band) 10,70–11,70 GHz
  • Vertikale Polarisation, oberer Frequenzbereich (High-Band) 11,70–12,75 GHz
  • Vertikale Polarisation, unterer Frequenzbereich (Low-Band) 10,70–11,70 GHz

Die durch den LNB heruntergemischten Empfangsfrequenzen werden dann über ein gewöhnliches Koaxialkabel im Frequenzbereich von 950–2.150 MHz an die Sat-Receiver weitergegeben. Üblicherweise erfolgt diese Heruntermischung mit 9,75 GHz im Lowband und 10,6 GHz im Highband (lokale Oszillatorenfrequenz genannt, kurz LOF). Da der lokale Frequenzbereich 1.200 MHz groß ist, die Standard-Satblöcke aber nur 1.000 (Lowband) bzw. 1.050 MHz (Highband) verwenden, ergibt sich ein Bereich, der vom Empfänger standardmäßig nicht genutzt wird. Man kann aber die Grenze zwischen Low- und Highband (LOF-Switch genannt) von standardmäßig 11,7 GHz bei vielen Receivern und TV-Karten entsprechend auf einen Wert zwischen 11,55 und 11,9 GHz festlegen.

Umschaltung zwischen Polarisation und Frequenzbereich[Bearbeiten]

Der Receiver benötigt je nachdem, welcher Sender empfangen werden soll, eine andere Polarisationsebene und/oder einen anderen Frequenzbereich (siehe dazu das längliche Diagramm rechts). Zur Umschaltung überträgt der Receiver über die Antennenleitung zum LNB (oder, falls vorhanden, zum Multischalter) verschiedene Steuersignale:

Die Umschaltung der Polarisationsebene erfolgt durch Änderung der Höhe der Fernspeisespannung, die zwischen Innenleiter und Außenschirm des Koaxialkabels anliegt. 18 V signalisieren horizontal, 14 V vertikal.

Die Umschaltung des Frequenzbereichs (Low-Band oder High-Band) erfolgt über ein aufmoduliertes 22-kHz-Tonfrequenzsignal. Wird dieses Signal vom Receiver ausgegeben, schaltet der LNB (bzw. Multischalter) auf High-Band. Fehlt es, fällt er auf Low-Band zurück.

  • Horizontale Polarisation, oberer Frequenzbereich (High-Band): 18 V + 22 kHz
  • Horizontale Polarisation, unterer Frequenzbereich (Low-Band): 18 V
  • Vertikale Polarisation, oberer Frequenzbereich (High-Band): 14 V + 22 kHz
  • Vertikale Polarisation, unterer Frequenzbereich (Low-Band): 14 V

Hier wird deutlich, warum es nicht ohne Einschränkungen möglich ist, mehrere Sat-Receiver an einer einzigen Antennenleitung zu betreiben (z. B. mit einem Verteilerstück oder Durchgangsdosen): Gibt beispielsweise einer der Receiver das 22 kHz-Signal aus, liefert der LNB (bzw. Multischalter) das High-Band. Ein anderer Receiver, der in dem Moment gerade das Low-Band benötigt, könnte dann nichts mehr empfangen. Ausnahme sind die Frequenzen zwischen 11,55 und 11,9 GHz derselben Polarisation, die prinzipiell immer empfangen werden können, jedoch eine situationsbedingte Konfiguration erfordern, wenn die Hardware das nicht selbst erkennt. Ähnlich, nur ohne Ausnahmen, verhält es sich mit der Umschaltung zwischen den Polarisationen horizontal und vertikal. Eine Parallelschaltung mehrerer Receiver ist jedoch technisch prinzipiell möglich, sofern man sich auf ein gemeinsames Frequenzband und eine Polarisationsebene beschränkt, da die Tuner selbst ja unabhängig voneinander funktionieren. Die horizontale Polarisationsebene verhält sich dabei durch ihre höhere Schaltspannung gegenüber der Vertikalen „dominant“; ein parallelgeschalteter Zweitreceiver empfängt dann trotz Einstellung „vertikal“ lediglich die Sender mit horizontaler Polarisationsebene. Auch die Hintereinanderschaltung ist möglich, wenn jedes Gerät (außer ggf. das letzte) einen Loop-Through-Ausgang (auch RF Out) hat. Welche Einstellung hierbei dominiert, hängt von der Hardware ab und kann nicht allgemein gesagt werden.

Praktisch zu beachten und nicht zu verwechseln sind:

  • Ein Quad-LNB enthält vier Anschlüsse. Jeder Anschluss ist steuerbar, einen der vier möglichen Empfangsbereiche auszugeben. Die Steuerung erfolgt üblicherweise über einen Satellitenempfänger oder Multiswitch. Auch ein Single- und ein Dual-LNB kann bei entsprechender Ansteuerung durch den Satellitenempfänger alle vier Empfangsbereiche an jedem Ausgang ausgeben. Ein Quattro-Switch-LNB, wie er häufig im Handel zu finden ist, entspricht dem Quad-LNB, da er über einen integrierten Multischalter verfügt und so vier Anschlüsse aufweist, von denen jeder zur Wiedergabe eines der vier Empfangsbereiche steuerbar ist.
  • Ein Quattro-LNB enthält vier Anschlüsse. Über jeden Anschluss wird ein vorbestimmter Empfangsbereich ausgegeben, eine Steuerbarkeit der Zuordnung eines Empfangsbereichs zu einem Anschluss im laufenden Betrieb ist nicht möglich. Werden diese vier Anschlüsse mit den Eingängen eines externen Multischalters verbunden, so können alle an die Ausgänge angeschlossenen Satellitenempfänger (z. B. 16, wenn 16 Ausgänge am Multischalter vorhanden sind) durch entsprechende Ansteuerung des Multischalters alle vier Empfangsbereiche empfangen.

Der Anschluss mehrerer Receiver an ein Koaxialkabel mit uneingeschränktem Programmangebot wird heute jedoch durch ein Unicable-System ermöglicht.

DiSEqC[Bearbeiten]

DiSEqC ermöglicht es, mehrere Satelliten über eine oder mehrere Satellitenantennen mit einem Empfänger zu empfangen. Folgende Anwendungsfälle sind möglich:

  • Ansteuerung einer motorisch drehbaren Satellitenantenne zur Ausrichtung auf verschiedene Satelliten (nur für einen Empfänger geeignet).
  • Ansteuerung eines Umschalters (Multischalter), der mit verschiedenen, fest montierten LNBs verbunden ist, die jeweils verschiedene Satelliten empfangen (z. B. Astra-Eutelsat-Empfangsanlage; für mehrere Empfänger geeignet).
  • Bei neueren Empfangsanlagen kann außerdem die Umschaltung zwischen Low- und High-Band sowie horizontaler und vertikaler Polarisation im LNB über DiSEqC-Signale erfolgen, alternativ zu Schaltspannung und 22kHz-Signal.
  • Verwendung spezieller LNBs, die die Sat-Block-Zwischenfrequenz (ZF) durchschleifen, wenn sie selbst nicht eingeschaltet sind. Eine komplette Multischalter-Logik ist dazu in jedem LNB integriert. Mehrere solche LNBs werden kaskadiert hintereinander geschaltet; die Auswahl eines gewünschten Frequenzbereichs und LNBs erfolgt dann mittels DiSEqC-Signal (nur für einen Empfänger geeignet).

Struktur der Verkabelung[Bearbeiten]

Schematischer Aufbau einer Empfangsanlage für digitalen Sat-, DVB-T- und UKW-Empfang

Der im Brennpunkt eines Parabolreflektors befindliche LNB gibt in der Satblock-Verteilung je nach vom Receiver ausgesandten Steuersignal einen bestimmten Empfangsbereich (Zwischenfrequenz-Bereich 950–2200 Mhz) der vier je Satellit ausgesandten Sendebereiche aus. Wegen der Steuersignale und da immer ein gesamter Frequenzblock vom LNB zum Empfänger ausgegeben wird, ist so je Receiver eine exklusive Koaxialleitung notwendig (Verkabelung in Sterntopologie).

Sollen mehr Empfänger an einer Empfangsanlage betrieben werden, als ein LNB Ausgänge anbietet, wird das durch Nachschalten eines Multischalters bewerkstelligt. Vom LNB zum Multischalter sind dann je Satellit typisch vier exklusive Antennenleitungen notwendig. Nach dem Multischalter ist eine Verkabelung wieder typisch in Sterntopologie auszuführen.

Nicht genutzte Ausgänge am Multischalter oder LNB werden mit einem 75-Ω-Abschlusswiderstand abgeschlossen. Die Verwendung von Antennendosen ist nicht zwingend erforderlich, solange keine Einspeisung von terrestrischen oder Kabelfernseh-Signalen stattfindet. Bei langen Koaxialleitungen kann ein ZF-Streckenverstärker eingesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass dieser eine Fernspeisespannung ohne Spannungsabfall sowie überlagerte Steuersignale durchreichen muss.

Es ist unter Umständen bei sehr großen Anlagen auch empfehlenswert, kleine kaskadierbare Multischalter für jede Etage im Treppenhaus oder über Verteiler von der SAT-Stammleitung direkt in der Wohnung zu montieren, um dort das SAT-Signal von den LNB's flexibel in der gewünschten Anzahl pro Wohneinheit, exklusiv für jeden angeschlossenem SAT-Receivereingang, auf kurzem Wege bereitstellen zu können. So können auch zahlreiche unterschiedliche Satellitenpositionen einzelnen Teilnehmern auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden, ohne dass die zusätzlichen Kosten für die aufwendigeren DiSEqC-fähigen Multischalter von allen Teilnehmern gemeinsam tragen werden müssen.

Multischalter[Bearbeiten]

Ein Multischalter ist ein Bauteil einer Empfangsanlage in Satblock-Verteiltechnik, der den Gemeinschaftsbetrieb mehrerer Sat-Receiver an einer Sat-Antenne ermöglicht. Die Hauptaufgabe besteht in der Verteilung der vom LNB gelieferten Signale an die einzelnen Sat-Receiver. Außerdem dient er (je nach Bauart) zur Einspeisung von terrestrischen oder Kabelfernsehsignalen in die Antennenleitungen zu den Teilnehmern.

Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Empfangstechnik[Bearbeiten]

Analogtauglicher Multischalter (2 Sat-Eingänge)
Digitaltauglicher Multischalter (4 Sat-Eingänge)

Die Bezeichnung „digitaler“ bzw. „analoger“ Multischalter bzw. LNB ist technisch gesehen inkorrekt. Richtig müsste es heißen: „Analogband - “ bzw. "Analog- und Digitalband -" tauglicher Multischalter bzw. LNB heißen.

Beim Empfang der zunächst noch analogen Sender im Low-Band war die Umschaltung der Frequenzbereiche (High- oder Low-Band) zunächst nicht erforderlich. Es wurde nur zwischen horizontaler und vertikaler Polarisation umgeschaltet.

Analogbandtaugliche Multischalter und LNBs können auch digitale sowie HDTV-Sender zur Verfügung stellen, wenn diese im Low-Band senden. Auch die ersten 200 MHz des Highbands, in denen sich z.B. Das Erste SD befindet, können empfangen werden, wenn man die Grenze zum Highband (LOF-Switch) auf 11,9 GHz erhöht, damit der Receiver nicht erwartet, dass sie mit der lokalen Oszillatorenfrequenz des Highbands heruntergemischt wurden. Umgekehrt können als digital bezeichnete Multischalter und LNBs stets die analogen Sender zur Verfügung stellen.

Die Bezeichnung „digital“ wurde von den Herstellern der High-Band-tauglichen Multischalter und LNBs erfunden, weil auf dem in Mitteleuropa marktbeherrschenden Satellitensystem Astra zu Beginn des Digitalfernsehens alle digitalen Sender im High-Band zuerst sendeten, die analogen Sender im Low-Band. Inzwischen senden zahlreiche digitale Sender sowie HDTV-Sender auch im Low-Band. Im Zuge der Abschaltung der analogen SAT-Sender wird künftig das Low-Band stärker für digitale und HDTV-Sender genutzt. Deshalb sollten neue Satellitenreceiver vorzugsweise als sogenannte HD-Receiver verwendet werden, da diese in der Regel auch den Empfang des digitalen Standards DVB-S ermöglichen.

Grundsätzlich erkennt man den Unterschied zwischen den analog- und digitaltauglichen Multischaltern an der Anzahl der Eingänge pro LNB (zwei bei analog, vier bei digital). Analoge Multischalter sind inzwischen aber kaum noch im Handel zu finden, da auch an digitaltauglichen Multischaltern analoge Receiver betrieben werden können. Analogtaugliche Multischalter werden daher nur über zwei Verbindungskabel mit dem LNB verbunden; in der Regel werden Twin- oder Dual-LNBs verwendet. Der Einsatz eines digitaltauglichen Quattro-LNB ist auch möglich; dann werden jedoch nur die beiden Low-Band-Ausgänge des LNB angeschlossen, die High-Band-Anschlüsse bleiben ungenutzt.

Bei den Universal-LNBs wird durch das zusätzliche 22-kHz-Signal lediglich die Oszillatorfrequenz von 9,75 auf 10,6 GHz zum Empfang des High-Band umgeschaltet, an der grundsätzlichen Funktionsweise eines LNB, der Frequenzumsetzung, ändert sich jedoch nichts.

Weitere Funktionen des Multischalters[Bearbeiten]

Da der Multischalter meist auf dem Dachboden installiert wird, ist es naheliegend, die Signale einer evtl. noch vorhandenen terrestrischen Antennenanlage mit in die Hausverkabelung einzuspeisen, beispielsweise für den Empfang von UKW-Rundfunk oder DVB-T. Daher verfügen die meisten Multischalter über einen zusätzlichen Eingang für die terrestrischen Signale. Vorzugsweise wird hier eine Antennenweiche oder ein sogenannter Mehrbereichsverstärker mit den gewünschten Antennen angeschlossen. Auf dem gleichen Weg können auch Signale aus dem Kabelfernsehnetz eingespeist werden.

Multischalter 5/8 für Quattro-LNB und terrestrische Signaleinspeisung

Durch den Multischalter werden diese Signale durch das gleiche Kabel zur Antennendose übertragen wie die Satellitensignale. Mit einer geeigneten Antennendose (sog. 3-Loch-Dose) können die unterschiedlichen Signale wieder voneinander getrennt genutzt werden.

Bei der Nutzung von Diensten im Kabelfernsehen, die Rückkanalfähigkeit erfordern (z. B. Internet oder Telefon), ist auch die Rückkanalfähigkeit des Multischalters erforderlich.

Multischalter-LNBs[Bearbeiten]

Diese speziellen LNBs verfügen über einen integrierten Multischalter mit vier oder acht Ausgängen. Sie werden meist als Quad-LNB oder Quattro-Switch-LNB (vier Ausgänge) bzw. Octo-LNB (acht Ausgänge) bezeichnet; die Bezeichnung variiert je nach Hersteller und ist nicht unbedingt einheitlich. Hier können die Receiver ohne zusätzlichen Multischalter direkt an den LNB angeschlossen werden. Auch Monoblock-LNBs für schielende Installationen (Multifeed) können über integrierte Multischalter verfügen. Hier kann man an jedem Ausgang einen Receiver betreiben; die Receiver arbeiten unabhängig, d. h. jeder kann analoge und digitale TV-Programme empfangen, ohne den Empfang des anderen Receivers zu beeinträchtigen.

Solche Multischalter-LNBs sind sinnvoll für Empfangsanlagen mit sehr wenigen Teilnehmern. An einem derartigen LNB kann auch ein weiterer Multischalter angeschlossen werden, vorausgesetzt, dass dieser an seinen LNB-Eingängen je einmal 14 und 18 V sowie (bei einem digitaltauglichen Gerät) das 22-kHz-Signal ausgibt. Ansonsten würde das LNB an allen Ausgängen nur das vertikale Low-Band liefern. Der Einsatz eines Quattro-LNB (ohne integrierten Multischalter) ist jedoch vorzuziehen. Bessere Qualität und eine einfachere Erweiterbarkeit ist mit Quattro-LNB und externem Multischalter zu erwarten, da die Elektronik weniger eng verbaut ist (Übersprechen), nicht der Witterung ausgesetzt ist und der Multischalter meist über eine eigene ausreichende Stromversorgung verfügt.

Multischalter für mehrere Satelliten[Bearbeiten]

Es besteht die Möglichkeit, die Signale mehrerer Satelliten mit einem Multischalter zu verteilen. Dafür hat der Multischalter zusätzliche LNB-Anschlüsse (also nochmals vier Eingänge für jeden weiteren Quattro-LNB). Die Umschaltung zu den jeweiligen LNBs steuert in diesem Fall der Receiver selbst mittels eines zusätzlichen digitalem DiSEqC-Signal. Dabei ist es ohne Belang, ob der zweite LNB an demselben Sat-Spiegel (Multifeed) oder an einem zweiten Spiegel installiert ist. Pro Satellit benötigt man einen LNB. Der Einsatz von motorgesteuerten rotierenden Antennen für mehrere Satelliten ist bei Gemeinschafts-Empfangsanlagen mit Multischalter nicht sinnvoll möglich.

Kaskadierbare Multischalter[Bearbeiten]

Hier handelt es sich um Multischalter, die einerseits mindestens die vier Empfangsbereiche eines LNB auf einzelne Teilnehmer verteilen, andererseits das an seinen Eingängen angelieferte Signal durchleiten und dieses an weiteren Ausgängen dem nächsten kaskadierbaren Multischalter unverändert zur Verfügung stellen. Kaskadierbare Multischalter werden in großen Gebäuden wie Wohnblöcken eingesetzt um flexibel die gewünschten Anschlüsse pro Wohneinheit auf kurzem Wege anzubieten und verteilen zu können.

Die typische Installation besteht aus einer Sat-Antenne und einem kaskadierbaren Multischalter in jedem Stockwerk. Von diesem führen die Ableitungen in die Wohnungen des Stockwerks und vier Koaxialkabel zum Multischalter für das nächste Stockwerk usw. Hersteller wie Spaun, Arcon, GTN, Kreiling oder Kathrein bieten derartige Systeme an.

Wird ein zusätzlicher Satellit in nur einer Etage gewünscht, dann können auch kaskadierbare Multischalter mit acht Eingängen verwendet werden. Man kann alternativ auch mittels eines DiSEqC-Relais auch auf weitere auch kaskadierbare Multischalter oder direkt auf den LNBs umschalten.

Handelsbezeichnungen für Multischalter[Bearbeiten]

Der Typ des Multischalters beinhaltet häufig zwei Ziffern, z. B. 5/8. Die erste Ziffer gibt die Anzahl der Eingänge vom LNB an, die zweite die Anzahl der Ausgänge zum Receiver. Ist die Zahl der Eingänge ungerade, hat der Multischalter auch einen terrestrischen Eingang.

Einige Beispiele:

  • Multischalter 3/8: 2 Eingänge von einem LNB, 1 Eingang für terrestrische Antenne, 8 Ausgänge zu 8 Receivern (analogtauglicher Multischalter)
  • Multischalter 5/4: 4 Eingänge von einem LNB, 1 Eingang für terrestrische Antenne, 4 Ausgänge zu 4 Receivern
  • Multischalter 5/8: 4 Eingänge von einem LNB, 1 Eingang für terrestrische Antenne, 8 Ausgänge zu 8 Receivern
  • Multischalter 9/8: 4 Eingänge vom ersten LNB, 4 Eingänge vom zweiten LNB, 1 Eingang für terrestrische Antenne, 8 Ausgänge zu 8 Receivern
  • Multischalter 5/16: 4 Eingänge von einem LNB, 1 Eingang für terrestrische Antenne, 16 Ausgänge zu 16 Receivern

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Der europäische Satellitenbetreiber SES Astra ermöglichte ab dem 11. Dezember 1988 durch Rückgriff auf bewährte PAL-Technik und mit einem modernen schlanken Satellitenkonzept (GE Astra Electronics Astra 1A, lediglich eine EIRP von 50 dBW, dafür aber mit bereits 16 KU-Transpondern) eine gewisse Programmvielfalt, im Gegensatz zum später gescheiterten TV-SAT-System. Die Anwendung bewährter Technik von Telekommunikations-Satelliten beinhaltete auch das Konzept zur effizienten Frequenznutzung durch Aufteilen der 16 Transponder auf eine horizontale und eine vertikale Polarisationsebene (Frequenzblöcke). Der Empfänger musste also zur Erlangung der vollen Astra-Programmvielfalt (erstmals 16 TV-Programme mit einem Satelliten) beide Polarisationsebenen getrennt empfangen; ein gemeinsames Übertragen beider Sat-ZF-Blöcke über ein einzelnes Koaxialkabel (wie beim terrestrischen PAL oder Kabelfernsehen) war durch den in beiden Polarisationsebenen gleich belegten Frequenzbereich nicht möglich. Die Industrie entwickelte schon bald für einfach zu installierende Empfangsanlagen ein Marconi-LNB genanntes Umschaltkonzept, das durch Verändern der Fernspeisespannung (14/18 V) zwischen den beiden Polarisationsebenen umschaltete. Zum Betrieb mehrerer Sat-Receiver an einem gemeinsamen Spiegel wurde diese Technik in Multischaltern mit mehreren Ausgängen eingesetzt.

Eine Weiterentwicklung dieser speisespannungsgesteuerten 14/18-Volt-V/H-Umschalttechnik wurde durch die Verwendung des eigentlich für Telekommunikation gedachten Satelliten DFS-Kopernikus der Deutschen Bundespost für einen Fernseh-Direktempfang (in Konkurrenz zu Astra) notwendig. Ein Umschalten auf das sogenannte High-Band (12,5–12,75 GHz) wurde durch ein Überlagern der LNB-Speisespannung mit einem 22-KHz-Steuersignal erreicht, womit also erstmals zum Sat-Empfang vier ZF-Bänder zur Verfügung standen. Dieses Konzept ermöglichte eine spätere Erweiterung des High-Band um die vormals für TV-SAT reservierten DBS-Frequenzen (11,70–12,5 GHz) zu 11,70–12,75 GHz.

Eine erneute Weiterentwicklung zum Umschalten auf andere Satelliten brachte das DiSEqC-System durch Philips und Eutelsat.

Eine Technik "14/18 Volt, 22 kHz Tone Burst, DiSEqC" stellt dem Empfänger (Sat-Receiver) immer einen gesamten Empfangs- Frequenzblock (950–2300 Mhz) zur Verfügung, daraus leitet sich der Begriff Satblock-Verteilung ab.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Vorteile[Bearbeiten]

Wird beim Bau eines Objektes der Satellitenempfang von vornherein großzügig eingeplant, so ergeben sich bei der Sat-ZF-Verteilung (z. B. gegenüber Kabel-TV) deutliche Vorteile. Zum einen ist die Programmvielfalt beim Satellitenempfang deutlich höher (insbesondere bei Mehrsatelliten-Empfang). So können beim digitalen Sat-Empfang einige hundert freie TV-Programme empfangen werden, während beim digitalen Kabelempfang lediglich etwa 60 freie TV-Programme empfangen werden können (Stand 2009). Des Weiteren sind bereits einige freie HDTV-Programme über diverse Satelliten zu empfangen, während beim DVB-C-Empfang in einigen Bundesländern derzeit ausschließlich kostenpflichtige HDTV-Angebote zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Vorteil ist die deutlich größere Auswahl an Receiver-Modellen bei digitalem Sat-Empfang. Die Wahl eines anderen als des vom Kabelanbieter zur Verfügung gestellten Digital-Receivers ist je nach Anbieter mit monatlichen Mehrkosten verbunden.

Schließlich ist der Sat-Empfang derzeit kostenlos, so dass sich die anfänglichen Investitionen in eine SAT-Empfangsanlage (gerade in Mehrparteienhäusern) bereits nach wenigen Jahren amortisieren.

Die Satblock-Verteilung mittels Multischaltern ist einfach und flexibel realisierbar und kann auch mit dem Kabelfernsehen kombiniert werden. Auch der Empfang von mehreren Satellitenpositionen und Satellitenantenen ist mit diesem System einfach und relativ preisgünstig für mehrere Teilnehmer möglich.

Nachteile[Bearbeiten]

Die Technik einer Satblock-ZF-Verteilung ist historisch entstanden, daraus leitet sich ein Hauptnachteil ab: wegen der praktizierten Satblock-Umschaltung kann immer nur jeweils ein DVB-S- oder DVB-S2-Receiver an einer Antennenleitung angeschlossen werden. Das verursacht einen großen Verkabelungsaufwand bei geringer Flexibilität beim Anschluss weiterer Empfänger. Demgegenüber war ein Anschließen von mehreren DVB-C- oder DVB-T-Empfängern an einer Antennenleitung nie ein Problem, weswegen eine Satblock-Verteilung in sehr großen Wohnanlagen bis heute selten praktiziert wird. Das klassische Kabelfernsehen bietet dort oft vor allem beim Service und dem Internetangebot den gewerblichen Vermietern einige Vorteile.

Ein weiterer Nachteil einer Satblock-ZF-Verteilung ist, dass durch die Anzahl der Anschlussleitungen je Wohnung auch die Anzahl der in einer Wohnung betreibbaren Sat-Empfänger indirekt festgelegt ist. Vielen ist in der Planungsphase einer Satellitenrundfunk-Empfangsanlage nicht bewusst, dass heute je Wohnung durchaus mehrere weitere Sat-Empfänger (Videorecorder, Küchen-TV, Kinderzimmer, PC mit DVB-S2-Karte, DVB-S-Radioempfang an der HiFi-Anlage), angeschlossen und betrieben werden. Eine Satblock-Verteilanlage kann aus diesem Grund nicht mit dem Komfort einer linearen Signalverteilung (Kabelfernsehanschluss oder DVB-T) verglichen werden.

Es können Satellitenkabel auch durchgeschleift oder parallel geschaltet werden. Viele Satellitenempfänger und manche DVB-S-Karten haben zum Durchschleifen einen sogenannten Loop-Through-Ausgang (auch Loop Out oder RF Out genannt). Man muss sich dafür allerdings auf einen Schaltzustand verständigen. Auf der typischen Position 19,2° Ost liegen deshalb fast alle digitalen deutschen Sender in Standardqualität (SDTV) im horizontalen Highband (siehe dazu das längliche Diagramm rechts). Es fehlen primär Phoenix, arte, Einsfestival, EinsPlus, tagesschau24 aus dem horizontalen Lowband sowie DMAX, Sport1, Tele 5, Comedy Central und der alternative Programmplatz von arte aus dem vertikalen Highband. Bei HDTV liegen viele Sender im horizontalen Lowband. Hier fehlen 3sat, KiKA und zdfinfo aus dem vertikalen Lowband sowie abermals Tele 5, WDR und das komplette Sky-Paket aus dem horizontalen Highband. Einige Receiver und TV-Anwendungen bieten dem Nutzer die Möglichkeit, die übliche 11,7-GHz-Grenze zwischen Low- und Highband selbst anzupassen (standardkonform sind Werte zwischen 11,55 und 11,9 GHz), sodass mehr Sender im gewünschten Band liegen.

Wird ein zusätzlicher Anschluss oder ein Satellit in nur einer Wohnung gewünscht, dann können auch kaskadierbare Multischalter mit 8 Eingängen verwendet werden. Man kann alternativ mittels eines DiSEqC-Relais auch auf Multischalter oder direkt auf den LNB umschalten. Jedoch sind diese Schaltvarianten gerade bei Gemeinschaftsanlagen immer mit einem erheblichen zusätzlichen Planungaufwand verbunden.

Alternativen[Bearbeiten]

Unicable[Bearbeiten]

Seit 2004 gibt es jedoch eine weitere Norm zum Betreiben von bis zu 8 Sat-Empfängern an einem Koaxialkabel, welche unabhängig voneinander das volle Programmangebot eines Satelliten (z. B. ASTRA) empfangen können. Dieses System ist unter dem Namen Unicable bekannt. Existiert in bestehenden Mehrparteienhäusern je ein separates Kabel in jede Wohnung, können durch eine Kaskade mehrerer solcher Unicable-Matrizen auch größere Wohnanlagen nachträglich ohne eine aufwendige Neuverkabelung relativ kostengünstig auf Satellitenempfang erweitert werden. Zum Empfang der Satellitenprogramme ist dann jedoch in der Regel ein sogenannter Unicable-fähiger Satellitenreceiver erforderlich. Die Leistungsfähigkeit dieses Systems ist zusätzlich noch durch die verwendeten Unicable-Matrizen gegenüber der Satblockverteilung bei mehreren Satellitenpositionen beschränkt. Auch sind auf Grund der vorhandenen Verlegung der Verteiler und der Koaxialkabel manchmal nicht alle der acht Unicable-fähigen Satellitenreceiver beliebig betreibbar.

Einkabelsysteme[Bearbeiten]

Eine weitere sehr einfache Alternative ist das sogenannte Einkabelsystem, mit dem viele Sat-Empfänger (allerdings eingeschränkt auf ca. 200 Sat-TV-Programme) an einem vorhandenen Koaxialkabel betrieben werden können. Bei diesem System kann nicht das komplette Angebot des Satellitenbetreibers genutzt werden. Wenn Sat-Sender den Transponder wechseln, können diese bei den einfachen Einkabelsystemen möglicherweise nicht (mehr) empfangen werden, es ist dann ein Aufrüsten auf ein programmierbares Einkabelsystem in der Kopfstation unter Umständen möglich, was dann weitere zusätzliche Kosten verursacht.

Sat-over-IP-Technik[Bearbeiten]

Die Sat-over-IP-Technik (kurz Sat-IP, auch SAT>IP) ist eine Alternative zur bisherigen HF basierenden Zwischenfrequenz-Verteilung von DVB-S(2)-Signalen mittels Koaxialkabeln. Bei ihr werden die Sat-Signale digital in einer IP-basierten Architektur für den Empfang und die Verteilung von digitalen Satelliten-Signalen über ein lokales Netz zur Verfügung gestellt. Der SAT-Empfang erfolgt hier, wie bei allen anderen für das Internet üblichen Übertragungsformen nicht über eine gewöhnliche Antennenanschlußdose, sondern mittels eines konventionellen IP-Netzwerkzugangs oder per WLAN. Als Empfänger sind ausschließlich für Sat-over-IP geeignete TV-Empfänger oder andere SAT>IP-Clients erforderlich. Durch die vollständige IP-basierende Verarbeitung der TV-Signale gibt es keine durch die SAT-Zwischenfreqenz bestimmten Einschränkungen bezüglich der Kabellängen und Übertragungsformen.

Siehe auch[Bearbeiten]