Saukopftunnel

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Saukopftunnel
Saukopftunnel mit Talbrücke

Der Saukopftunnel ist 2.715 m lang und damit der längste einröhrige, im Gegenverkehr betriebene Straßentunnel nördlich der Alpen. Er wurde am 9. Dezember 1999 für den Verkehr freigegeben. Der durchschnittliche Verkehr beträgt 20.400 Kfz/24 h (ohne Sa, So und Feiertage).

Der Saukopftunnel war zwischen Juli und Mitte Dezember 2008 aufgrund von umfangreichen Sicherheitsnachrüstungen für den Verkehr vollständig gesperrt.

Zwischen Juli und November 2009 wird der Saukopftunnel im Rahmen der Erweiterung um einen parallelen Rettungsstollen noch einmal für etwa vier Monate gesperrt werden müssen.

Zwischen Oktober 2009 und Ende 2011 wird der parallel verlaufende Rettungsstollen gebaut.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Der Saukopftunnel befindet sich zwischen Weinheim, Baden-Württemberg, und Birkenau/Nieder-Liebersbach, Hessen, im Zuge der Bundesstraße 38. Auf hessischer Seite gibt es Ausfahrten nach Nieder-Liebersbach und Mörlenbach bzw. Reisen. Auf der anderen Seite führt der Tunnel nach Weinheim. Das Bauwerk wurde am 9. Dezember 1999 durch die Ministerpräsidenten Erwin Teufel (Baden-Württemberg) und Roland Koch (Hessen) am Westportal49.5721722222228.6654194444444 auf badischer Seite eröffnet.

Der Name stammt von dem durchstoßenen Bergrücken des Odenwald-Hauptkammes, dem Saukopf mit seiner Höhe von 348 m ü. NN.

Die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen liegt fast genau in der Mitte des Saukopftunnels, der Anteil Baden-Württembergs ist unwesentlich größer (Baden-Württemberg: 1,37 km, Hessen: 1,35 km). Zwischen den Bundesländern besteht ein Verwaltungsabkommen, nach dem Hessen für den Bau und die Substanz des Tunnels zuständig war/ist und Baden-Württemberg den Betrieb und die Wartung realisiert.

[Bearbeiten] Bau

Der Bau dauerte aufgrund von gerichtlichen Streitigkeiten mit Naturschützern über 30 Jahre. Mit der Eröffnung hatte das alltägliche Stauszenario in der Ortsdurchfahrt von Birkenau ein Ende. Das Problem verlagerte sich nun aber in das hintere Weschnitztal nach Mörlenbach, wo auf Bürgerseite auch für eine Verkehrsumgehung gekämpft wird. Auch hier gibt es Diskrepanzen zwischen den Befürwortern unterschiedlicher Realisierungsmöglichkeiten (Umgehung oder vollständige Untertunnelung Mörlenbachs).

Die Betriebskosten für den Saukopftunnel belaufen sich auf ca. 1.000.000 Euro pro Jahr.

In jedem Quartal ist der Tunnel für eine Woche (Mo–Fr) in den Nachtstunden (von 20 bis 5 Uhr) für turnusmäßige Wartungsarbeiten (z. B. Spülen der Drainage) gesperrt. In dieser Zeit wird der Verkehr über die alte B 38 umgeleitet.

[Bearbeiten] Sicherheitseinrichtungen

  • 3 Betriebszentralen (Westportal, Tunnelmitte, Ostportal)
  • 2 Notgehwege à 1,0 m Breite
  • 5 doppelseitige Nothaltebuchten
  • 2 Zu-/Abluftzentralen (Portale) und 1 Abluftzentrale in Tunnelmitte
  • 26 Notruftelefone
  • 48 Feuerlöscher
  • 22 Fernsehkameras
  • 7 Lautsprechergruppen
  • 21 Feuermeldelinien
  • 19 Hydranten
  • 3 Funkkanäle
  • 10 Verkehrssteuerungsprogramme
  • 2 Fahrzeughöhenkontrollen
  • Radioempfang (Diverse Radiosender sind auch im Tunnel über interne Verstärker empfangbar. In Notfällen können über das Radiogerät Sicherheitshinweise eingespielt werden.)

Der in beiden Richtungen befahrene einröhrige Tunnel war bei der Planung des Bauwerkes in den 70er Jahren sicherheitstechnischer Standard. Bei der Eröffnung 1999 war dieses Konzept bereits überholt und nach Fahrtrichtungen getrennte Tunnelröhren hatten sich etabliert.

[Bearbeiten] ADAC-Tunneltest

In einem Tunneltest des ADAC aus dem Jahre 2001 schnitt der Saukopftunnel nur mit „ausreichend“ ab.

[Bearbeiten] Nachrüstung

[Bearbeiten] Sperrung 2008 – Sicherheitsnachrüstung

Der Saukopftunnel war vom 1. Juli 2008 bis 19. Dezember 2008 aufgrund von umfangreichen Sicherheitsnachrüstungen für den Verkehr komplett gesperrt. Die Kosten für die Nachrüstung belaufen sich auf etwa 11 Millionen Euro.

[Bearbeiten] Sperrung 2009 – Rettungsstollen

In den baden-württembergischen und hessischen Sommerferien wird der Saukopftunnel erneut gesperrt, da man unerwarteterweise die Bewehrung des Haupttunnels verstärken muss um den Rettungsstollen bauen zu können. Aus diesem Grund muss der Tunnel noch einmal für etwa vier Monate komplett für den Verkehr gesperrt werden. Diese Sperrung begann am 13. Juli 2009 und dauert bis ca. Mitte November 2009.[1]

[Bearbeiten] Bau Rettungsstollen 2009–2011

Ab Oktober 2009 beginnt man mit dem Bau des Rettungsstollen der ca. 2 Jahre bis Ende 2011 dauern wird. Der Bau des Rettungsstollens kann dann, von kurzzeitigen Sperrungen abgesehen, weitestgehend unter Aufrechthaltung des Verkehrs in der Fahrröhre erfolgen. Bis auf die Portalbereiche erfolgt der Bau im bergmännischen Vortrieb.

[Bearbeiten] Sonstiges

Der Saukopftunnel ist auch Thema des Kriminalromans „Tod im Saukopftunnel“ aus der Serie „Bergstraßen-Krimi“ von Manfred H. Krämer.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Seite zum Bau des Rettungsstollens bei der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung.

[Bearbeiten] Weblinks

49.5733498.683877Koordinaten: 49° 34′ 24,1″ N, 8° 41′ 2″ O

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