Scheich Said

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Scheich Said Kurdisch: Şêx Seîdê Pîran, (* 1865 in Hınıs/Vilâyet Erzerum; † 29. Juni 1925 durch Erhängen in Diyarbakır) war ein Kurde[1] und ein Sunnitisch geistlicher Führer. Unter seiner Führung brach 1925 der Scheich-Said-Aufstand gegen die junge türkische Regierung um Mustafa Kemal Atatürk aus.

Scheich Said war ein hoher Vertreter der Naqschbandi-Tarikat, deren Anhänger in seiner Region vor allem Kurden waren. Er war ein vermögender Mann, der mit seinen Herden auch Städte wie Aleppo in Syrien belieferte. Er hatte mehrere Ehefrauen, von denen eine die ältere Schwester des Cibranlı Halit Beys war.

Der "Scheich-Said-Aufstand" resultierte zum einen aus dem Widerstand gegen die neue säkulare türkische Republik, war also religiös motiviert. Andererseits spielte auch das kurdisch nationale Element eine starke Rolle für den Aufstand.

Vorbereitet wurde der Aufstand unter anderem von der kurdischen Organisation Azadi, welche nationalistisch geprägt war.

Nach Niederschlagung des Aufstands durch türkische Truppen wurden Scheich Said bei seiner Flucht Richtung Persien Ende April gefasst. Er und 47 weitere Mitstreiter wurden am 29. Juni 1925 öffentlich erhängt. Bis heute genießt Scheich Said unter fast allen Kurden sehr hohes Ansehen. Sein Enkel Abdülmelik Fırat war bis zu seinem Tod am 28. September 2009 Parteivorsitzender der kurdischen HAKPAR-Partei und setzte sich für eine Autonomie für die Kurden der Türkei ein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin van Bruinessen: Agha, Scheich und Staat, Berlin 1989, S. 379ff.
  •  Yaşar Kalafat: Şark meselesi ışıgında Şeyh Sait olayı, karakteri, dönemindeki iç ve dış olaylar. In: Boğaziçi ilmî araştırmalar serisi ; 11. Boğaziçi Yayınları, Ankara 1992, ISBN 975-451-083-0, S. 407.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sheikh Said – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Uğur Üngör, The Making of Modern Turkey: Nation and State in Eastern Anatolia, 1913-1950, Oxford University Press, 2011, ISBN 9780191640766, p. 111 (member of a Zaza family originally from Piran and revered sheikh of the Naqshbandi Sufi order...)