Schmalspurbahn Třemešná ve Slezsku–Osoblaha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Třemešná ve Slezsku–Osoblaha[1][2]
Kursbuchstrecke (SŽDC): 298
Streckenlänge: 20,218 km
Spurweite: 760 mm (Bosnische Spur)
Maximale Neigung: 26 
Minimaler Radius: 75 m
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,000 Třemešná ve Slezsku früher Röwersdorf 395 m
Strecke – geradeaus
(Anschluss von Bahnstrecke Krnov–Głuchołazy)
Brücke über Wasserlauf (klein)
Mušlov
   
Scheitelpunkt
Bahnhof, Station
4,457 Liptaň früher Liebenthal (Öst. Schles) 440 m
Haltepunkt, Haltestelle
7,626 Dívčí Hrad früher Maidelberg 295 m
Haltepunkt, Haltestelle
8,731 Horní Povelice früher Paulowitz 295 m
Haltepunkt, Haltestelle
10,200 Amalín 295 m
Bahnhof, Station
11,830 Slezské Rudoltice früher Rosswald 285 m
Haltepunkt, Haltestelle
14,458 Koberno früher Kawarn 245 m
   
15,149 Ostrá hora
Brücke über Wasserlauf (klein)
Lužná
Bahnhof, Station
16,771 Bohušov früher Füllstein 235 m
Brücke über Wasserlauf (klein)
Hrozová
Kopfbahnhof – Streckenende
20,218 Osoblaha früher Hotzenplotz 225 m

Die Schmalspurbahn Třemešná ve Slezsku–Osoblaha ist eine schmalspurige Nebenbahn („regionální dráha“)[3] in Tschechien, die ursprünglich vom österreichischen Staat als Lokalbahn Röwersdorf–Hotzenplotz erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft von Třemešná ve Slezsku (Röwersdorf) nach Osoblaha (Hotzenplotz) in Schlesien. Sie ist die letzte Schmalspurbahn im Betrieb der staatlichen Eisenbahngesellschaft České dráhy (ČD).

Geschichte[Bearbeiten]

Dampfsonderzug mit U57.001 in Osoblaha (2009)

Die Strecke wurde am 14. Dezember 1898 als Lokalbahn durch die k.k. österreichischen Staatsbahnen kkStB eröffnet.[4] Im Jahr 1912 wies der Fahrplan der Lokalbahn vier gemischte Zugpaare 2. und 3. Klasse über die Gesamtstrecke aus. Die Züge benötigten für die 25 Kilometer lange Strecke von Röwersdorf nach Hotzenplotz eine Stunde und 14 Minuten.[5]

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns im Oktober 1918 ging die Betriebsführung an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über.

Die Indienststellung moderner Motorzüge durch die ČSD ermöglichte Ende der 1920er Jahre sowohl eine Verdichtung des Fahrplanes, als auch eine signifikante Fahrzeitverkürzung. Im Winterfahrplan von 1937 sind fünf als Motorzug geführte Personenzugpaare verzeichnet, die für die Strecke in Richtung Hotzenplotz nur noch 52 Minuten benötigten.[6]

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 151c Röwersdorf–Hotzenplotz enthalten.[7] Am Ende des Zweiten Weltkriegs kam es im Zuge der Kampfhandlungen um Hotzenplotz zur Zerstörung von Fahrzeugen und Anlagen. Der Verkehr wurde eingestellt.

Am 9. Mai 1945 kam die Strecke wieder zu den ČSD. Diese nahmen den Reiseverkehr im Laufe des Jahres 1945 mit zunächst drei Zugpaaren wieder auf.[8]

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC).

Im Fahrplan 2013 wird die Strecke werktäglich mit fünf, an Wochenenden mit vier Personenzugpaaren bedient. An den Wochenenden des Sommerhalbjahres verkehrt zudem ein historischer Zug der Slezské zemské dráhy.[9]

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

705.914 in Osoblaha (2006)

Ab 1928 beschaffte die ČSD zwei Turmtriebwagen der Reihe M 11.0, welche eine Schmalspurversion der ČSD-Baureihe M 120.4 waren.[10]

Ab 1948 wurde eine Sächsische Nachbau-VI K eingesetzt, die 1945 in Frýdlant v Čechách (Friedland) (Schmalspurbahn Frýdlant–Heřmanice) von den ČSD beschlagnahmt worden war. Die Lok wurde von den ČSD als U 58.001 bezeichnet, bei der Deutschen Reichsbahn hatte sie die Nummer 99 702 getragen. Die Lok wurde bis 1957 verwendet und danach wieder nach Frýdlant v Čechách zurückgegeben. Sie wurde 1962 ausgemustert[11].

Ab 1955 war auch eine Lokomotive der ČSD-Baureihe U 47.0 (U 47.003) in Osoblaha im Einsatz. Sie wurde 1961 ausgemustert und verschrottet.

Seit 1958 wird der Verkehr hauptsächlich mit den Diesellokomotiven der Reihe T 47.0 (ČD 705.9) betrieben.[12]

Vor Nostalgiezügen kommt heute eine ehemals jugoslawische Schlepptenderlokomotive tschechoslowakischer Herkunft zum Einsatz, die heute als U 57.001 bezeichnet wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Hrček. 100 let úzkorozchodné dráhy Třemešná ve Slezsku-Osoblaha: 1898–1998: historie a současnost. Okresní úřad und Organizační výbor pro oslavy 100 let trati Třemešná ve Slezsku-Osoblaha, Bruntál 1998.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Railway line 298 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
  3. Erlass der Regierung der Tschechischen Republik vom 20. Dezember 1995
  4. Pavel Schreier, Zrození železnic v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Baset 2004, ISBN 80-7340-034-0, Seite 243 (tschechisch)
  5. Fahrplan 1912 der kkStB – gültig ab 1. Mai 1912
  6. Winterfahrplan 1937/38 der ČSD – gültig ab 3. Oktober 1937
  7. Kursbuch 1944
  8. Winterfahrplan 1945/46 der ČSD – gültig ab 3. Oktober 1937
  9. Aktueller Fahrplan (abgerufen am 1. September 2013; PDF; 135 kB)
  10. Artikel Třemešná ve Slezsku–Osoblaha von Daniel Brabenec auf spz.logout.cz (tschechisch)
  11. Karel Just: Parní lokomotivy na úzkorozchodných tratích ČSD. Vydavatelství dopravní literatury Ing. Luděk Čada, Litoměřice, 2001, ISBN 80-902706-5-4, Seite 120
  12. Technische Daten auf uzkokolejkaosoblaha.webpark.cz (tschechisch)