Schwarzkopf (Haarkosmetik)

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Logo der eingetragenen Wort-Bild-Marke

Schwarzkopf ist eine Dachmarke des Henkel-Konzerns, unter der verschiedene Haarkosmetikmarken des Unternehmensbereichs Beauty Care zusammengefasst sind. Schwarzkopf-Produkte werden in mehr als 125 Ländern vertrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Historische Werbetafel
Erstes eingetragenes Logo von 1904

Die Marke[1] geht zurück auf den Chemiker und Apotheker Hans Schwarzkopf, der im Jahr 1898 an der Passauer Straße in Berlin-Charlottenburg die „Farben-, Drogen- und Parfümeriehandlung“ eröffnete. Eine Kundin hatte in England ein Haarwaschmittel in Pulverform kennengelernt und wünschte, dass der Drogist es ihr bestelle. Hans Schwarzkopf vertröstete sie mehrfach, bis sie eines Tages nicht mehr erschien. Stattdessen kam er auf die Idee, selbst ein solches Produkt zu entwickeln. Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit brachte Hans Schwarzkopf im Jahr 1904 ein Shampoo in Pulverform auf den Markt. Es kostete pro Tüte (für eine Behandlung) 20 Pfennige, wurde in Wasser aufgelöst und erwies sich in der Bequemlichkeit allen damals erhältlichen Haarwaschseifen als überlegen. Das „Shampoon mit dem schwarzen Kopf“ wurde zum ersten haarkosmetischen Markenartikel in Deutschland. Aufgrund des Erfolges gab Hans Schwarzkopf noch im selben Jahr seine Drogerie auf und konzentrierte sich auf die Produktion und Vermarktung.[2]

Im Jahr 1903 entwickelte Schwarzkopf das erste Pulver-Haarwaschmittel, das in Wasser aufgelöst wurde, er nannte es „Shampoon“. Internationale Vertriebskontakte mit den Niederlanden und Russland folgten. 1919 wurde „Shampoon“ in „Schaumpon“ umbenannt. Mit der Einführung des ersten flüssigen Haarwaschmittels auf dem europäischen Markt gelang der Firma Schwarzkopf im Jahr 1927 eine weitere Produktinnovation, die Nachfrage ließ sein Geschäft rasant wachsen und führte zur Eröffnung des allerersten Trainingszentrums für Friseure: das „Schwarzkopf Institut für Haarhygiene“ im Tempelhofer Schwarzkopf-Werk.

Mit „Onalkal“ wurde 1933 das weltweit erste seifenfreie, d. h. alkalifreie Haarwaschmittel lanciert, es gilt als der Prototyp aller modernen Shampoos. Neben Haarpflegeprodukten bildeten auch Dauerwellen einen Bestandteil des Produktangebots. 1947 führte Schwarzkopf „Onaltherma“, die erste „kalte Dauerwelle“ auf dem deutschen Markt ein, die es ermöglichte, das Haar permanent zu wellen, ohne es auf fast 100 Grad erhitzen zu müssen; „cold waves“ erfreuten sich seinerzeit in den USA schon lange großer Beliebtheit.[3] Außerdem kam in diesem Jahr „Poly Color“, die Haarfärbung für den Endverbraucher, auf den Markt.

Schwarzkopf brachte 1949 mit der „Schauma-Crème-Schaumpon“ in einer Metall-Tube ein Produkt auf den deutschen Markt, das sich bald durchsetzte. Die Marke „Schauma“ wurde in West-Deutschland zum Synonym für Shampoo. Das erste Haarspray, „Taft“, kam auf den Markt. Das Verb „taften“ entwickelte sich im Deutschland des Wirtschaftswunders zum Synonym für „das Haar mit Haarspray besprühen“.

Mit der Schwarzkopf-Methode wurde 1972 ein neues systematisches Konzept, bestehend aus Beratung, Produkten und Training, entwickelt. Bereits 1980 stellte Schwarzkopf als erster internationaler Kosmetik-Hersteller überhaupt auf FCKW-freie, umweltfreundlichere Treibmittel für seine Sprays um.

Im Jahr 1995 erwarb der Düsseldorfer Henkel-Konzern das ehemals Hamburger Unternehmen von der Familie Schwarzkopf und dem früheren Hoechst-Konzern und wurde mit einem Schlag zu einem der führenden europäischen Anbieter im Bereich Haarkosmetik. Während die Haarprodukte für Verbraucher inzwischen von Düsseldorf aus entwickelt und vertrieben werden, verblieb das Geschäft mit professionellen Kunden wie Friseuren in Hamburg (Schwarzkopf-Akademie am Jungfernstieg).[4]

Schwarzkopf ist Ausrichter des „Hairdressing Award Austria“.

Marken[Bearbeiten]

Die Schwarzkopf-Marken sind in die Bereiche Retail (Endverbrauchergeschäft) und Professional (Friseurgeschäft) unterteilt.

Der Retail-Bereich richtet sich an Endverbraucher und besteht aus Haarpflege-, Styling- und Haarfärbeprodukten. Neben Poly, Taft, Seborin gehört auch Gliss Kur dazu. 2004 wird die auf Street-Styling-Trends basierende Marke Got2B im europäischen Einzelhandel eingeführt.

Der Professional-Bereich richtet sich an Friseure und Stylisten, 1960 mit der Marke „Igora Royal“. 1991 wird die halb-permanente Haarfärbung auf Pflanzenbasis „Igora Botanic“ eingeführt. 2000 kommt die Styling-Marke „OSIS“ auf den Markt, 2003 die Hair Spa-Linie „Seah“, 2009 die Marke „Essensity“, die die Verwendung naturbelassener Rohstoffe stark kommuniziert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Art. Schwarzkopf. In: Langenscheidt, Florian (Hrsg.), Deutsches Markenlexikon, Editionen GmbH, Februar 2008, S. 940 f. ISBN 978-3-8349-0629-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarzkopf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Markenregister
  2. Chronik 130 Jahre Henkel auf henkel.de, PDF-Dokument, 14 MB, abgerufen am 10. November 2014
  3. Vom Strom befreit – Auf neuer Dauer-Welle. In: Der Spiegel, 10. Juli 1948
  4. Henkel profitiert von Schwarzkopf. In: Hamburger Abendblatt