Wassertrüdingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wassertrüdingen
Wassertrüdingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wassertrüdingen hervorgehoben
49.04111111111110.597222222222423Koordinaten: 49° 2′ N, 10° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 423 m ü. NHN
Fläche: 53,58 km²
Einwohner: 5901 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91717
Vorwahlen: 09832, 09836 (Obermögersheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 214
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 9
91717 Wassertrüdingen
Webpräsenz: www.wassertruedingen.de
Bürgermeister: Günther Babel (CSU)
Lage der Stadt Wassertrüdingen im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Wassertrüdingen ist eine Stadt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken (Bayern).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das ehemalige Markgrafenstädtchen Wassertrüdingen liegt oberhalb von 420 m ü. NN an der aus dem Westen in breitem Tal heranziehenden Wörnitz, die hier von Norden den Lentersheimer Mühlbach aufnimmt und dann nach Süden abknickt. In westnordwestlicher Richtung erstreckt sich von der Stadt aus über mehr als sieben Kilometer das bis zu 689 m ü. NN hohe kleine Massiv des Hesselbergs, ein Jura-Zeugenberg und einziger Berg Frankens, der Blick auf die Alpen bietet. Etwa 15 Kilometer im Nordosten beginnt bei Gunzenhausen das Fränkische Seenland. Im Osten läuft der Hahnenkamm aus. Südwestlich Wassertrüdingens liegen die weiten Waldhöhen des Oettinger Forsts.

Die Stadt liegt an der Deutschen Ferienstraße Alpen-Ostsee.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Wassertrüdingen hat 18 Ortsteile[2]:

Nach Gemarkungen:

Ortsteil Einwohner
(nur Hauptwohnsitz)
Wassertrüdingen 4.152
Altentrüdingen mit Eislerhof 0.194
Fürnheim mit Goschenhof und Himmerstall 0.347
Geilsheim mit Oberaumühle 0.498
Obermögersheim mit Laufenbürg 0.534
Reichenbach mit Stahlhöfe 0066
Schobdach 0.170

Stand: 1. Oktober 2010

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind von Norden beginnend im Uhrzeigersinn:

Klima[Bearbeiten]

In Wassertrüdingen beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 688 mm.

Geschichte[Bearbeiten]

Wassertrüdingen entstand im Hochmittelalter als Wasserburg. Im Gegensatz zu Altentrüdingen, dem Stammsitz der Edelfreien von Truhendingen und deren später errichteten Burg Hohentrüdingen erhielt diese Neugründung an der Wörnitz den Namen Wassertrüdingen. Unter dem Einfluss der Grafen von Oettingen entwickelte sich rasch eine Ansiedlung, die erstmals 1242 erwähnt und 1371 an die Burggrafen von Nürnberg übergegangen war. In der markgräflich-ansbachischen Stadt Wassertrüdingen wurde 1528 die Reformation eingeführt. Zudem gehörte die Stadt ab 1500 als Teil Ansbachs zum Fränkischen Reichskreis.

1623 wurden in der Zeit der Hexenverfolgung drei Frauen als angebliche Hexen in Wassertrüdingen angeklagt, wovon zwei hingerichtet wurden (Helena Kuch, Apollonia Güttinger) und eine des Landes verwiesen wurde (Barbel Förßnerin).[3] Am 24. August 1634 brandschatzten kurkölnische Truppen unter Johann von Werth die Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Nach dem großen Krieg wurden die Stadt und ihr Umfeld Zufluchtsort zahlreicher Glaubensflüchtlinge aus Österreich, die von der Gegenreformation vertrieben worden waren und hier am Wiederaufbau mitwirkten.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Datum
Altentrüdingen 237 1. Juli 1971[5]
Fürnheim 262 1. Mai 1978[6]
Geilsheim 653 1. Mai 1978[6]
Obermögersheim 545 1. Juli 1972[5]
Reichenbach 089 1. Juli 1971[5]
Schobdach 158 1. Juli 1971[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Stadt Wassertrüdingen mit eingemeindeten Ortsteilen:

  • 1939: 3.669 Einwohner
  • 1950: 5.822 Einwohner
  • 1961: 5.131 Einwohner[6]
  • 1970: 5.378 Einwohner[6]
  • 1979: 5.298 Einwohner
  • 2003: 6.247 Einwohner
  • 2009: 5.979 Einwohner
  • 2011: 5.916 Einwohner
  • 2012: 5.928 Einwohner

Stadt Wassertrüdingen ohne eingemeindete Ortsteile:

  • 1824: 1.922 Einwohner (23 Katholiken, 1749 Protestanten, 1 Reformierter, 149 Israeliten)[7]
  • 1910: 1.910 Einwohner[8]
  • 1933: 1.736 Einwohner
  • 1939: 1.667 Einwohner[9]
  • 1961: 3.024 Einwohner[6]
  • 1970: 3.434 Einwohner[6]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2008[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern. Seit den Gemeinderatswahlen 2008 setzt er sich folgendermaßen zusammen:

  • CSU: 13 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • Kommunales Forum 96: 2 Sitze

Gemeinderatswahl 2002[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern:

  • CSU: 13 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • Kommunales Forum 96: 2 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtmühle
Stadtmühle

Auf dem Hesselberg befindet sich ein als Hybridturm ausgeführter Sendeturm der Deutschen Telekom, der als Unterbau einen Stahlfachwerkturm verwendet.

Im Stadtkern steht die evangelisch-lutherische Stadtkirche Heilige Dreieinigkeit. Sie wurde zwischen 1738 und 1740 von Leopold Retti als dritte Residenzkirche im Markgrafenstil erbaut. Der Chorraum geht auf die gotische Vorgängerkirche zurück. Im Innern steht ein wertvoller Flügelaltar aus der Zeit um 1500 mit Motiven aus der Weihnachtsgeschichte. Im Turm der Stadtkirche befindet sich eine renovierte Türmerwohnung.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Fischerei- und Naturkundemuseum
  • Türmerstube
  • Imkereimuseum
  • Fluvius-Museum

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Wassertrüdinger Volksfest
  • „Trüdinger“ Nußmärtel-Treiben (immer am 10. November)
  • Internationales Motorradtreffen auf dem Hesselberg (MRC Wassertrüdingen) (immer am letzten vollen Juni-Wochenende)
  • Altstadtfest (immer 1. Juli-Wochenende)
  • Sonnwendfeuer der Evangelischen Landjugend
  • Afrika Karibik Fest

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Lokomotive in Wassertrüdingen

Durch Wassertrüdingen führt die Teilstrecke Nördlingen–Gunzenhausen der ehemaligen Ludwigs-Süd-Nord-Bahn, die als erste bedeutende Eisenbahnstrecke Bayerns Lindau mit Hof verband. Der Streckenabschnitt wird heute im Personenverkehr als Museumsbahn betrieben, seit einiger Zeit findet auch wieder Güterverkehr statt, den die BayernBahn durchführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wassertrüdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1366&attr=590&modus=automat&tempus=20110802/221027&hodie=20110802/224010
  3.  Gerhard Beck: „Allerlei Falle“ aus den Kirchenbüchern von Auhausen an der Wörnitz. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. 76, Selbstverlag, München 2013, ISSN 0005-7118, S. 57.
  4.  Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Wassertrüdingen (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 28). GFF, Nürnberg 2014, ISBN 978-3-929865-61-5.
  5. a b c d  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  6. a b c d e f  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707 und 708.
  7. Geschichte der Stadt Wassertrüdingen verfasst von Friedrich Löhrl, Wassertrüdingen, 1926
  8. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/dinkelsbuehl.htm
  9. http://geschichte-on-demand.de/bay_dinkelsbuehl.html
  10. Geschichte der Stadt Wassertrüdingen verfasst von Friedrich Löhrl, Wassertrüdingen, 1926