Seabury Quinn

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Seabury Grandin Quinn (auch unter dem Pseudonym Jerome Burke bekannt; * Dezember 1889 in Washington, D.C.; † 24. Dezember 1969) war ein amerikanischer Genre-Schriftsteller. Bekannt war er vor allem für seine okkulten Geschichten um den Detektiv Jules de Grandin, die unter anderem in Pulp-Magazinen wie beispielsweise Weird Tales erschienen. In seinem Beruf als Jurist widmete sich Seabury Quinn der Rechtsmedizin. Auf diesem Gebiet veröffentlichte er Fachliteratur für Leichenbestatter und Einbalsamierer und wirkte als Herausgeber von Fachzeitschriften sowie als Dozent an Fachschulen.

Geboren wurde Seabury Quinn in Washington, D.C., wo er auch aufwuchs. 1910 absolvierte er die juristische Fakultät der National University (heute Teil der George Washington University). Nach seinem Armeedienst im Ersten Weltkrieg zog Quinn nach New York, wo er sich seiner beruflichen Tätigkeit in der Rechtsmedizin mit dem Schwerpunkt Begräbnisrecht als Dozent und Herausgeber zuwandte.

Sein erstes veröffentlichtes Werk als Schriftsteller war "The Law of the Movies", in The Motion Picture Magazine, Dezember 1917. Es folgten weitere Veröffentlichungen in zeitgenössischen Pulp Magazines, wie Detective Story Magazine, Weird Tales oder The Magazine of Horror. In der Oktoberausgabe 1925 von Weird Tales führte er den Charakter des Detektivs Jules de Grandin ein[1], über den er in der Folge 93 Geschichten schrieb, die hauptsächlich in Weird Tales erschienen. Insgesamt gesehen war Seabury Quinn der produktivste Autor dieses Magazins, denn in 165 der insgesamt 279 erschienenen Ausgaben war ein Beitrag von ihm enthalten. Die Popularität von Quinns Geschichten übertraf sogar die seiner Zeitgenossen Robert E. Howard und H.P. Lovecraft, deren Werk erst posthum größere Beachtung fand.

1937 zog er wieder zurück nach Washington und war kurzzeitig als Verlagsvertreter tätig. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Anwalt bei Regierungsbehörden tätig. Neben dieser juristischen Tätigkeit und den Detektivgeschichten veröffentlichte er unter dem Pseudonym Jerome Burke Beiträge für ein Leichenbestatter-Fachblatt namens The Dodge Magazine. Diese Beiträge, die meist auf Anekdoten von Leichenbestattern beruhten, wurden später unter dem Titel "This I Remember: The Memoirs of a Funeral Director" wiederveröffentlicht[2].

1952 musste Seabury Quinn nach einer Serie von Schlaganfällen seine berufliche Karriere beenden und schied in den Ruhestand aus. Dies bedeutete auch das Ende für sein schriftstellerisches Engagement (seine letzte Pulp-Story, "Master Nicholas" wurde erst 1965 in der Winterausgabe von The Magazine of Horror abgedruckt). Quinn verstarb am Weihnachtsabend 1969.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Haining: The Classic Era of American Pulp Magazines. Chicago Review Press, Chicago 2001, ISBN 1-55652-389-0, S. 111f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seabury Quinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weird Tales Cover auf Barros.Rusf.ru
  2. This I Remember auf Batteredbox.com