Semester
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ein Semester (aus lat.: sex sechs und mensis Monat) ist seit dem 15. Jahrhundert eine bekannte Bezeichnung für ein Studienhalbjahr an Universitäten bzw. Hochschulen oder Volkshochschulen (VHS).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Semester in Deutschland
[Bearbeiten] Hochschulen
Das Studienjahr erstreckt sich auf das Wintersemester, das in Deutschland an den meisten Universitäten vom 1. Oktober bis zum 31. März des Folgejahres dauert und das folgende Sommersemester vom 1. April bis zum 30. September. Die Semester der Fachhochschulen beginnen zunmeist einen Monat früher. Die Semesterferien als vorlesungsfreie Zeit sind dabei einbezogen.
Die Vorlesungszeiten betragen im Winter etwa 15 und im Sommer etwa 14 Wochen. Sie beginnen an den meisten Hochschulen in der Mitte des ersten Semestermonats, also um den 15. Oktober bzw. April, und enden entsprechend im Februar bzw. Juli.
Die traditionellen Abkürzungen für die beiden Semestertypen sind WS und SS, z. B. „WS 2008/09“ bzw. „WS 2008“ oder „WS08“ und „SS 2009“ oder „SS09“. Um das Akronym der Schutzstaffel zu vermeiden, haben sich für das Sommersemester verschiedene Alternativformen entwickelt, die meist analog für das Wintersemester übernommen werden: WiSe und SoSe, Ws. und Ss. oder getrennt notiert „W 2008/09 S“ und „S 2009 S“.
Die Universität Mannheim verwendet seit Ende 2006 einen anderen Rhythmus, der Traditionen anderer Staaten, insbesondere einiger US-Hochschulen folgt. Das Herbstsemester (Abk. HS), manchmal auch Herbst-/Wintersemester (Abk. HWS) genannt, dauert vom 1. August bis 31. Januar, das Frühlings- oder Frühjahrssemester (Abk. FS), manchmal auch Frühjahrs-/Sommersemester (Abk. FSS) genannt, vom 1. Februar bis 31. Juli. Die Vorlesungszeiten beginnen im Herbstsemester Anfang September und enden an Weihnachten, im Frühjahrssemester laufen sie von Mitte Februar bis Mitte Juni.
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hatte 2007 beschlossen[1], bis Ende 2010 den Semesterbeginn an Universitäten bundesweit vorzuverlegen, aber konnte sich bisher[2] nicht auf ein Modell einigen.
[Bearbeiten] Berufsakademien und Oberschulen
An Berufsakademien sind die Semesterzeiten meistens zeitlich anders geregelt.
Als Semester wird auch das Halbjahr in den letzten beiden Jahren der gymnasialen Oberstufe bezeichnet. So muss ein Schüler, der unter der Voraussetzung des 9-jährigen Gymnasiums das Abitur erreichen will, insgesamt vier Semester belegen.
[Bearbeiten] Semester in Österreich
An österreichischen Hochschulen dauert das Wintersemester im Regelfall vom 1. September bis zum 28./29. Februar, das Sommersemester vom 1. März bis 30. August, einschließlich der vorlesungsfreien Zeit. Die Vorlesungen beginnen erst ab dem 1. Oktober und enden am 31. Januar beziehungsweise beginnen am 1. April und enden am 31. Juli. In der vorlesungsfreien Zeit werden in der Regel Klausuren, Prüfungen, Labor- und sonstige Praktika stattfinden und die Zeit wird zur Prüfungsvorbereitung oder Nachbereitung der Vorlesungen genutzt.
[Bearbeiten] Fachsemester
Als Fachsemester bezeichnet man alle Semester, die in einer Fachrichtung abgelegt worden sind. Dazu zählen auch Praxissemester.
[Bearbeiten] Ältere Semester
Oft bezeichnet man auch Studentenkohorten (Jahrgänge) als „Semester“ (z.B. „In der Veranstaltung sitzen vor allem fünfte Semester.“), scherzhaft besonders die langjährigen, also „älteren Semester“. Diese Bezeichnung ist mittlerweile auch allgemein als scherzhafte Bezeichnung für ältere Menschen gebräuchlich.
[Bearbeiten] Couleursemester
Eine korporative Besonderheit sind die Couleursemester in Studentenverbindungen, die allgemein die Semester der Zugehörigkeit zu seiner Studentenverbindung bezeichnen. Demnach ist beispielsweise ein Alter Herr mit hundertvierzig Couleursemestern seit siebzig Jahren Mitglied seiner Studentenverbindung.

