Sender Koblenz

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Sender Koblenz (1935–1974) in Koblenz-Lützel; für den SWR-Sender in Dieblich siehe Sender Koblenz (Dieblich-Naßheck).
Sender Koblenz

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Basisdaten
Ort: Koblenz
Land: Rheinland-Pfalz
Staat: Deutschland
Höhenlage: 84 m ü. NHN
Verwendung: Rundfunksender
Abriss: 1974
Turmdaten
Bauzeit: 1934
Bauherr: Reichspost
Baustoffe: Holz, Stahl
Betriebszeit: 1935–1974
Letzter Umbau (Turm): 1965
Gesamthöhe: 107 m
Daten der Sendeanlage
Wellenbereich: MW-Sender
Rundfunk: MW-Rundfunk
Stilllegung: 15. August 1974
Positionskarte
Sender Koblenz (Rheinland-Pfalz)
Sender Koblenz
Sender Koblenz
50.3752787.585Koordinaten: 50° 22′ 31″ N, 7° 35′ 6″ O

Der Sender Koblenz war eine Sendeanlage in Koblenz. Der 1935 errichtete Sender für Mittelwellenrundfunk im Stadtteil Lützel wurde 1974 abgerissen. Er ist nicht zu verwechseln mit dem SWR-Sender Koblenz.

Geschichte[Bearbeiten]

Gelände[Bearbeiten]

Auf dem Gelände des Senders stand ursprünglich das Festungswerk Rübenacher Schanze. Nach der Entfestigung 1920 ließ die Stadt Koblenz an dieser Stelle einen Sportplatz anlegen, obwohl das Areal zum einen noch von der französischen Besatzungsarmee beansprucht wurde und es ihr zum anderen auch nicht gehörte. Erst am 1. Januar 1934 konnte die Stadt nach jahrelangen zähen Verhandlungen die Liegenschaft schließlich unentgeltlich übernehmen.[1]

Die Oberpostdirektion Koblenz hatte 1932 den Bau eines Nebensenders beantragt, um die Versorgung des Großraums Koblenz zu gewährleisten.[2] Vor der Entscheidung für den Standort des neuen Senders hatte man 1933 bereits Versuchssender auf der benachbarten ehemaligen Bubenheimer Flesche, auf der Karthause und auf dem Oberehrenbreitstein errichtet. Ziel dieser Vorgehensweise war es, die Funkqualität an den ausgewählten Stellen zu kontrollieren, um so eine endgültige Entscheidung für den bestmöglichen Platz des Senders treffen zu können. Favorit war zu der Zeit noch die Bubenheimer Flesche.[3] Letztlich entschied man sich für die benachbarte Rübenacher Schanze, wo an Stelle des Sportplatzes nun der Sendeturm entstand.

Mittelwellensender[Bearbeiten]

Der Sender Koblenz verwendete von seiner offiziellen Eröffnung am 13. April 1935 bis 1965 als Antennenturm einen 107 Meter hohen Holzturm, der zwischen dem 2. Oktober 1934 und dem 15. November 1934 errichtet wurde. Dieser Turm war ursprünglich einer der beiden Türme des Senders Mühlacker, der 1934 im Zuge des Umbaus der Antennenanlage demontiert wurde. Von den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg blieb der Mast verschont, während die Studios zerstört wurden. Nach dem Krieg konnte der Sendebetrieb, nun unter dem Namen Radio Koblenz, am 14. Oktober 1945 wieder aufgenommen werden, am 31. März 1946 übernahm der Südwestfunk den Sender.[4]

1965 musste der Holzturm abgerissen werden, da die Stadt Koblenz den Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem dieses Bauwerk stand, gekündigt hatte. Als Ersatz wurde in unmittelbarer Nachbarschaft ein 52 Meter hoher, gegen Erde isolierter selbststrahlender Stahlfachwerkmast errichtet. Am 15. August 1974 stellte der Sender Koblenz seinen Betrieb ein. Heute befindet sich das Fernmeldeamt II der Deutschen Telekom an der Stelle des einstigen Senders Koblenz. Neben zahlreichen Bildern erinnert heute noch der Straßenname Am Sender an das 1974 abgerissene Bauwerk.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Kellermann: Die Schanzen des Systems Feste Kaiser Franz, in: Feste Kaiser Franz. Zur Geschichte des Festungswerks und des Systems Feste Franz in Koblenz-Lützel. Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum Feste Kaiser Franz e.V., hrsg. von Feste Kaiser Franz e.V., Koblenz 2008, S. 75-80, ISBN 978-3-934795-55-6.
  • Walter Klingler: Radio Koblenz - eine Episode des Nachkriegsrundfunks, Koblenz 1984 [Veröffentlichungen des Landesmuseums Koblenz. Staatliche Sammlung technischer Kulturdenkmäler. 22. Hrsg. Ulrich Löber]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kellermann, Vom Festungswerk zur Parkanlage: Die Bubenheimer Flesche 1920–1969, Seite 86.
  2. Klingler, Radio Koblenz, Seite 5.
  3. Koblenzer Volkszeitung Nr. 262, 15. November 1933, 1. Seite, 2. Blatt: Rings um die Bubenheimer Flesche.
  4. Klingler, Radio Koblenz, Seiten 25 und 37.