Sichelbachbecken

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Sichelbachbecken
VorwerkSichelbach.jpg
Lage: in Kassel; Hoher Habichtswald, Hessen (Deutschland)
Zuflüsse: Grabensystem
Abflüsse: Bach- und Rohrsystem zu den Kaskaden am Herkules
Größere Städte in der Nähe: Kassel
Sichelbachbecken (Hessen)
Sichelbachbecken
Koordinaten 51° 19′ 3″ N, 9° 22′ 42″ O51.3175555555569.3783888888889Koordinaten: 51° 19′ 3″ N, 9° 22′ 42″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: Anfang des 18. Jahrhunderts
Höhe über Gründungssohle: ca. 10 m
Kronenlänge: ca. 250 m
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) ca. 540 m ü. NHN[1]
Wasseroberfläche ca. 6.300 m²dep1
Stauseelänge ca. 90 mdep1
Stauseebreite ca. 70 mdep1
Speicherraum ca. 40.000 m³
Besonderheiten:

Hauptspeicherbecken der Kasseler Wasserspiele

Das Sichelbachbecken (auch Sichelbachteich genannt) ist ein Staubecken im westlich der nordhessischen Stadt Kassel liegenden Hohen Habichtswald.

Es ist das Hauptspeicherbecken der Kasseler Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe und entstand mit dem Beginn der Bauarbeiten am Herkules kurz nach 1700.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Sichelbachbecken befindet sich auf den Hochlagen des Hohen Habichtswaldes im Naturpark Habichtswald. Im Westen des Kasseler Stadtgebiets liegt es direkt an der Grenze zur Gemeinde Habichtswald 1.065 m (Luftlinie) westlich vom Herkules bei rund 540 m ü. NHN[1] auf den bewaldeten Ostausläufern vom 597 m hohen Großen Steinhaufen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das rechteckige, bis zu 7 m tiefe Sichelbachbecken, das als Staubecken etwa 40.000 m³ Fassungsvermögen und 6.300 m² Fläche aufweist, wird durch Oberflächen- und Quellwasser des angrenzenden Hochplateaus zu dem auch der Essigberg gehört gespeist. Für das Wasser der Schneeschmelze wurde ein Wassergrabensystem zum Staubecken angelegt welches an der nordwestlichen Seite in das Becken eingeleitet wird. Das Grabensystem ist in weiten Teilen erhalten wenn auch durch (Wege)Bauarbeiten zerstört und nicht mehr in Funktion. Es existiert jedoch in einer Reihe von Feuchtbiotopen und kleineren Seen, für das Gesamtsystem jedoch funktionslos, weiter. Ein in der Grabentrasse geführtes unterirdisches Frischwasser Rohr- bzw. Kanalisationssystem speist heute das Becken. Kanaldeckel im Wald weisen auf den ungefähren Verlauf hin. Ursprünglich ging das vollständige Grabensystem von einem der Quellbächen der Ahne bzw. von deren Oberlauf westlich der „Kastanienallee“ her aus. Das genaue aktuelle Zapfsystem des Wassers müsste ermittelt werden. Es ist davon auszugehen, dass es heute immer noch wie früher ohne Pumpen oder mechanische Schöpfhilfen auskommt.

Der Erdschüttdamm des Beckens ist etwa 250 m lang.

Vom Sichelbachbecken gelangt das Wasser durch eine Leitung (nach dem Prinzip der Kommunizierenden Röhren) unterirdisch durch die Talmulde zum rechteckigen Löschwasserteich, das von Mauern eingefasste Staubecken zwischen dem „Oktogon“ und dem oberen Parkplatz an der Gaststätte „Zum Herkules“. Der namensgebende Sichelbach hingegen umfließt diese Talmulde sichelförmig und mündet in dem teilweise unterirdisch angelegten „Unglücksteich“, der sich etwas unterhalb vom Oktogon des Herkules, linker Hand vom „Artischockenbecken“ befindet. Die letzten 100 m dieses Bachs waren von Anfang an unterirdisch ausgeführt, erst im 20. Jahrhundert wurden weitere Bachabschnitte von der Oberfläche verbannt. Beide Becken – der „Feuerlöschteich“ sowie der „Unglücksteich“ – speisen die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe.

Vorwerk Sichelbach[Bearbeiten]

Unmittelbar unterhalb des Staudamms des Sichelbachbeckens, der das Staubecken auf drei Seiten umschließt, steht das „Vorwerk Sichelbach“, dessen Vorgängergebäude während der Bauarbeiten zwischen 1701 und 1717 als Stall entstand. Heute steht hier nebst daran angebautem Wohnhaus ein Backsteinbau, aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Heidelbach: Die Geschichte der Wilhelmshöhe. Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1909
Faksimile, Hrsg: Dieter Carl, Vellmar 2005