Hoher Habichtswald
| Hoher Habichtswald | |
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Lage des Hohen Habichtswaldes im Habichtswälder Bergland |
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Hoher Habichtswald von Nordwesten (Großer Bärenberg) |
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| Höchster Gipfel | Hohes Gras (614,8 m ü. NN) |
| Lage | Kreisfreie Stadt Kassel und Landkreis Kassel; Nordhessen (Deutschland) |
| Teil des | Habichtswälder Berglandes |
| Koordinaten | 51° 18′ 50″ N, 9° 22′ 54″ O51.3138888888899.3816666666667614.8Koordinaten: 51° 18′ 50″ N, 9° 22′ 54″ O |
| Typ | Mittelgebirge |
| Gestein | Basalt |
| Fläche | 38,21 km² |
Der Hohe Habichtswald, meist nur Habichtswald genannt, ist ein 38,21 km² großer, mit dem Berg Hohes Gras im Maximum 614,8 m ü. NN hoher und überwiegend bewaldeter Höhenzug im Gebiet der kreisfreien Stadt Kassel und im Landkreis Kassel in Nordhessen. Er ist (namensgebender) Teil und Unter-Naturraum des ebenfalls oft nur mit Habichtswald bezeichneten Mittelgebirges Habichtswälder Bergland (Haupteinheit 342) und trägt die Kennziffer 342.00.[1]
Der Großteil des basaltischen Hohen Habichtswaldes, der im Naturpark Habichtswald liegt, gehört zum Gebiet der Großstadt Kassel, deren Bebauung partiell in das Gebirge hinein reicht, der Rest zählt zu mehreren angrenzenden Gemeinden des Landkreises Kassel.
International bekannt ist der Hohe Habichtswald durch den Bergpark Wilhelmshöhe, in dem unter anderem das Schloss Wilhelmshöhe, der Kasseler Herkules und die Kasseler Löwenburg stehen und die Kasseler Wasserspiele stattfinden.
Inhaltsverzeichnis |
Geographische Lage[Bearbeiten]
Der Hohe Habichtswald, der sich im Ostteil des Naturparks Habichtswald befindet, liegt direkt westlich von Kassel zwischen Ahnatal im Norden, der Gemeinde Habichtswald im Norden, Nordwesten und Westen, Schauenburg im Südwesten und Süden sowie Baunatal im Südosten. Im Norden schließt sich jenseits des Dörnbergpasses das Massiv des Dörnbergs (Naturraum Dörnberg und Schreckenberge), im Westen jenseits der Habichtswälder Senke die Hinterhabichtswälder Kuppen mit dem Großen Bärenberg und im Südwesten schließen sich die Langenberge an. Der höchste Berg ist das Hohe Gras (614,8 m ü. NN).
Beschreibung[Bearbeiten]
Der Hohe Habichtswald ist ein Waldgebiet mit naturnahen Laubbaumbeständen, in dem es viele Wiesen- und Weideflächen gibt. Mit vielen Wanderwegen ist er beliebtes Naherholungsgebiet im nordhessischen Ballungsraum. In den abwechslungsreichen Waldflächen kommen auch seltene Baumarten (Bergahorn, Bergulme und Elsbeere) vor. Viele alte Buchenbestände haben sich natürlich verjüngt und weisen heute mehrschichtige Waldbilder auf, die auch einen hohen Erholungswert haben.
Es gibt einige kleinere Seen, die auf Basaltabbau zurückzuführen sind (z. B. Blauer See, Erlenloch, Höllchen und Silbersee). Zudem sind zahlreiche Teiche und Staubecken (z. B. Asch, Fontainenteich, Lac bzw. Schlossteich und Sichelbachbecken) im Rahmen des Bergpark Wilhelmshöhe vorhanden.
Die forstwirtschaftliche Nutzung hat eine große Bedeutung, wobei auf die Tier- und Pflanzenwelt jedoch besondere Rücksicht genommen wird, was der Flora und Fauna zugute kommt. Der Hohe Habichtswald ist Staatswald, also im Besitz des Landes Hessen, und wird vom Forstamt Wolfhagen und 3 Förstereien betreut. Innerhalb des Gebirgszuges bekommt der Besucher vielerorts abwechslungsreiche, schöne Waldbilder zu sehen, auf vielen Wanderungen trifft man auf große Fichtenbestände, junge bunte Mischwälder und alte knorrige Buchen, auf den großen Waldwiesen, die nur einmal im Jahr (August) gemäht werden, gedeihen und blühen in den Frühlings- und Sommermonaten zahlreiche oft seltene Blumen und Gräser.
An zahlreichen Waldwegen und großen Wiesenflächen wurden schöne Alleen mit Eberesche, Rosskastanie, Mehlbeere und Obstbäumen angelegt, die im Herbst eindrucksvoll ihre bunten und leuchtenden Früchte zeigen. Ein schönes Bild für jeden Naturliebhaber bietet beispielsweise die langgestreckte Kastanienallee, die sich in der Gegend zwischen dem Herkules, dem Essigberg und dem Wuhlhagen befindet.
Von vielen Spazier- und Wanderwegen des Hohen Habichtswaldes, in dem zahlreiche Waldgaststätten zum Verweilen einladen, kann man gute Aussichtsmöglichkeiten in die nordhessische Landschaft genießen. Viele Forstwege sind besonders für Wanderer gestaltet und mit Rastmöglichkeiten versehen. Selbst auf Kunst muss der Waldbesucher nicht verzichten; neben den von der Natur durchaus künstlerisch gestalteten alten Baumgestalten findet man in der Nähe des Blauen Sees die Künstler-Nekropole.
Windwurfschäden durch Kyrill[Bearbeiten]
In der Nacht vom 18. zum 19. Januar 2007 hat der Orkan Kyrill mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h den Hohen Habichtswald sehr stark getroffen. Es wurden über 350.000 Bäume entwurzelt oder umgeknickt, was etwa 150.000 Festmetern entspricht. Die Flächen wurden inzwischen von den gebrochenen oder geworfenen Bäumen befreit und es wurden Neuanpflanzungen mit verschiedenen Baumarten (Buche, Bergahorn, Esche, Douglasie usw.) vorgenommen.
Berge[Bearbeiten]
→ siehe auch: Liste von Bergen und Erhebungen des Naturparks Habichtswald
Zu den Bergen, Erhebungen und deren Ausläufern des Hohen Habichtswaldes gehören – nach Höhe in Meter (m) über Normalnull (NN) sortiert:
- Hohes Gras (614,8 m) – mit Aussichtsturm von 1890 und kleinem Skigebiet mit Skilift
- Uhlenstein (ca. 607,5 m) – Westausläufer des Hohen Grases
- Essigberg (ca. 597,5 m) – mit Fernmeldeturm Habichtswald, Trimm-dich-Pfad und Ahne-Quellgebiet
- Großer Steinhaufen (597 m) – mit Loipe
- Ahrensberg (ca. 575 m) – am Südhang befindet sich die Baunaquelle
- Ziegenkopf (564,7 m) – mit Quelle der Drusel; bis 1980 Standort einer Holz-Skisprungschanze
- Kaulenberg (ca. 545 m) – mit Ursprung der „Kleinen Bauna“
- Elfbuchen (ca. 535 m) – mit von Bäumen überragtem Aussichtsturm
- Karlsberg (526,2 m) – Standort des Herkules auf ca. 515 m Höhe
- Großer Auskopf (518 m) – Essigberg-Ausläufer
- Junkerkopf (466 m) – mit Burgruine Igelsburg und nahem Silbersee
- Brasselsberg (434,2 m) – mit Aussichtsturm Kasseler Bismarckturm
- Baunsberg (413,4 m) – Hausberg von Baunatal
- Firnskuppe (313,9 m) – mit nahem Daspel, Hausberg des Kasseler Stadtteils Harleshausen
Gewässer[Bearbeiten]
Im Hohen Habichtswald befinden sich zahlreiche Gewässer, dazu gehören:
Fließgewässer[Bearbeiten]
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Stillgewässer[Bearbeiten]im Kasseler Teil:
im Habichtswalder Teil:
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Bergbau[Bearbeiten]
Seit dem 16. Jahrhundert wurde im Hohen Habichtswald Braunkohle untertage abgebaut. Schon im Mittelalter wurde sie im Tagebau gewonnen, meist zur Versorgung kleiner Glashütten. Geringe Raseneisensteinvorkommen wurden auch verarbeitet. Die letzten Kohlegruben verschwanden in den 1960er-Jahren. Heute gibt es nur noch wenige Steinbrüche, in denen vor allem Basalt abgebaut wird; speziell zum Zweck der seit 2005 stattfindenden Herkulessanierng wurde nahe dem Druseltal ein alter Steinbruch aufgeschlossen. Zum Abtransport von Kohle und Basalt wurde von 1903 bis 1961 die Herkulesbahn genutzt.
Sehenswürdigkeiten und Wandern[Bearbeiten]
An der Ostflanke des Hohen Habichtswaldes, zur Stadt Kassel hin, liegt der Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Schloss Wilhelmshöhe, der Löwenburg und dem Herkules, dem Ausgangspunkt der Kasseler Wasserspiele. Etwas nördlich des Herkules steht der derzeit gesperrte Aussichtsturm Elfbuchen, einiges unterhalb davon liegt der Blaue See mit der Künstler-Nekropole. Zu den Wanderwegen der Landschaft gehören: Ederseeweg, Fulda-Diemel-Weg, Habichtswaldsteig, Herkulesweg, Kassel-Steig, Märchenlandweg und Studentenpfad.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Karte und Beschreibung im Umweltatlas Hessen
Allgemeine Quellen[Bearbeiten]
- BfN
- Kartendienste
- Landschaftssteckbrief Habichtswälder Bergland
- LAGIS: Geologische Karte Hessens
Literatur[Bearbeiten]
- Habichtswald. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 7, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 985.
Weblinks[Bearbeiten]
- Karte und Luftbild des Habichtswaldes mit Grenzen und allen wichtigen Erhebungen / Placemarks (Google Earth erforderlich)