Sidonia Hedwig Zäunemann

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Sidonia Hedwig Zäunemann
Grab in Plaue

Sidonia Hedwig Zäunemann (* 15. Januar 1711[1] in Erfurt; † 11. Dezember 1740 in Plaue) war eine deutsche Dichterin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Sidonia Hedwig Zäunemann wurde 1711 als Tochter des Advokaten und Notars Paul Nikolas Zäunemann in Erfurt geboren und wuchs dort in ihrer bürgerlichen streng gläubigen Familie auf, in deren Wohnung sie zeitlebens wohnen blieb. Schon früh zeigte sich ihre Tendenz, aus der vorgegebenen weiblichen Rollenverteilung ihrer Zeit auszubrechen. Sie lehrte sich selbst Französisch und Latein, und zeichnete sich durch großen Lerneifer aus.

Sie unternahm mehrere Reisen nach Ilmenau zu ihrer Schwester, alleine zu Pferd und als Mann verkleidet, da es sonst in dieser Zeit für eine Frau unmöglich war, alleine zu reisen. Weiter war sie eine der ersten Frauen, die ein Bergwerk besuchte, ihre Eindrücke verarbeitet sie in ihrem Gedicht Das Bergwerk zu Illmenau.

Zu Zäunemanns bekanntesten Werken zählen ihre Gedichte. Ihre ersten Werke waren Gelegenheitsdichtungen für Hochzeiten oder Festivitäten. Als ihr dichterisches Vorbild nannte sie Christiana Mariana von Ziegler, die den gesellschaftlichen Normen angepasster, dafür aber auch bekannter und beliebter als Zäunemann war. Ziegler war die erste Frau, die mit dem Titel kaiserlich gekrönte Dichterin geehrt worden war. 1738 erhielt auch Zäunemann von der Universität Göttingen diesen Ehrentitel.

In ihrem Werk greift sie radikal und selbstbewusst die gesellschaftliche Vorherrschaft der Männer an und verurteilt die These, dass Frauen Menschen zweiter Klasse seien. Durch diese Äußerungen und ihr unkonventionelles Leben galt sie lange Zeit als Außenseiterin, und ihr Einfluss auf spätere Dichterinnen war dadurch geringer als der von Christiana Mariana von Ziegler.

Sidonia Zäunemann starb 1740 bei einem ihrer Ausritte, als sie von einer vom Hochwasser beschädigten Brücke über die Gera in die Fluten stürzte.

[Bearbeiten] Literatur

  • P. St. Selig Cassel: Erfurt und die Zäunemannin. Eine literaturhistorische Skizze. In: Weimarisches Jahrbuch für deutsche Sprache, Litteratur und Kunst, III. Band (1855), S. 426–457 (Digitalisat)
  • Woldemar LippertZäunemann, Sidonia Hedwig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 44, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 723–725.
  • Gisela Brinker-Gabler (Hrsg.): Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-596-21994-9, S. 121 ff.
  • Zäunemannin, Sidonia Hedwig. In: Zedlers Universal-Lexicon, Band 60, Leipzig 1749, Spalte 1126 f.
  • Jean M. Woods, Maria Fürstenwald: Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und gelehrte Frauen des deutschen Barock. Ein Lexikon. Stuttgart 1984, S. 135–136, ISBN 3-476-00551-8
  • Göttingen im 18. Jahrhundert. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Texte und Materialien zur Ausstellung im Städtischen Museum und im Stadtarchiv Göttingen 26. April – 30. August 1987. Göttingen 1987, S. 326–327.
  • Deutsche Literatur von Frauen. Erster Band. Vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Herausgegeben von Gisela Brinker-Gabler. München 1988, ISBN 3-406-32814-8, S. 307 ff

[Bearbeiten] Weblinks

 Wikisource: Sidonia Hedwig Zäunemann – Quellen und Volltexte
 Commons: Sidonia Hedwig Zäunemann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ute Wermer: Wer will die Zeiten loben? Eine Barockdichterin zwischen Hofknicks und Waldritt. in Potsdamer Forschungen 2009, Heft 2, ISSN 0939-9674
    und Biografie auf zeno.org, abgerufen 23. August 2010
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