Lorbeerkranz

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Dante Alighieri mit Lorbeerkranz, Portrait von Sandro Botticelli, 1495
Gemälde von Marie-Victoire Jaquotot: Portrait von Napoleon Bonaparte im Krönungsmonat mit goldenem Lorbeerkranz
Antiker Lorbeerkranz aus Gold aus dem 4./3. Jahrhundert v. Chr., vermutlich aus Zypern, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
Antike griechische Münze mit lorbeerumkränzter Eule, als weise geltendes Begleittier der mit Helm abgebildeten Göttin Athene, um 152/151 v. Chr.
Antike römische Münze mit lorbeerbekränztem Gaius Iulius Caesar aus dem Jahr 44 v. Chr.
Lorbeerbekränztes Eingangstor Schloss Nymphenburg, München
Stadtsiegel von New York City mit umlaufendem Lorbeerkranz
Großes Bundessiegel der Bundesrepublik Deutschland, im Unterschied zum Kleinen Bundessiegel umgibt ein Lorbeerkranz den Bundesadler
Siegessäule in Berlin-Tiergarten: Victoria mit erhobenem Lorbeerkranz. Der stilisierte Speer zeigt das preußische Eiserne Kreuz im Eichenlaubkranz.
Herkules mit Lorbeer bekrönt, Gemälde von Matthaeus Terwesten
Uniformkäppi für den General der Schweizer Armee mit lorbeerumkränztem Spiegel
Ordre National de la Légion d’Honneur, Französischer Nationalorden der Ehrenlegion mit Lorbeerkranz
Offizielle Medaille der Olympischen Sommerspiele von 1904 in St. Louis mit Lorbeerkränzen
Nobelpreis-Urkunde mit Lorbeerkranz und -umrahmung für Wilhelm Conrad Röntgen
Denkmal für Dante Alighieri mit Lorbeerkranz in Firenze (Florenz)
Artefakt mit Lorbeerkranz im Museum für Kunst der Antike in Milano (Mailand)

Ein Lorbeerkranz ist ein aus Zweigen und Blättern des Lorbeer (lat. laurus) geformter Kranz. Der Lorbeerkranz ist ein Symbol und eine Insigne für eine besondere Ehre oder Auszeichnung, insbesondere für einen Sieg oder einen besonderen Erfolg. Daher wird er auch als Siegerkranz bezeichnet. Lorbeerkränze sind häufig golden dargestellt.

Antike[Bearbeiten]

Antikes Griechenland[Bearbeiten]

Der immergrüne Lorbeerstrauch bzw. Lorbeerbaum galt in der Mythologie des antiken Griechenland als Symbol der gesundheitlichen und moralischen Reinigung sowie der Sühne. In den kultischen Handlungen um den griechischen Gott Apollon übernahm der Lorbeer eine bestimmte Aufgabe, indem er ihn an die geliebte Nymphe Daphne erinnerte, die vor seinen Nachstellungen gerettet wurde, indem sie von ihrem Vater in einen Lorbeerstrauch verwandelt wurde: So entstand der erste Lorbeerbaum. Für Apoll wurde der Strauch durch die Verwandlung heilig, daher trug er als Ausdruck seines Kummers und Schmerzes über die nicht erwiderte Liebe einen Lorbeerkranz auf dem Kopf. Der Überlieferung zufolge wurde ein erstes Orakel des Apoll „durch das Rauschen des Lorbeer“ verkündet. Tempel und Heiligtümer zu Ehren des Apollon wurden mit Lorbeer geschmückt und mit Besen aus zusammengebundenen Lorbeerzweigen gereinigt. Das Orakel von Delphi sprach mit einem Lorbeerblatt im Mund. Bei den Anhängern von Hippokrates stand der Lorbeer im Ruf, als Heilmittel gegen Frauenleiden zu wirken. Im alltäglichen Leben des antiken Griechenland schmückte der Lorbeerkranz herausragende Dichter und Sportler.[1][2][3]Lateinunterricht des Askanischen Gymnasiums[4]

Antikes Rom[Bearbeiten]

Auch in der römischen Mythologie spielte der Lorbeerkranz eine bedeutende Rolle. Im Kult um den Gott Jupiter war er Zeichen des Siegers, der lorbeerbekränzt (lat. laureatus) wurde.[5] Daher war der Lorbeerkranz bei der Rückkehr von Feldherren nach Rom Zeichen des militärischen Siegers (siehe corona triumphalis), während die Führer von Heeren, die einen weniger bedeutenden Erfolg erlangt hatten, sich bei einer ovatio mit einem Myrtenkranz begnügen mussten. Die Kränze wurden dabei nicht nur vom Triumphator, sondern von allen Teilnehmern des Triumphzuges getragen, mit Ausnahme der Sklaven. Später trugen auch die Kaiser Roms den Lorbeerkranz als Zeichen ihres Ruhmes. In deren Fall hielt allerdings ein hinter dem Kaiser stehender Sklave dem Triumphator zusätzlich einen Goldkranz (lat. corona ex auro Etrusca) über den Kopf.[6] Die Römer verbrannten Lorbeerblätter mit Salbei, Thymian, Verbene und Wacholder, um böse Geister zu vertreiben.[7]

Symbolik[Bearbeiten]

Der Lorbeerkranz ist vom Grundsatz her ein friedliches Symbol. Die runde Form steht für Vollkommenheit, die immergrüne Erscheinungsform des Lorbeerstrauches bzw. des Lorbeerbaumes für Beständigkeit bzw. Unsterblichkeit. Schon bei den alten Griechen und Römern stand er für Erfolg, Leistung, Sieg, Ruhm und Weihe.

Im Gegensatz zu einer königlichen oder kaiserlichen Krone versinnbildlicht der Lorbeerkranz eine Bürgerkrone (lat. corona civica, im römischen Reich allerdings aus Eichenlaub), die demzufolge von Feldherren, Wissenschaftlern, Dichtern und Sportlern errungen werden kann.

Wissenschaftsbereiche[Bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten]

Lorbeerkränze und -zweige werden in der Architektur sehr häufig als Schmuck-Element an Außenfassaden und in der Innenausstattung verwendet, vor allem in früheren Jahrhunderten. So sind beispielsweise Eingangstore des Schlosses Nymphenburg in München lorbeerumkränzt. Sehenswert sind auch die aufwändigen Plafonds des Schlosses Köpenick in Berlin, die barocke Stuckaturen mit Akanthusblatt und Lorbeerkranz zeigen.[8]

Design[Bearbeiten]

Form[Bearbeiten]

Der Lorbeerkranz erscheint in unterschiedlicher Ausprägung. Es gibt sowohl Darstellungen eines einzelnen Lorbeerzweiges, der als Kranz um das Haupt gewundenen wird als auch solche, bei denen zwei einzelne Lorbeerzweige am unteren Teil miteinander verflochten und zu einem Kranz gewunden werden. Bei dieser zweiten Variante werden die beiden Zweige so miteinander verbunden, dass die Blattspitzen jeweils in Gegenrichtung der Flechtstelle zeigen. Dementsprechend wird ein Lorbeerkranz so auf dem Kopf positioniert, dass die Blattspitzen gleichzeitig nach vorn und schräg nach oben zeigen. Dies steht für das positive Element, ein Voranstreben oder lebensbejahenden Elan. Die zweite Variante wird an der Flechtstelle häufig mit Zierbändern versehen, zum Beispiel in den Landesfarben. Der Lorbeerkranz bildet nicht zwingend eine geschlossene Form, sie kann ähnlich eines Hufeisens oben geöffnet sein. Beim Tragen weist die Öffnung stets nach vorn, der vordere Teil des Kopfes bzw. die Stirn bleibt also weitgehend frei. Bei zweidimensionalen Darstellungen zeigt die Öffnung des Lorbeerkranzes fast ausnahmslos nach oben.

Material[Bearbeiten]

In ihrer gegenständlichen Form bilden die Zweige des Lorbeer das ursprüngliche und natürliche Material des Lorbeerkranzes, später je nach Gelegenheit auch durch vom Menschen verarbeitete Materialien wie Metall, Natur- oder Kunstfasern ersetzt. In der Bildenden Kunst und der Architektur werden darüber hinaus weitere Materialien wie Glas, Holz, Edelmetalle, Natur- und Kunststein oder Putz verwendet. In der Medaillen-, Plaketten- und Münzprägung werden überwiegend Edelmetalle bzw. Legierungen aus Edelmetallen und anderen Metallen eingesetzt.

[Bearbeiten]

Zahlreiche Institutionen, Organisationen und Unternehmen benutzen den Lorbeerkranz als Logo, so nutzt zum Beispiel der britische Hersteller von Sportbekleidung, Fred Perry, einen Lorbeerkranz (engl. laurel wreath) als Firmenlogo, das auf alle Produkte gestickt, gewebt, geprägt oder gedruckt wird.[9] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte die tschechische Kraftfahrzeug-Marke Skoda zeitweise Logos, die von einem Lorbeerkranz umrahmt waren, ebenso die deutsche Fahrzeugmarke Benz.[10][11] Ähnliches gilt für die Marke Mercedes-Benz, deren Logo temporär mit einem Lorbeerkranz versehen war, der nach der Fusion von Benz mit Daimler (1926) als verbindendes Element zwischen den Namen Mercedes und Benz zunächst erhalten blieb.[12] Der Lorbeerkranz kann aber auch leicht mit den Zweigen eines Olivenbaums verwechselt werden, welches ein Symbol des Friedens und nicht des Triumphes ist. So verwenden die Vereinten Nationen (UNO) eine stilisierte Darstellung der Erde, die von Zweigen des Ölbaums umrahmt wird.[13]

Film[Bearbeiten]

Der Lorbeerkranz taucht auch im Film auf, so beispielsweise in der Science-Fiction als Emblem oder Flagge eines Volkes oder Völkerbundes (siehe Emblem der Vereinigten Föderation der Planeten (Star Trek)). Vom Ohnsorg-Theater in Hamburg gibt es ein Volksstück, das mit „Der Lorbeerkranz“ betitelt, im Deutschen Fernsehen gezeigt und auch als Video erhältlich ist. Aus dem Jahr 1912 stammt ein US-amerikanischer Stummfilm mit dem Titel „The Laurel Wreath of Fame“.

Heraldik[Bearbeiten]

Der Lorbeerkranz bzw. Lorbeerzweige sind auf vielen Wappen und Flaggen zu finden. Auf Staatswappen und -flaggen nutzen beispielsweise El Salvador, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru und Zypern einen Lorbeerkranz. Auch Wappen und Flagge des US-Bundesstaates New Hampshire zeigen einen Lorbeerkranz.[14][15][16][17][18] Auf deutschen Gemeindewappen findet sich der Lorbeerkranz beispielsweise in Aldenhoven (Kreis Jülich) bzw. früher in deren Ortsteil Siersdorf, und in Belecke (Ortsteil von Warstein).

Kunst[Bearbeiten]

In der Bildenden und Darstellenden Kunst finden sich seit der Antike Lorbeerkränze, so auf zahlreichen Gemälden, Mosaiken und Skulpturen, natürlich auch im Schauspiel. In der Basilika von Aquileia findet sich die Victoria christiana, das Symbol für das siegreiche Christentum. Dargestellt ist ein blondes Mädchen, das mit seiner Rechten einen Lorbeerkranz reicht. In seiner Linken trägt es einen Palmenzweig als Symbol für den Frieden. Es handelt sich dabei um eine christliche Interpretation der antiken Vorbilder Nike und Victoria.

Linguistik[Bearbeiten]

Der Begriff Laureat, (lat. für Lorbeerkranzträger, heute benutzte weibliche Form Laureatin), steht allgemein für Menschen, denen eine Ehrung zuteilgeworden ist – siehe auch lauréat (franz.) bzw. laureato (ital.).[19][20] Für einen Absolventen oder Akademiker bzw. den Hochschulabschluss steht laurea (f.).[21] Der Begriff ‘‘Poeta laureatus‘‘ hingegen bezeichnet dezidiert einen mit dem Lorbeerkranz gekrönten Dichter.

Lauréate bezeichnet hingegen bei der rumänischen Kraftfahrzeug-Marke Dacia eine gehobene Ausstattungsvariante von Pkw-Typen.

Redewendungen[Bearbeiten]

  • Die Redewendung „sich auf seinen Lorbeeren ausruhen“ bedeutet, sich nach vergangenen Erfolgen mit aktuellem Engagement zurückzuhalten. Schüler und Sportler bekommen nach einer erbrachten guten Leistung häufig die Ermahnung, „sich nicht auf ihren Lorbeeren auszuruhen“, sondern im gleichen Maß weiter zu lernen bzw. zu trainieren.

Sprichwörter[Bearbeiten]

  • Das Sprichwort „Lorbeer macht nicht satt; besser wer Kartoffeln hat“ steht dafür, dass man vom Ruhm allein nicht leben kann.

Literatur[Bearbeiten]

Seit mehr als 340 Jahren werden im englischen Sprachraum ausgezeichnete Dichter als Poet laureate bezeichnet, die im Vereinigten Königreich vom Premierminister vorgeschlagen und vom König bzw. von der Königin ernannt werden.[22][23][24] In den Vereinigten Staaten besteht eine vergleichbare Tradition: Dort wird vom Librarian of Congress, dem Bibliothekar des Kongresses, in Absprache mit dem amtierenden Poet Laureate sowie herausragenden Literatur- und Lyrikkritikern der jeweils neue Poet Laureate ernannt.[25]

Gedichte[Bearbeiten]

  • So lern auch diese Zweige (Lorbeer) tragen, die || Das Schönste sind, was wir dir geben können. || Wem einmal würdig sie das Haupt berührt, || Dem schweben sie auf ewig um die Stirn
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Es schwellt der Orange benebelnder Duft || Fast heimlich herbei und berauscht meinen Sinn, || Es kühlt stiller Lorbeer die windliebe Luft, || Und Myrten enthaucht es, kaum merkbar: ich bin!
Theodor Däubler (1876-1934)[26]

Es gibt weitere Gedichte, die den Lorbeerkranz thematisch aufgreifen, sogar solche, die ihm gewidmet sind, wie das Gedicht Der Lorbeerkranz von Johann Gottfried Herder (1744 – 1803) aus dem Jahr 1771. Über den Einzelnachweis kann das komplette Gedicht abgerufen werden.[27]

Sagen[Bearbeiten]

Der Lorbeerkranz wird auch in Geschichten und Sagen erwähnt.[28]

Zitate[Bearbeiten]

  • „Den blut'gen Lorbeer geb' ich hin mit Freuden fürs erste Veilchen, das der März uns bringt“
Friedrich von Schiller (1759 – 1805)
  • „Der Lorbeer und der Hochmut sind gefährlich“
Adelbert von Chamisso (1781 – 1838)
  • „In jedem Lorbeer drückt ein Dornenkranz“
Ernst Ziel (1841 – 1921)
  • „Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, trägt sie an der falschen Stelle“
Mao Tse-Tung (1893 – 1976)
  • „Manchmal drückt ein Lorbeerkranz mehr als eine Dornenkrone“
Wolfgang Eschker (* 1941)
  • „Lorbeer gehört zu den seltenen Pflanzen, die man nicht säen und doch ernten kann“
Peter Maiwald (1946 – 2008)

Militär[Bearbeiten]

Zahlreiche Abbildungen, Abzeichen[29][30][31][32], Orden[33] wie zum Beispiel der nationale Orden der französischen Ehrenlegion (franz. Ordre National de la Légion d’Honneur)[34], Rüstungen und andere Militaria zeigen Lorbeerkränze, so beispielsweise die U-Boot-Frontspange der reichsdeutschen Kriegsmarine.

Musik[Bearbeiten]

Auch in der Musik kommt der Lorbeerkranz vor, hier ist das während des Deutschen Kaiserreiches zwischen 1871 und 1918 oft intonierte preußische Lied Heil dir im Siegerkranz zu nennen, wo der Lorbeerkranz gleich im Titel thematisiert und in der vierten Strophe der Lorbeer erwähnt wird. In der ersten Strophe der Volkshymne Gott erhalte Franz, den Kaiser für den österreichischen Kaiser Franz II., die erstmals 1797 gesungen wurde, wird der Lorbeerkranz beschrieben:

Ihm erblühen Lorbeerraiser, || Wo er geht, zum Ehrenkranz!

1826 wurde die Textfassung revidiert, danach hießen die beiden Textzeilen:

Liebe windet Lorbeerraiser, || ihm zu ewig grünem Kranz!

Später wurden noch weitere Revisionen des Textes vorgenommen.

Numismatik[Bearbeiten]

Auf Abbildungen der Göttin Pax (lat. für Friede) symbolisierten entweder Lorbeerkranz oder Lorbeerzweig den Frieden, so beispielsweise auf Münzen der römischen Kaiserzeit. Auf Münzen aller Epochen findet sich der Lorbeerkranz häufig auf dem Kopf von Göttern und weltlichen Würdenträgern. Auf vielen Münzen der Neuzeit wird ein Lorbeerzweig als Randverzierung dargestellt.[35]

Eine Goldmünze des beginnenden 17. Jahrhunderts wurde sogar dezidiert als Laurel (engl. für Lorbeer) bezeichnet, da sie erstmals einen englischen König (Jacob I.), den Sohn von Maria Stuart, mit Lorbeerkranz darstellte. Im deutschsprachigen Raum wurde sie damals unter Bezug auf Jacob I. als Jacobus bzw. Jakobiner bezeichnet.

Religion[Bearbeiten]

Der Lorbeerstrauch bzw. -baum galt in der Mythologie des antiken Griechenland als Symbol der Reinigung und Sühne. Für den griechischen Gott Apollon und seine Verehrer erlangte der Lorbeerstrauch den Status eines heiligen Symbols, weil sich die Nymphe Daphne in einen solchen verwandelte.[36]

Christliche Namensgebung[Bearbeiten]

Die Christen bevorzugten Namen, die in Bezug zu ihrer Religion standen, zum Beispiel von den Aposteln oder Märtyrern, meist mit einfachen Vornamen lateinischen oder griechischen Ursprungs:

  • Laurentius (lat. für Lorbeer), davon abgeleitet: Laurence, Laurent, Laurentin, Laurenz, Lawrence, Lorenz (m.) bzw. Laura, Laure, Lauren, Laureen, Laurena, Laurène, Laurentia, Lauretta, Laurette, Lauri, Laurie, Lauryn (f.) oder
  • Stephanos (griech. στέϕανος für Kranz/Krone), davon abgeleitet: Stefan, Steffen, Stephan, Stephen, Steve (m.) bzw. Stefanie, Steffi, Stephanie (f.) etc.[37][38]

Sphragistik[Bearbeiten]

Auf Siegeln von Urkunden findet sich ebenfalls der Lorbeerkranz, insbesondere auf Gemeinde- und Stadtsiegeln, wenn in deren Stadtwappen ein Lorbeerkranz dargestellt wird. Über den hier angegebenen Einzelnachweis ist das Foto des Majestätssiegels der österreichischen Kaiserin Maria Theresia mit Lorbeerkranz abrufbar.[39]

Sport[Bearbeiten]

Im alten Griechenland erhielten Sportler der Pythischen bzw. Delphischen Spiele als einzige Anerkennung ihres ehrenvollen Sieges einen Lorbeerkranz.[40] Auch bei den Olympischen Spielen der Antike und der Neuzeit spielen Lorbeerkränze eine Rolle.[41][42][43][44]

Insbesondere in der Turnbewegung des 19. Jahrhunderts um den als Turnvater apostrophierten Friedrich Ludwig Jahn nahm der Lorbeerkranz eine besondere Bedeutung ein. So wird beispielsweise das aus den Initialen des Frisch, fromm, fröhlich, frei gebildete Turnerkreuz auf einigen Darstellungen, Vereinswappen und Monumenten von einem Lorbeerkranz, manchmal auch von einem Eichenlaubkranz, eingerahmt. Dies hatte im Kontext von Leistung sowohl sportlichen als auch patriotisch-militärischen Bezug. Auch im Sport der heutigen Zeit wird er zum Teil als Siegersymbol benutzt, so auf Urkunden, Medaillen, Pokalen und Abzeichen wie beispielsweise dem aktuellen Deutschen Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) oder als floristisch gebundener Lorbeerkranz.[45][46][47]

Karneval[Bearbeiten]

Im Karneval bzw. auf Maskenbällen findet der Lorbeerkranz bei zahlreichen Maskierungen und teilweise bei der Dekoration Berücksichtigung.

Jubiläen[Bearbeiten]

Eine heute weiterhin gebräuchliche Anwendung des Lorbeerkranzes ist der Einsatz bei Jubiläen aller Art, seien es Hochzeitstag, Betriebszugehörigkeits- bzw. Dienstjubiläum, Firmengründung, Konfirmation, Schulabschluss oder Geburtstage. Dabei wird zumeist die entsprechende Anzahl von Jahren (z. B. 25, 50, 60, 75 usw.) in das Zentrum des Lorbeerkranzes gestellt. Papierwarenhändler, Floristen, Fotografen, Konditoren sowie anderes Gewerbe profitieren davon und halten entsprechende Lorbeerkränze aus Papier, Marzipan und anderen Materialien bereit.

Patriotismus[Bearbeiten]

Im Deutschen Reich wurden nach militärischen Siegen Ehrenmale mit dem meist figürlichen Motiv der Göttin Victoria (lat. für Sieg) errichtet. Dabei wird diese oft mit erhobenem rechten Arm dargestellt, einen Lorbeerkranz haltend. In der anderen, nach unten gerichteten Hand, hält sie meist einen Palmzweig, der – wie die Taube – symbolisch für den Frieden steht. In Berlin erhebt die Victoria auf der Siegessäule einen Lorbeerkranz, während das Eiserne Kreuz an ihrem Speer von Eichenlaub umkränzt ist. Auch am Niederwalddenkmal in Rüdesheim am Rhein braucht man nicht lange nach Lorbeerkränzen zu suchen. Sie sind an den Ecken des Denkmalsockels ebenso zu finden und an der erhobenen Kaiserkrone des Deutschen Reiches. Das von ihr gesenkt gehaltene Schwert wird von Lorbeerzweigen umkränzt; durch den Lorbeer ist das Schwert seiner eigentlichen Funktion enthoben und erhält damit einen eher wehrhaften als aggressiven Charakter.[48]

Persiflage[Bearbeiten]

Der Simplicissimus griff den Aspekt turnerischer Ehrungen und Ehrenzeichen in seinen gesellschaftskritischen Karikaturen auf. Allerdings ist bei der Zeichnung von Karl Arnold nicht eindeutig zu erkennen, ob es sich um einen Lorbeerkranz oder einen Eichenkranz handelt.[49]

Werbung[Bearbeiten]

Die Werbegrafiker haben sich in vielfältiger Weise des Lorbeerkranzes angenommen und verwenden ihn bei zahllosen Gelegenheiten, insbesondere um Produkte visuell als erfolgreich zu charakterisieren.[50] Ein ähnliches Ziel verfolgte man teilweise bei der Kreation von Prüf- und Gütesiegeln, als es darum ging, ausgezeichnete Produkte als herausragend zu kennzeichnen. Dafür steht beispielhaft der so genannte Blaue Engel bzw. Umweltengel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Birgit Bergmann: Der Kranz des Kaisers. Genese und Bedeutung einer römischen Insignie (= Image & context. Bd. 6). de Gruyter, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-11-020258-8 (Zugleich: München, Univ., Diss., 2006).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lorbeerkranz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Lorbeerkranz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Fontenrose: Didyma. Apollo's Oracle, Cult, and Companions. University of California Press, Berkeley CA 1988, ISBN 0-520-05845-3.
  2. Jean Gagé: Apollon Romain. Essai sur le culte d'Apollon et le dévelopement du „ritus graecus“ à Rome des origines à Auguste (= Bibliothèque des Écoles francaises d'Athènes et de Rome. Fasc. 182, ISSN 0257-4101). Boccard, Paris 1955.
  3. Michael Pettersson: Cults of Apollo at Sparta. The Hyakinthia, the Gymnopaidia and the Karneia (= Svenska Institutet i Athen. Skrifter 8°, Bd. 12). Åström, Stockholm 1992, ISBN 91-7916-027-1 (Zugleich: Göteborg, Univ., Diss., 1992).
  4. Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung (= Rowohlts Enzyklopädie 404). Neuausgabe in einem Band, 12. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-499-55404-6.
  5. Triumph auf: britannica.com
  6. Birgit Bergmann: Der Kranz des Kaisers. Genese und Bedeutung einer römischen Insignie auf: uni-muenchen.de (PDF-Datei; 102 KiloByte; 100 kB)
  7. Hendrik Simon Versnel: Triumph. An Inquiry Into the Origin, Development and Meaning of the Roman Triumph. Brill, Leiden 1970 (Zugleich: Leiden, Univ., Diss., 1970).
  8. Akanthusblatt und Lorbeerkranz auf: antika.de
  9. Fred Perry Logo auf: fredperry.com
  10. Skoda-Logos auf: new.skoda-auto.com
  11. Logo der Marke Benz auf: unitednetworker.com
  12. Foto: Mercedes-Benz Logo auf: cartype.com
  13. UN Flag and Emblem auf: un.org
  14. Flagge und Wappen Mexiko auf: britannica.com
  15. Flagge und Wappen Paraguay auf: britannica.com
  16. Flagge und Wappen Peru auf: britannica.com
  17. Flagge und Wappen Zypern auf: britannica.com
  18. Flagge und Wappen New Hampshire auf: britannica.com
  19. lauréat auf: dict.leo.org
  20. laureato auf: dict.leo.org
  21. laurea auf: dict.leo.org
  22. Poet Laureate auf: royal.gov.uk
  23. Poets Laureate auf: poetsgraves.co.uk
  24. First Female Poet Laureate in 340 Years in: The Independent, 22. Mai 2008
  25. Poet Laureates auf: loc.gov
  26. Das Nordlicht. Genfer Ausgabe, 1. Band, S. 44. Insel-Verlag Leipzig 1921 (PDF-Datei, 31,75 MegaByte; 33,3 MB)
  27. Johann Gottfried Herder: Der Lorbeerkranz (1771) auf: zeno.org
  28. Otto Beneke: Hamburgische Geschichten und Sagen. Hamburg: Perthes-Besser & Mauke, 1854, Seite 310. auf: wikisource.org
  29. Abzeichen der Schweizer Armee auf: vtg.admin.ch (PDF-Datei, 1,57 MegaByte; 1,6 MB)
  30. Uniformen und Abzeichen des Österreichischen Bundesheers auf: bmlv.gv.at
  31. Uniformen der Bundeswehr auf: bundeswehr.de (PDF-Datei, 1,5 MegaByte)
  32. Dienstgradabzeichen der Bundeswehr auf: bundeswehr.de
  33. Distinguished Service Order auf: britannica.com
  34. Orden der Ehrenlegion auf: britannica.com
  35. Lorbeerkranz in: Lexikon der numismatischen Fachbegriffe
  36. Phytomorphic motifs auf: britannica.com
  37. Christliche Namen auf: britannica.com
  38. Das große Lexikon der Vornamen. Bertelsmann, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-577-07694-4.
  39. Majestätssiegel Kaiserin Maria Theresia 1745–1765, 130 mm, rotes Wachs, mit umlaufendem Lorbeerkranz auf: numismatik-cafe.at
  40. Hugo Blümner: Leben und Sitten der Griechen. Freytag, Leipzig, Temsky, Prag 1887
  41. Lorbeerkranz für erfolgreiche Griechen in: Die Welt, 8. August 1996
  42. Fotostrecke: Edelmetall und Lorbeerkranz - Teil 1 auf: morgenweb.de
  43. Fotostrecke: Edelmetall und Lorbeerkranz - Teil 2 auf: morgenweb.de
  44. Den Lorbeerkranz konnte man versilbern in: Süddeutsche Zeitung, 6. August 2004
  45. Deutsches Sportabzeichen auf: deutsches-sportabzeichen.de
  46. Foto: Deutsches Sportabzeichen auf: sportkreis-frankfurt.de
  47. Lorbeerkränze für die Sieger des Hermannslaufes auf: hermannslauf.de (PDF-Datei; 596 kB)
  48. Reinhard Alings: Monument und Nation. de Gruyter, Berlin u. a. 1998, ISBN 3-11-014985-0, S. 526, auf: books.google.de
  49. Simplicissimus, Jg. XXVIII, H. 16 Karikatur von Karl Arnold, ohne Titel, S. 206 auf: weimar-klassik.de (PDF-Datei, 10,16 MB)
  50. Mercedes-Benz-Plakat, undatiert, nach 1926 auf: unitednetworker.com