Siegfried Selberherr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Siegfried Selberherr

Siegfried Selberherr (* 3. August 1955 in Klosterneuburg) ist ein österreichischer Wissenschafter im Bereich der Mikroelektronik. Er ist Universitätsprofessor am Institut für Mikroelektronik[1] an der Technischen Universität Wien (TU Wien), wo er primär an der Modellierung und Simulation von physikalischen Phänomenen in der Mikroelektronik forscht.

Leben[Bearbeiten]

Siegfried Selberherr ist seit 1988 Ordentlicher Universitätsprofessor für Softwaretechnologie mikroelektronischer Systeme an der TU Wien. Er studierte Elektrotechnik an der TU Wien, graduierte zum Diplom-Ingenieur 1978, promovierte zum Doktor der technischen Wissenschaften 1981 und habilitierte sich 1984. Danach war er Gastwissenschafter in den Bell-Laboratorien in den USA. Seit 1996 ist Selberherr 'Distinguished Lecturer' der IEEE Electron Devices Society.[2] Von 1998 bis 2005 leitete er als Dekan die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.[3] Seit 2001 ist Siegfried Selberherr Mitglied des Aufsichtsrats der ams AG und seit 2004 Mitglied (Vorsitz 2008-2013) des Beirats des Interuniversitären Departments für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln). In diesen Zeitraum fällt auch die Gründung des Universitäts- und Forschungszentrums Tulln (UFT),[4] welches Selberherr seit Anbeginn unterstützt. Das UFT als Teil des Technopol Tulln arbeitet mit mehreren externen Forschungseinrichtungen zusammen und hat seinen Forschungsfokus im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe.

Wirken[Bearbeiten]

Selberherr hat mit seinen Forscher-Teams in seiner wissenschaftlichen Laufbahn bis dato über 300 Beiträge in Zeitschriften und Büchern publiziert und mehr als 900 Veröffentlichungen in Tagungsbänden, davon über 130 mit eingeladenem Vortrag, beigetragen. Zusätzlich hat er zwei Bücher geschrieben und an der Herausgabe von weiteren 30 Werken mitgearbeitet. Er hat bisher über 90 Dissertationen betreut.

In seiner Forschungsarbeit hat Selberherr unter anderem einen Simulator für Metal-Oxide-Semiconductor-Bauelemente entwickelt (MINIMOS), in dem auch ein nach ihm benanntes Beweglichkeitsmodell für Ladungsträger implementiert ist. Weiters hat er zahlreiche Forschungsprojekte mit Halbleiterfirmen und Förderinstitutionen, wie etwa dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), der Christian Doppler Forschungsgesellschaft[5] oder dem European Research Council (ERC), geleitet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

(Auswahl)

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

  • VDE Verband deutscher Elektrotechniker (seit 1984)
  • SIAM Society for Industrial and Applied Mathematics (seit 1980)
  • IEEE Institute of Electrical and Electronics Engineers (seit 1979)
  • ACM Association for Computing Machinery (seit 1979)

Schriften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Institut für Mikroelektronik
  2. IEEE Electron Devices Society
  3. Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
  4. UFT am Campus Tulln Technopol
  5. Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG)
  6. Bulgarische Akademie der Wissenschaften
  7. ERC Advanced Grant 'MOSILSPIN'