Silowiki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Silowiki (russisch силовики; Singular: Silowik; abgeleitet vom russischen Wort für Kraft bzw. Stärke) ist im russischen Sprachgebrauch die Bezeichnung für Vertreter der Geheimdienste und der Armee[1], die in den Regierungen von Boris Jelzin und Wladimir Putin zu bedeutenden politischen Positionen kamen.

Rolle[Bearbeiten]

Die von den Silowiki geführten Ministerien sind traditionell das einflussreiche Innenministerium Russlands und das Russische Verteidigungsministerium.

Meistens werden die Silowiki als politische Kraft den liberalen Demokraten entgegengestellt. Die Silowiki bevorzugen großrussische konservative Ansichten und sympathisieren mit der autokratischen slawophilen Tradition, die auf die Regierungszeit des Zaren Alexander III. zurückgeht. In der Umsetzung ihrer Ziele gelten die Silowiki als pragmatische Realisten. Die Silowiki unterscheiden sich in ihrer ideologischen Ausrichtung deutlich von ideologischen Extremisten wie die nationalistische LDPR von Wladimir Schirinowski, die Bewegung Pamjat oder die zaristischen Schwarzhunderter.

Einschätzung[Bearbeiten]

Die Meinungen gegenüber den Silowiki sind in Russland polarisiert. Einige argumentieren, dass die Silowiki Russland am Hals gepackt hätten und seine zerbrechliche Demokratie bedrohten. Ihre Macht sei immens und sie präferierten eine etatistische Ideologie auf Kosten der individuellen Rechte und Freiheiten.

Andere Russen sehen in den Silowiki ein geeignetes Gegengewicht zu den Oligarchen, die Russland sonst ausplündern und seine Regierung unterwandern würden. Die Anhänger dieser Sicht vergleichen die Silowiki mit historischen Persönlichkeiten wie Edgar Hoover, der als Direktor des FBI eine kompromisslose Politik der Durchsetzung des Gesetzes betrieb.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. S. Kusnezow: Bolschoi tolkowyi slowar russkogo jasyka. Rossiiskaja akademija nauk, in-t lingwistitscheskich issledowanii, Norint, Sankt-Peterburg 1998, ISBN 5771100153, S. 1185.