Igor Iwanowitsch Setschin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Igor Setschin, 2009

Igor Iwanowitsch Setschin (russisch И́горь Ива́нович Се́чин; * 7. September 1960 in Leningrad) ist ein russischer Politiker und Manager. Er war bis 2008 ein enger Berater des Präsidenten Wladimir Putin und stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung. Seit dem 12. Mai 2008 ist er Vize-Ministerpräsident der Regierung der Russischen Föderation, außerdem ist er Vorstandsvorsitzender des Mineralölkonzerns Rosneft.

Biografie[Bearbeiten]

Setschin studierte französische und portugiesische Philologie an der Leningrader Universität und begann seine berufliche Laufbahn zunächst als Dolmetscher in Mosambik und Angola, ab 1988 als Angestellter in der Leningrader Stadtverwaltung. Dort war er bis 1996 tätig und arbeitete unter anderem auch mit Wladimir Putin, dem späteren Präsidenten, zusammen. 1996 wechselte er nach Moskau in die Präsidialverwaltung unter dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin. Im August 1999 wurde er zum Leiter des Sekretariats des Ministerpräsidenten befördert. Seit dem Amtsantritt Putins 2000 und bis zum Wechsel in die Regierung am 12. Mai 2008 bekleidete Setschin das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Präsidialverwaltung, seit März 2004 zusätzlich als Präsidentenberater.

Daneben ist Setschin laut Medienberichten einer der Initiatoren der 2003 begonnenen gerichtlichen Verfolgung des Jukos-Konzerns[1], da er in russischen Regierungskreisen als Fachmann im Erdölexportwesen gilt und 1998 sogar ein Sachbuch zu diesem Thema veröffentlicht hatte. Auf diese Tatsache wird auch Setschins Ernennung zum Rosneft-Vorstandsvorsitzenden am 27. Juli 2004 zurückgeführt. Nach einer Aufforderung durch Präsident Medwedew trat Setschin von diesem Amt im April 2011 zurück.[2] Infolge des Ämtertauschs zwischen Putin und Medwedew wurde Setschin jedoch am 22. Mai 2012 - auf Betreiben des neuen (alten) Präsidenten Putin und per Dekret des Ministerpräsidenten Medwedew - abermals zum Vorstandsvorsitzenden von Rosneft berufen.[3] Zudem wurde er zum Sekretär der Präsidentenkommission für die Entwicklung des Energiesektors ernannt, hat in dieser Funktion aber keine Weisungsbefugnis gegenüber den Ministern.[4]

Im Zuge der Krise in der Ukraine 2014 verhängte die US-Regierung gegen Setschin (und einige andere Männer aus dem engen Umkreis von Putin) ein Einreiseverbot und Kontosperren.[5]

Sonstiges[Bearbeiten]

Setschin ist verheiratet und hat eine Tochter, die seit November 2003 mit dem Sohn des ehemaligen russischen Justizministers Wladimir Ustinow verheiratet ist.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. * Margareta Mommsen, Angelika Nußberger: Das System Putin. Gelenkte Demokratie und politische Justiz in Russland C.H.Beck, 2007, ISBN 3-406-54790-7
  2. Ti. Kaiser und E. Steiner: Russischer Vizepremier tritt bei Rosneft zurück, welt.de, 12. April 2011
  3. Ria Novosti: Russlands Ex-Vizepremier Setschin zum Rosneft-Vorstandschef ernannt, Meldung vom 22. Mai 2012
  4. Russland-Aktuell: Setschin bekommt doch keine Vollmacht für Energiesektor, Meldung vom 5. Juli 2012
  5. FAZ.net: Hat der Kreml sich verkalkuliert?