Simon Kimbangu

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Simon Kimbangu (* 24. September 1889 [1] (nach anderen Angaben: 12. September 1887) in Nkamba bei Sona Qongo, Kongo-Freistaat, heute Mbanza-Ngungu, Demokratische Republik Kongo; † 10. Oktober 1951 in Elisabethville, Belgisch-Kongo, heute Lubumbashi) war ein christlicher Geistlicher und Märtyrer. Durch sein Wirken wurde er zum Begründer einer neuen Denomination.

Leben[Bearbeiten]

Kimbangu konvertierte 1915 unter dem Einfluss baptistischer Missionare zum Christentum und wirkte dann selbst als Religionslehrer für Konvertiten. Im Jahre 1919 zog Kimbangu nach Kinshasa, um dort Arbeit zu finden. Schon zu diesem Zeitpunkt soll er bereits Visionen gehabt haben. Als er nach der Rückkehr in sein Heimatdorf wider erwarten von den baptistischen Missionaren nicht zum Katecheten ernannt wurde, heilte er der kimbanuistischen Überlieferung zufolge erstmals eine Frau. [2]

1921,[3] als es zu schweren Krisen im Kongo kam, wurde er mit seinen Predigten und Wunderheilungen, die er auf Grund einer Vision begonnen hatte, zu einem Anziehungspunkt für viele Menschen. Dies verstärkte sich, als berichtet wurde, er könne Kranke heilen und Tote wieder zum Leben erwecken.[2] Von seinen Anhängern wurde er Ngunza genannt, das Wort für Prophet in Kikongo.[4] Obwohl Kimbangu direkte politische Aussagen vermied, nahmen ihn die Kolonialbehörden als Bedrohung wahr. Aus diesem Grund marschierte die Force Publique am 6. Juni in Nkamba ein, mit dem Ziel Kimbangu zu verhaften. Zwar gelang die Verhaftung einiger kimbanguistischer Anführer, doch konnte sich Kimbangu selbst der Verhaftung entziehen.

In der Folge predigte er drei Monate im Untergrund, bis er sich schließlich im September 1921 stellte.[5] Am 3. Oktober 1921 wurde Kimbangu, obwohl er selbst nie zur Gewalt aufgerufen hatte, in einem Schauprozess wegen Störung der öffentlichen Ruhe von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. [6] Er wurde schließlich von König Albert zu einer lebenslangen Haftstrafe begnadigt.[6] Bis zu seinem Tod im Jahre 1951 war er in Élisabethville (Lubumbashi) inhaftiert. [6]

Kimbangu sah sich selbst zum Propheten und Heiler berufen. Seine Anhänger gründeten die Kimbanguistenkirche.

Die Kimbanguisten berufen sich auf Johannes 14,16 um Simon Kimbangu in der Nachfolge Jesu Christi zu rechtfertigen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Loth: Simon Kimbangu. Prophet und Märtyrer im Kongo. Union-Verlag, Berlin 1980.
  • Marie-Louise Martin: Kirche ohne Weisse. Simon Kimbangu und seine Millionenkirche im Kongo. F. Reinhardt, Basel 1971.
  • Werner Ustorf: Inkulturation des Evangeliums. In: De Kennung. Zeitschrift für plattdeutsche Gemeindearbeit. Band 11, 1998, S. 5–31. ISSN 0722-0776
  • Werner Ustorf: Afrikanische Initiative. Das aktive Leiden des Propheten Simon Kimbangu. Lang, Frankfurt am Main und Bern 1975, ISBN 3-261-00948-9.

Radio[Bearbeiten]

  • Karin Sommer: Der Schwarze Messias. Simon Kimbangu und seine religiöse Befreiungsbewegung in Belgisch-Kongo Radiosendung vom 14. Oktober 1995, Bayerischer Rundfunk

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Van Reybrouck:Kongo: Eine Geschichte Suhrkamp Verlag 2012. ISBN 978-3-518-42307-3, S.173
  2. a b David Van Reybrouck:Kongo: Eine Geschichte Suhrkamp Verlag 2012. ISBN 978-3518423073, S178.
  3. David Van Reybrouck:Kongo: Eine Geschichte Suhrkamp Verlag 2012. ISBN 978-3518423073, S.174
  4. David Van Reybrouck:Kongo: Eine Geschichte Suhrkamp Verlag 2012. ISBN 978-3518423073, S.175
  5. David Van Reybrouck:Kongo: Eine Geschichte Suhrkamp Verlag 2012. ISBN 978-3518423073, S.181
  6. a b c David Van Reybrouck:Kongo: Eine Geschichte Suhrkamp Verlag 2012. ISBN 978-3518423073, S.183