Sinder

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Dieser Artikel behandelt die nigrische Landgemeinde. Zum antiken sarmatischen Volk siehe Sinder (Volk).
Landgemeinde Sinder
Landgemeinde Sinder (Niger)
Landgemeinde Sinder
Landgemeinde Sinder
Koordinaten 14° 15′ N, 1° 19′ O14.2461111111111.3177777777778Koordinaten: 14° 15′ N, 1° 19′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Tillabéri
Einwohner 33.269 (2010)

Sinder ist eine Landgemeinde im Departement Tillabéri in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Sinder liegt am rechten Ufer des Flusses Niger nordwestlich der Regionalhauptstadt Tillabéri. Die Nachbargemeinden sind Dessa im Norden, Bibiyergou im Nordosten, Sakoïra im Osten, Tillabéri im Südosten, Gothèye im Süden, Dargol und Kokorou im Südwesten sowie Méhana im Westen. In klimatischer Hinsicht gehört die Gemeinde zur Sahelzone, in geologischer Hinsicht zum älteren Präkambrium.[1] Das Gemeindegebiet ist in 21 administrative Dörfer und 82 Weiler gegliedert.[2] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Sawani.[3]

Sinder ist nicht mit der ehemaligen nigrischen Hauptstadt Zinder zu verwechseln, die insbesondere in älteren deutschsprachigen Publikationen – etwa in den Reiseschilderungen des deutschen Afrikaforschers Heinrich Barth – ebenfalls als Sinder bezeichnet wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Heinrich Barth, der 1854 vor der Siedlung lagerte, für die er die Schreibweise Ssínder verwendete, schätzte ihre Einwohnerzahl einschließlich einer vorgelagerten Inselsiedlung auf 16.000 bis 18.000 und beschrieb sie als regional bedeutenden Getreidemarkt.[4] Bei der militärischen Besetzung der späteren Nigerkolonie durch Frankreich war Sinder neben Doulsou und Yatakala 1899 der erste Ort, an dem ein französischer Militärstützpunkt eingerichtet wurde. Sinder wurde Hauptort des Kreises Sinder (cercle de Sinder), der die Gebiete der heutigen Departements Téra und Tillabéri umfasste. Schon im Juli 1900 wurde Doulsou zum Hauptort des Kreises.[5] 1905 wurde Sinder dem neuen Militärterritorium Niger (Territoire militaire du Niger) angeschlossen.[6] Später schwand die überregionale Bedeutung des Orts.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Sinder 25.133 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 33.269 Einwohner berechnet.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Sinder befindet sich in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet, in dem Reis und Hirse angebaut werden. Das Ortsbild ist durch runde Getreidespeicher geprägt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Krings: Sahelländer. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11860-X, S. 16.
  2. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  3. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  4.  Heinrich Barth: Reisen und Entdeckungen in Nord- und Central-Afrika. Fünfter Band, Justus Perthes, Gotha 1858, S. 275.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 234.
  6. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 235.
  7. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.