Sjanon Pasnjak

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sjanon Pasnjak, Warschau, 26. Juni 2008
Kyrillisch (Weißrussisch)
Зяно́н Пазьня́к
Łacinka: Zianon Paźniak
Transl.: Zjanon Paz'njak
Transkr.: Sjanon Pasnjak
Kyrillisch (Russisch)
Зено́н Станисла́вович Позня́к
Transl.: Zenon Stansilavovič Poznjak
Transkr.: Senon Posnjak

Sjanon Pasnjak (weißrussisch Зяно́н Пазьня́к, russisch Зено́н Станисла́вович Позня́к, * 24. April 1944 in Subotniki, Bezirk Hrodna) ist ein weißrussischer nationalistischer[1] Politiker und Aktivist, einer der Gründer der Weißrussischen Volksfront (BNF) und Vorsitzender der Christlich-Konservativen Partei der BNF.

Biografie[Bearbeiten]

Sjanon Pasnjak wurde in Subotniki, Bezirk Hrodna (russisch Grodno) geboren. Sein Großvater war der Anführer der Weißrussischen Christdemokraten in den Dreißigern, sein Vater wurde im Zweiten Weltkrieg bei der Schlacht um Warschau 1944 getötet.

1967 graduierte er von der Weißrussischen Akademie der Künste (damals: Weißrussisches Staatliches Institut für Theater und Künste). Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, arbeitete er als Kunsthistoriker. Nachdem er im Zug einer Säuberungswelle durch die sowjetische Verwaltung im Jahre 1974 seine Arbeit verlor, begann er als Archäologe in der archäologischen Abteilung des Geschichtsinstitutes der Weißrussischen Akademie der Wissenschaften zu arbeiten. Sein Spezialgebiet war das Spätmittelalter in Weißrussland. Er war stark in die Anstrengungen zur Bewahrung des historischen Zentrums von Minsk involviert, das durch den Krieg und die sowjetischen Wiederaufbauprogramme nach dem Krieg erheblich zerstört worden war. 1981 verteidigte er erfolgreich seine Dissertation über die Geschichte des Theaters.

1988 veröffentlichte Pasnjak seine Forschungen zu Massenexekutionen durch das NKWD im Wald von Kurapaty, in der Nähe von Minsk. In dieser Zeit wurde er auch zum Anführer der „Nationalen Wiederauferstehungsbewegung“ (weißrussisch адраджэньне). 1988 war er, zusammen mit dem Schriftsteller Wassil Bykau, einer der Gründer der Weißrussischen Volksfront (BNF).

Vom 3. Mai 1990 bis Januar 1996 war Pasnjak Abgeordneter des weißrussischen Parlaments. Als Abgeordneter war er Fraktionsvorsitzender der BNF und beschäftigte sich unter anderem mit den Untersuchungen zum Tschernobyl-Unglück 1989–1990, der weißrussischen Unabhängigkeitserklärung 1991, der Rückkehr der in der Sowjetunion abgeschafften weißrussischen nationalen Symbolik (weiß-rot-weiße Fahne und Pahonia-Wappen) und der Rückkehr der weißrussischen Armeeangehörigen, die sich noch in Operationsgebieten der ehemaligen Sowjetarmee befanden.

Historische Fahne von Weißrussland, die auf Grund der Bestrebungen der von Pasnjak angeführten parlamentarischen Opposition wiederhergestellt wurde

1996 sah sich Pasnjak gezwungen, Weißrussland zu verlassen, da er eine Verhaftung durch Kräfte des neuen weißrussischen Präsidenten, Aljaksandr Lukaschenka, fürchtete. Er erhielt politisches Asyl in den Vereinigten Staaten.

Aus der Emigration heraus beschäftigte sich Sjanon Pasnjak weiterhin mit der Leitung der Christlich-Konservativen Partei der BNF und blieb in Weißrussland ein bekannter öffentlicher Aktivist. Er gilt immer noch als der charismatischste – wenn auch umstrittenste – Oppositionsführer der jüngeren weißrussischen Geschichte. Sein Ansinnen, an den Präsidentenwahlen 2006 teilzunehmen, scheiterte, da er sich weigerte, die verlangte Anzahl von Unterschriften einzureichen, die für seine Kandidatur notwendig gewesen wären.

Pasnjak und seine Anhänger lehnen es ab, der oppositionellen Koalition der Demokratischen Kräfte von Aljaksandr Milinkewitsch beizutreten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Зянон Пазьняк: “Нацыяналізм і дэмакратыя – сынонімы”

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zianon Paźniak – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien