Solomon Birnbaum

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Solomon Birnbaum (auch: Salomo, Salomon, Solomon, Schlojme A[scher] Birnbaum, Birnbojm oder: Solomon Ascher) (* 24. Dezember 1891 in Wien; † 28. Dezember 1989 in New York) war ein österreichischer Sprachwissenschaftler für die jiddische und hebräische Sprache.

Solomon Birnbaum stammt aus einer jüdischen Familie und war der älteste Sohn von Nathan Birnbaum und Rosa Korngut. Er besuchte ein Gymnasium in Wien und später zwei Klassen in Czernowitz, wo er das Abitur ablegte. 1910 bis 1912 studierte er Architektur in Wien. Birnbaum diente während des Ersten Weltkrieges in der österreichisch-ungarischen Armee. Ab 1918 studierte er Orientalistik an den Universitäten Wien, Zürich, Berlin und Würzburg, wo er promovierte. Von 1922 bis 1933 hatte er den ersten Lehrauftrag für Jiddisch in Westeuropa an der Universität Hamburg inne. Nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus floh Birnbaum mit seiner Gattin Irene Gruenwald, die zeit seines Lebens Birnbaums Mitarbeiterin und Herausgeberin seiner Werke blieb, und seinen Kindern nach Großbritannien.

Von 1936 bis 1957 war Birnbaum Dozent für Paläographie und Epigraphie des Hebräischen an der School of Oriental and African Studies der University of London. Ab 1938 (ebenfalls bis 1957) lehrte er zudem an der der School of Slavonic and East European Studies der Universität Jiddisch (East European Jewish Studies). Während des Zweiten Weltkrieges war Birnbaum zu Übersetzungstätigkeiten für die britischen Behörden freigestellt. 1970 wanderte Birnbaum nach Toronto (Kanada) aus.

Werke[Bearbeiten]

  • Praktische Grammatik der jiddischen Sprache; Wien und Leipzig, 1918; dann: Grammatik der jiddischen Sprache, Hamburg 1966, 1979, 1984, 1988.
  • Leben und Worte des Balschemm; 1920
  • Das hebräische und aramäische Element in der jiddischen Sprache; 1921 (Dissertation)
  • Die jiddische Sprache; in: Germanisch-Romanische Monatsschrift (1923)
  • Die Umschrift des Jiddischen; in: Teuthonista (1933)
  • The Age of the Yiddish Language; in: Transactions of the Philological Society, London 1939
  • Jewish Languages; in: Essays in Honour of the Very Rev. Dr. J. H. Hertz, London 1944 (1942)
  • Yiddish Phrase Book; hg. v. The Linguaphone Institute for The Jewish Committee for Relief Abroad, London 1945
  • The Cultural Structure of East Ashkenazic Jewry; in: The Slavonic and East European Review, London 1946
  • The Verb in the Bukharic Language of Samarkand; in: Archivum Linguisticum 2 (1950/51)
  • How old are the Cave Manuscripts?, in: Vetus Testamentum (1951)
  • The Hebrew Scripts; 2 Bde., Leiden 1954–57, 1971
  • Die jiddische Sprache; Hamburg 1974, 1986, 1997
  • Yiddish – A Survey and a Grammar, Toronto 1979
  • Zur Geschichte der u-Laute im Jiddischen; in: Zeitschrift für Deutsche Philologie (1981)

Weblinks[Bearbeiten]