Sombreronebel

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Galaxie
Sombreronebel
M104 ngc4594 sombrero galaxy hi-res.jpg
Der Sombreronebel, aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop.
DSS-Bild von NGC 4594
Sternbild Jungfrau
Position
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Rektaszension 12h 39m 59,432s[1]
Deklination −11° 37′ 22,995″ [1]
Erscheinungsbild
Morphologischer Typ SA(s)a;LINER Sy1.9  [2]
Helligkeit (visuell) +8,3 mag [3]
Helligkeit (B-Band) +9,2 mag [3]
Winkel­ausdehnung 8,5′ × 5,4′ [1]
Flächen­helligkeit 12,0 mag/arcmin² [3]
Physikalische Daten
Zugehörigkeit Virgo-Galaxienhaufen  [2]
Rotverschiebung (3.416 ± 17) ⋅ 10−6  [2]
Radial­geschwin­digkeit +1024 ± 5 km/s  [2]
Entfernung (30,5±1,5) ⋅ 106 Lj  
Masse 8 ⋅ 1011 M
Durchmesser 70.000 Lj [2]
Geschichte
Entdeckung Charles Messier
Entdeckungsdatum 9. April 1781
Katalogbezeichnungen
M 104 • NGC 4594 • UGC 293 • PGC 42407 • MCG -2-32-20 • IRAS 12373-1120 • GC 3132 • h 1376 • H 1.43
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Der Sombreronebel ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Jungfrau. Im Messier-Katalog trägt sie die Nummer M 104.

Entdeckung[Bearbeiten]

M 104 wurde am 9. April 1781 von Pierre Méchain entdeckt, wie dieser am 6. Mai 1783 in einem Brief angibt. Im selben Jahr am 11. Mai nahm Charles Messier ihn in seinen Katalog auf. Unabhängig davon entdeckte Wilhelm Herschel die Galaxie am 9. Mai 1794.

Lage und Erscheinungsbild[Bearbeiten]

M104, auch bekannt als NGC 4594, liegt im Sternbild Jungfrau in scheinbarer Nähe zum Virgo-Galaxienhaufen. Mit einer Entfernung von 30 Millionen Lichtjahren ist die Sombrerogalaxie allerdings uns um einiges näher als dieser Galaxienhaufen und wird deshalb nicht als Mitglied dieses Haufens angesehen. Die Helligkeit dieser Spiralgalaxie beträgt 8,0 Größenklassen. Damit ist diese Spiralgalaxie eine der scheinbar hellsten am Nachthimmel und in jedem kleinen Teleskop sichtbar. Die scheinbare Ausdehnung beträgt 9 Bogenminuten entlang der großen Achse, also ein gutes Viertel des Monddurchmessers. Dem entspricht ein wahrer Durchmesser von etwa 70.000 Lichtjahren. In den Außenbereichen schließt sich zudem ein sehr ausgedehnter, schwach leuchtender Halo an. Die Masse der Galaxie wird auf etwa 800 Milliarden Sonnenmassen geschätzt. Damit ist sie etwa doppelt so groß wie die des Andromedanebels und fast dreimal so groß wie die unserer Milchstraße. (Nach neuen Forschungserkenntnissen jedoch ist diese Schätzung nicht mehr ganz aktuell, da die Masse der Milchstraße auf 1,9 Billionen, die des Andromedanebels auf 1,2 Billionen Sonnenmassen geschätzt wird.)

In der Hubble-Sequenz wird diese Spiralgalaxie unter dem Typ Sa oder Sb eingeordnet. Sie hat einen außergewöhnlich großen und hellen Kern und besitzt sehr eng gewundene Spiralarme. Letztere sind jedoch nur schwer zu erkennen, da die Galaxienebene nur schwach zur Sichtlinie geneigt ist, d. h. wir schauen praktisch von der Seite auf diese Galaxie. Das sehr dunkle und stark ausgeprägte Staubband, das die Galaxie umspinnt, verleiht ihr das typische Aussehen, das an einen mexikanischen Sombrero erinnert.

M104 besitzt ein recht gut bevölkertes System von Kugelsternhaufen, von denen einige hundert in größeren Teleskopen sichtbar sind. Die Gesamtzahl wird auf über 2000 geschätzt und übersteigt damit bei weitem die Anzahl der Kugelsternhaufen unserer Milchstraße.

1912 hat Vesto Slipher entdeckt, dass der Sombreronebel für die damalige Zeit eine sehr große Rotverschiebung aufzeigt. Die daraus resultierende Geschwindigkeit, mit der sich die Galaxie von uns weg bewegt, beträgt gut 1000 Kilometer pro Sekunde. Diese Geschwindigkeit ist so hoch, dass die Galaxie innerhalb von etwa 10 Millionen Jahren eine Strecke zurücklegt, die dem Radius unserer Milchstraße entspricht. Daraus wurde schon im Jahre 1912 klar, dass dieses Objekt kein permanentes Mitglied der Galaxiengruppe (Cluster) der Milchstraße sein kann, wie zu dieser Zeit noch gemutmaßt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sombreronebel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b SIMBAD
  2. a b c d NASA/IPAC Extragalactic Database
  3. a b c SEDS