Störmthaler See

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Störmthaler See
Der Störmthaler See 2008. Blick nach Norden
Der Störmthaler See 2008. Blick nach Norden
Geographische Lage 12 km südsüdöstlich von Leipzig
Zuflüsse Schlumper, Alte Gösel
Abfluss Kanuparkschleuse zum Markkleeberger See
Daten
Koordinaten 51° 14′ 11″ N, 12° 26′ 50″ O51.23628112.447111117Koordinaten: 51° 14′ 11″ N, 12° 26′ 50″ O
Störmthaler See (Sachsen)
Störmthaler See
Höhe über Meeresspiegel 117 m
Fläche 7,33 km²f5
Volumen 0,158 km³f8
Umfang 20 kmf9
Maximale Tiefe 55 mf10
Besonderheiten

Tagebaurestloch, Daten gelten für Flutungsende

Störmthaler See Anfang Juni 2006

Der Störmthaler See ist ein südlich von Leipzig gelegener künstlicher See. Er entstand durch die Flutung des Südostteils des ehemaligen Braunkohletagebaus Espenhain. Direkt benachbart ist der Markkleeberger See, er wird nur durch die Autobahn 38 getrennt.

Flutung[Bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2001 füllte sich der See auf natürliche Weise, jedoch war der kontrollierte Flutungsbeginn erst am 13. September 2003. Im März 2004 war nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ein Wasserstand von 89 m ü. NHN (19 %) und im Oktober 2010 ein Wasserstand von 114 m ü. NHN erreicht. Mitte September 2012 fehlten noch 40 Zentimeter[1] bis zum endgültigen Wasserstand von 117 m ü. NHN. Durch einen Dammbruch bei Oelzschau am 3. Juni 2013 floss die Hochwasser führende Gösel im Alten Bett in den Störmthaler See. Bis zum 8. Juni 2013 flossen bis zu 3 m³/s Wasser in den See und ließen diesen über den geplanten Endwasserstand hinaus ansteigen.[2] Der Wasserstand konnte über die neue Kanuparkschleuse wieder normalisiert werden.

Zur Flutung wurde Sümpfungswasser aus den aktiven Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain verwendet. Ohne dieses Fremdwasser wäre der Endwasserspiegel nach den Prognosen der Experten erst im Jahr 2075 erreicht worden.

Am 27. April 2014 wurden ausgewiesene Bereiche des Sees als Badegewässer freigegeben.[3]

Leipziger Neuseenland[Bearbeiten]

Südlich von Leipzig entsteht in den nächsten Jahren eine Seenlandschaft. Der Cospudener See im Westen ist bereits gefüllt. Der Markkleeberger See wird mit seiner Tiefe von ca. 57 Metern der tiefste See im Leipziger Neuseenland. In den nächsten Jahren folgen weiter südwestlich der Zwenkauer See und südöstlich der Störmthaler See.

Die Seen werden über Flüsse und Kanäle miteinander verbunden sein und die Seenlandschaft „Leipziger Neuseenland“ bilden. Seit Mai 2013 besteht eine Verbindung des Markkleeberger mit dem Störmthaler See. Hier wurde für die Schifffahrt eine Schleuse gebaut, da der Störmthaler See einen 4 m höheren Wasserstand haben wird. Der Kanal besitzt eine Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von 9,4 m, so dass auch mittelgroße Segelboote durchfahren können. Der Störmthaler See darf durch private Boote ohne Sondergenehmigung jedoch noch nicht befahren werden.[4]

Amphibienfahrzeug am Störmthaler See

Seit 2010 findet das vorher am Stausee Hohenfelden bei Erfurt beheimatete Highfield-Festival auf der Magdeborner Halbinsel statt.[5] Auf dem See werden Touren mit einem in Deutschland einzigartigen Amphibienfahrzeug angeboten.[6]

Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kunstinstallation „Vineta“ – eine schwimmende Insel im See, die an die Kirche des überbaggerten Ortes Magdeborn erinnern soll
  • Naturschutzgebiet Göhrener Insel
  • Bergbau-Technik-Park am Nordwestufer
  • Geologischer Zeitpfad mit 15 Stelen
  • Schleuse und Kanalverbindung zum Markkleeberger See (Eröffnung am 18. Mai 2013)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Lutz Schiffer (Hrsg.): Bergbaurestseen in Mitteldeutschland. Seenkompass. Chemnitz/Espenhain 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Osterländer Volkszeitung: Segelboote auf dem Störmthaler See trotz wackelnder Freigabe. 18. Mai 2011, abgerufen am 27. April 2013.
  2. In Grunaer Bucht kam es durch Hochwasserfolgen zu Erosionen im Böschungsbereich Nachrichten der LMBV, 11. Juni 2013, Auf: lmbv.de, Abgerufen am 25. Juni 2013
  3. LVZ Online: Die Wanne ist voll! Störmthaler See - Geburtstag am 27. April 2014, abgerufen am 28. April 2014
  4. LVZ Online, 18. Mai 2013: Neuseenland: Schleuse zwischen Markkleeberger und Störmthaler See eröffnet
  5. Südthüringer Zeitung: Highfield-Festival zieht nach Sachsen. 5. November 2009, archiviert vom Original am 9. November 2009, abgerufen am 27. April 2013.
  6. Leipziger Volkszeitung: Amphibienfahrzeug am Störmthaler See hat wieder Wasser unterm Kiel. 18. Mai 2011, abgerufen am 27. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Störmthaler See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien