Stechginster

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Stechginster
Stechginster (Ulex europaeus)

Stechginster (Ulex europaeus)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Genisteae
Gattung: Stechginster (Ulex)
Art: Stechginster
Wissenschaftlicher Name
Ulex europaeus
L.
Illustration: Stechginster (Ulex europaeus).
Stechginster liebt sonnige, freistehende Plätze.
Stechginster an der Südküste Großbritanniens
Blätter des Stechginsters

Der Stechginster (Ulex europaeus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Der Stechginster weist, vor allem in den heißen Sommermonaten, ein hohes Brandrisiko auf, weil er zwei bis vier Prozent leicht entzündliche Öle in den grünen Zweigen enthält.

Der Stechginster hindert mit seinen vielen Zweigen und großen, kräftigen Dornen (10 bis 20 Millimeter) Tiere daran, seine Blüten zu fressen. Zweige und Dornen können ein undurchdringliches Dickicht bilden, in denen sich auch abgestorbene Sträucher anhäufen können.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Stechginster ist ein laubwerfender, dorniger, sparrig verzweigter Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 2 Meter erreicht. Seine Laubblätter sind zu feinen Nadeln aufgerollt. Die Blätter und Kurztriebe sind zu Dornen umgebildet.

Er trägt von April bis Juli einzeln stehende, etwa zwei Zentimeter lange, gelbe Blüten. Die gelben, nektarlosen Schmetterlingsblüten mit Schnellmechanismus stehen Anfang des Frühling und Frühsommer in voller Blüte. Die Bestäuber sind hauptsächlich Hummeln.

Die Samen des Stechginsters befinden sich in einer bis 15 mm langen, behaarten Hülsenfrucht und sind besonders wegen des Gehalts von bis zu 1 Prozent Cytisin sehr giftig.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Stechginster ist eine dorniger Strauch mit Sprossdornen und dornartigen, stechenden Blättern, die als Fraßschutz gegen verschiedene Wiederkäuer dienen, aber z.B. nicht gegen Kaninchen, Pferde und Ziegen wirksam sind. Die Dornen sind natürlich auch als Kondensationspunkte ökologisch bedeutsam. Die Jugendblätter sind dagegen gefiedert und nicht dornig. Die Zweige sind grün und photosynthetisch aktiv; in strengen Wintern frieren sie aber zurück.

Die Blüten sind „Schmetterlingsblumen mit Schnellmechanismus“ ohne Nektar. Bestäuber sind Hummeln und Bienen. Die Blütezeit ist von April bis Juli.

Die Früchte sind 15-20 mm lange, meist zweisamige, stark behaarte, von der bleibenden Blütenkrone umhüllte Hülsen. Die Samen besitzen ein ölhaltiges Elaiosom zur Ameisenausbreitung. Daneben findet Menschenausbreitung statt über Verwilderungen aus Anpflanzungen. Fruchtreife ist von Juli bis August. Die Samen sind langlebig und feuerresistent.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelsprosse.

Vorkommen[Bearbeiten]

Ursprünglich kommt er aus den atlantischen Regionen Europas. Inzwischen ist der Stechginster weit auf der Erde verbreitet und kommt auch in ganz Deutschland vor.

Die Pflanzenart wächst in gemäßigtem Klima vorzugsweise auf trockenen oder sumpfigen Sandböden.

Der Stechginster wurde zu den 100 weltweit schlimmsten Eindringlingen (Neophyten) gewählt.

Inhaltsstoffe und Toxikologie[Bearbeiten]

Die Früchte und die Zweige sind für Menschen sehr giftig. Als Arzneidroge dienen die Samen und die jungen Triebe.[1] Wichtige Inhaltsstoffe sind das Cytisin, Anagyrin, Methylcytisin, Flavonoide und Lectine (Ulexlectin).[1][2][3]

Verwendung[Bearbeiten]

Stechginster eignet sich gut zur Fütterung von Hühnern, Rindern und Pferden. So bildet er eine ideale natürliche Auslaufbegrenzung für Haustiere. Gleichzeitig fördert er die Bodenfruchtbarkeit, da er viel Stickstoff aus der Luft bindet und ihn dem Boden zuführt.

Aus den Blüten wird auch ein gelber Farbstoff zum Färben von Textilien gewonnen (Färberpflanze).

Das Ulexlectin dient in der experimentellen Medizin als Marker für Endothel- bzw. Tumorzellen vaskulären Ursprungs.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Karl Hiller, Matthias F. Melzig, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, 2 Bände, Genehmigte Sonderausgabe für den area verlag, 2006, ISBN 3-89996-682-1
  2. Gift.de - Stechginster
  3. Baumkunde.de - Stechginster.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stechginster – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien