Stegnosperma

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Stegnosperma
Stegnosperma cubense

Stegnosperma cubense

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Stegnospermataceae
Gattung: Stegnosperma
Wissenschaftlicher Name der Familie
Stegnospermataceae
(H.Walter) Nakai
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Stegnosperma
Benth.

Stegnosperma ist die einzige Gattung der Familie der Stegnospermataceae in der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die Verbreitungsgebiete der nur drei bis vier Arten liegen in Mittelamerika, auf den Karibischen Inseln und in der Sonora-Wüste.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Stegnosperma-Arten sind verholzende, xerophytische Pflanzen, die Sträucher oder Lianen bilden, die Wuchshöhen von 1 bis 8 Meter erreichen. Sie besitzen überhängende Äste und alle drei Arten sind mehr oder weniger stark kletternd. Die Anatomie des Holzes unterscheidet diese Familie von allen anderen. Das anomale Sekundäre Dickenwachstum erfolgt durch ein konzentrisches Kambium. Die Siebröhren-Plastide sind vom P-Typ. Sie sind vollkommen unbehaart (ohne Trichome). Die Rinde ist grau bis rötlich-braun.

Die wechselständig und spiralig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist fleischig, sukkulent, 2 bis 5 cm lang, mit Fiedernervatur und einem glatten Blattrand. Nebenblätter sind keine vorhanden.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Sie bilden seiten- oder endständige, zymöse oder rispige, traubigwirkende Blütenstände, die höchstens eine Länge von 10 cm aufweisen. Es sind Tragblätter und je Blüte zwei Deckblätter vorhanden.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen, fünfzähligen Blüten weisen einen Durchmesser von nur 5 bis 8 mm auf und besitzen ein doppeltes Perianth. Die fünf grünen, haltbaren Kelchblätter sind höchstens an ihrer Basis kurz verwachsen und länger als Kronblätter. Die fünf, selten weniger, grünlich, rötlichen bis weißen Kronblätter sind schwach genagelt. Es sind zwei Kreise mit je fünf fertilen Staubblättern vorhanden und sie überragen die Blütenhülle. Die Staubfäden sind an ihrer Basis untereinander zu einem Ring verwachsenen; die des äußeren Kreise sind nicht, aber die des inneren Kreises sind mit den Kronblättern verwachsen. Die Pollenkörner besitzen drei Aperturen und sind colpat. Drei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, die im Laufe ihrer Entwicklung einfächerig werden. In basaler, freier, zentraler Plazentation stehen die drei bis fünf Samenanlagen. Der höchstens kurze Griffel besitzt die gleiche Anzahl von kurzen, zurückgebogenen Narben wie Fruchtblätter aus denen er entsteht.

Es werden ledrige, drei- bis fünffächerige Kapselfrüchte gebildet, die einen Durchmesser von 5 bis 8 mm aufweisen und ein bis fünf Samen enthalten. Die kleinen (2 bis 3 mm), stärkehaltigen Samen sind von einem großen, fleischigen, anfangs weißen, bei Reife rötlichen Arillus umgeben. Die schwarze, glänzende Samenschale (Testa) ist dünn und glatt. Der gut differenzierte Embryo ist gebogen.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Es ist Ellagsäure vorhanden.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Diese neotropische Familie weist Vorkommen von Mexiko über Zentralamerika bis zu den Karibischen Inseln auf. Sie gedeihen im subtropischen bis tropischen Gebieten.

Die Erstveröffentlichung des Gattungsnamens Stegnosperma erfolgte 1844 durch George Bentham in The botany of the voyage of H.M.S. Sulphur, 17. Der Gattungsname Stegnosperma leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet direkt übersetzt „bedeckter Samen“. Typusart ist Stegnosperma halimifolium Benth.. Die Gattung Stegnosperma wurde früher als Unterfamilie Stegnospermoideae in die Familie der Phytolaccaceae eingeordnet[1] und bildet heute eine eigene Familie Stegnospermataceae in der Ordnung der Caryophyllales. Die Familie Stegnospermataceae wurde im März 1942 von Takenoshin Nakai in Journal of Japanese Botany, 18, S. 108 aufgestellt.

Die Familie enthält nur eine Gattung mit nur drei bis vier Arten:[2]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. W. Nowike: Palynotaxonomic study of Phytolaccaceae, in Annals of the Missouri Botanical Garden, Volume 55, Issue 3, 1968, S. 294–364.
  2. Stegnospermataceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. F. G. Medrano & R. Medina: Boletín de la Sociedad Botánica de México, 46, S. 37–41, F. 1–2, 1984 (1986).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stegnospermataceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien