Stone Age

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Dieser Artikel behandelt das Brettspiel, zum Abschnitt in der Geschichte der Menschheit siehe unter Steinzeit.
Stone Age
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Daten zum Spiel
Autor Michael Tummelhofer
Grafik Michael Menzel
Verlag Hans im Glück,
Rio Grande Games,
999 Games,
Filosofia Editions
Erscheinungsjahr 2008
Art Brettspiel
Mitspieler 2–4
Dauer 60–90 Minuten
Alter ab 10 Jahren
Auszeichnungen

Spiel des Jahres 2008: nominiert
Deutscher Spiele Preis 2008: Platz 2
Spiel der Spiele 2008: Spiele Hit mit Freunden
International Gamers Award 2008: nominiert
Japan Boardgame Prize 2008: Platz 2

Stone Age ist ein von Spieleautor Michael Tummelhofer (Pseudonym von Bernd Brunnhofer) erdachtes und im Verlag Hans im Glück im Jahr 2008 erschienenes Brettspiel, bei dem sich Würfelglück, Strategie und Taktik die Waage halten.

Die Illustration des Spielplans und der Karten stammt von Michael Menzel. Das Spiel wurde für das Spiel des Jahres 2008 nominiert und war im gleichen Jahr eins der vier Spiele bei der deutschen Brettspielmeisterschaft. Für 2010 wurde es als Familienspiel für die Qualifikation zur DM ausgewählt.

Thema[Bearbeiten]

Das Spiel ist in der Steinzeit angesiedelt. Zwei bis vier Familien sichern sich ihr Überleben durch Nahrungsbeschaffung, Vermehrung und Werkzeugbau. Wem dies am effektivsten gelingt, gewinnt das Spiel.

Spielmaterial[Bearbeiten]

Neben dem Spielplan und den vier Spieler-Tableaus befinden sich im Spiel als Zubehör noch:

  • 58 Rohstoffe aus Holz
  • 40 Personen in 4 Farben
  • 8 Marker aus Holz in 2 Größen
  • 53 Nahrungsplättchen
  • 28 Gebäudeplättchen
  • 18 Werkzeugplättchen
  • 1 Startspielerfigur
  • 36 Zivilisationskarten
  • 7 Würfel mit Becher

Regeln[Bearbeiten]

Zu Beginn besitzt jeder Mitspieler fünf Spielfiguren. Er ist gehalten Nahrung zu suchen (Steppe) und Rohstoffe zu sammeln (Holz schlagen im Wald, Lehm fördern in der Tongrube, Steine klopfen im Gebirge und Gold waschen im Fluss). Des Weiteren kann er Äcker anlegen, Werkzeuge herstellen und Nachkommen zeugen. Mit der Nahrung versorgt man seinen Stamm, mit den gesammelten Rohstoffen können Hütten gebaut oder Zivilisationskarten gekauft werden. Für alle diese Aktivitäten muss man eine oder mehrere Spielfiguren auf den entsprechenden Platz auf dem Spielplan stellen. Baubare Hütten und kaufbare Zivilisationskarten liegen auf dem Spielplan aus. Bei den Hütten gibt es pro Spieler einen Stapel von 7 Hütten; die Zivilisationskarten liegen auf 4 Feldern.

Am Rand des Spielplanes verläuft eine Kramerleiste mit den Werten von 0 bis 99, um die erreichten Siegpunkte zu zählen.

  • Die Runde beginnt damit, Spielfiguren auf die möglichen Plätze des Spielfeldes zu setzen. Damit dies fair abläuft, gibt es eine "Häuptling" Karte, die nach jeder Runde weitergegeben wird; wer den Häuptling hat, beginnt mit dem Setzen. Es wird reihum gesetzt, jeweils so viele Spielfiguren wie möglich oder gewünscht auf einen der möglichen Plätze. Nahrung zu suchen ist beliebig vielen Spielfiguren möglich. Auf Rohstofffeldern können bis zu 7 Figuren stehen und in der Liebeshütte halten sich immer 2 Figuren auf. An allen anderen Plätzen kann immer nur eine Figur stehen. Spielen weniger als 4 Spieler, gibt es noch weitere Einschränkungen. Wenn alle Spieler ihre Figuren gesetzt haben, beginnt die Auswertung.
  • Zum Erwerb von Nahrung und Rohstoffen würfelt man mit sovielen Würfeln, wie man Steinzeitmenschen auf den entsprechenden Platz gestellt hat. Zu den erreichten Punkten kann man noch die Werkzeuge addieren, die man hergestellt hat. Den Wert teilt man durch den Rohstoffpreis (von 2 für Nahrung bis 6 für Gold), der Quotient ist die Menge, die man erhält.
  • Wer eine der Hütten in der Spielfeldmitte besetzt hat (Acker, Werkzeug oder 2 Figuren in der Liebeshütte) bekommt dafür einen Punkt auf der Ackerbau-Zählleiste, einen Werkzeugchip oder eine neue Spielfigur. Maximal sind 10 Familienmitglieder möglich.
  • Hat man genug Rohstoffe gesammelt und eine Spielfigur auf eine der ausliegenden Hütten oder Zivilisationskarten gestellt, so kann man diese Hütte bauen bzw. diese Karte kaufen. Für Hütten bekommt man den Wert der eingesetzten Rohstoffe sofort als Siegpunkte gutgeschrieben, Zivilisationskarten können unterschiedliche Auswirkungen haben (Rohstoffe, Siegpunkte, Nahrung), hier heißt es klug auswählen.
  • Die Reihenfolge, in der ein Spieler seine Spielfiguren auswertet, ist ihm überlassen. Da man erhaltene Werkzeuge oder Rohstoffe sofort einsetzen kann, ist die Auswertungsreihenfolge zuweilen entscheidend.
  • Am Ende einer Runde muss man pro Familienmitglied eine Einheit Nahrung abgeben (auch für ein Neugeborenes dieser Runde). Hat man Äcker angelegt, benötigt man pro Ackerbaupunkt eine Nahrungseinheit weniger. Reichen die Nahrungsvorräte nicht aus, kann man die fehlende Nahrung durch einen 1:1 Tausch von Rohstoffen erhalten oder man läßt seine Familie hungern und bezahlt 10 zur Strafe Siegpunkte.
  • Zum Schluß werden die ausliegenden Zivilisationskarten wieder aufgefüllt, die Häuptlingsfigur weitergegeben und die nächste Runde beginnt.
  • Das Spiel endet, wenn einer der Hüttenstapel leer ist oder die 4 Zivilisationskartenfelder nicht mehr aus dem Vorrat von 36 Karten aufgefüllt werden können. Es erfolgt eine Schlußwertung, in der es Siegpunkte je nach den gesammelten Zivilisationskarten gibt, sowie noch einen Punkt pro Rohstoff im Vorrat.

Jeder Mitspieler besitzt einen eigenen kleinen Spielplan, auf dem er seine erworbenen Nahrung und Schätze, seine Werkzeuge und seine gebauten Hütten sammelt.

Kritik[Bearbeiten]

Der Journalist Edwin Ruschitzka schreibt zum Spiel:

„Die […] Nähe zu „Die Säulen der Erde“ ist auffallend, allerdings hat der Autor bereits an „Stone Age“ gearbeitet, als „Die Säulen der Erde“ noch nicht erschienen war […]. Was an Stone Age besonders gefällt, ist das Material […] da haben alle Rohstoff-Spielsteine unterschiedliche Formen. Und auch der detailverliebte Spielplan ist gelungen.“

Edwin Ruschitzka[1]

Zur sogenannten Hungerstrategie (der Spieler nimmt bewusst Strafpunkte für Unterernährung in Kauf und versucht anderweitig Punkte zu sammeln) gibt es kritische Anmerkungen und mögliche Regelergänzungen.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spielbox, Heft 2/2008, S. 5.
  2. Die Hungerstrategie beim Hans im Glück Verlag; Regelergänzung (PDF) beim Hans im Glück Verlag.