Verkehrsmuseum Remise

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Remise – Verkehrsmuseum
der Wiener Linien
Trama muzeo de Vieno.jpg
Einfahrt zum Museum, dem ehemaligen Betriebsbahnhof Erdberg der Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe
Daten
Ort Wien 3., Ludwig-Koeßler-Platz (bei der Stadionbrücke)
Art Museum des öffentlichen Stadtverkehrs
Eröffnung 13. September 2014; zuvor seit 3. Juli 1901 Remise, seit 1986 Teil-, 1992–2012 Vollbetrieb als Wiener Straßenbahnmuseum
Website wienerlinien.at/museum
Pferdebahn-Sommerwagen Nr. 53, gebaut 1868 von einer Werkstatt in der Taborstraße in Wien Leopoldstadt, 21 Sitzplätze, 1902 für den elektrischen Betrieb adaptiert, 1948 zum Güterwagen umgebaut, zuletzt Mistwagen, 1979 vom WTM übernommen

Das Verkehrsmuseum Remise der Wiener Linien, bis 2012 als Wiener Straßenbahnmuseum zugänglich, ist dem öffentlichen Stadtverkehr gewidmet und das größte Straßenbahnmuseum der Welt, das sich mit dem öffentlichen Verkehr einer einzigen Stadt beschäftigt. Der Schwerpunkt der Sammlung des Verkehrsmuseums liegt in einer möglichst kompletten Dokumentation originaler historischer Straßenbahnfahrzeuge und Autobusse, die in Wien eingesetzt worden sind. Das Museum zählt zu den umfangreichsten Originalsammlungen weltweit. Es blieb 2013 geschlossen und wurde am 13. September 2014, neu gestaltet, wiedereröffnet.[1]

Standort[Bearbeiten]

Standort ist die 1901–1990 in Betrieb gewesene Straßenbahnremise am Ludwig-Koeßler-Platz im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße. Hier verkehrte früher neben der bis heute bestehenden Linie 18 auch die Linie J; über die Stadionbrücke bestand eine Gleisverbindung zu den Linien 80 (RotundenbrückePrater, Lusthaus) und zur Bedarfslinie 81 (Rotundenbrücke–Rennplatz Freudenau). In der Freudenau konnte man zur Hochzeit des Straßenbahnverkehrs auf einer großen Schleifenanlage Dutzende Züge zur Abbeförderung von Zuschauern der Pferderennen „stapeln“. Die Remise wurde dementsprechend geräumig angelegt.

Auf einer Fläche von 7.700 m² waren bis 2012 auf 1.810 m Gleis rund 100 Straßenbahn- und Stadtbahn-Fahrzeuge aus der gesamten Wiener Stadtverkehrsgeschichte ausgestellt. Das älteste Ausstellungsstück ist eine Pferdetramway aus dem Jahr 1868.

Betreiber[Bearbeiten]

Betrieben und erhalten wird das Museum von den Wiener Linien, der stadteigenen Verkehrsgesellschaft. Die Vereine VEF (Verband der Eisenbahnfreunde) und WTM (Wiener Tramwaymuseum) beteiligen sich durch viele als Leihgaben beigestellte Fahrzeuge und durch das Restaurieren von Fahrzeugen. (Die beiden Vereine führen auf Bestellung auch Sonderfahrten mit historischen Garnituren durch.)

Geschichte[Bearbeiten]

Motorwagen Type D, Nr. 244, gebaut 1900 von der Grazer Waggonfabrik mit 18 Sitz- und 15 Stehplätzen. Bis zum Ersten Weltkrieg mussten die Fahrer meist ohne Windschutzscheiben auskommen. Der Wagen war zuletzt mit anderem Aussehen als Salzstreuwagen eingesetzt und wurde 1973 für das Museum angekauft

Rettung vor der Verschrottung und Restaurierung historisch bedeutender Fahrzeuge waren seit 1966 Anliegen der im selben Jahr gegründeten Sammlung Wiener Tramwaymuseum. Die Anliegen waren im damaligen Wiener Umfeld, in dem von Stadtautobahnen geschwärmt und die Straßenbahn oft als Verkehrshindernis gesehen wurde, auf wenige, nicht selten belächelte „Außenseiter“ beschränkt.

In Kooperation mit den damaligen Wiener Stadtwerken - Verkehrsbetriebe richteten die Enthusiasten in der heute nicht mehr bestehenden, kleinen Halle IV des Betriebsbahnhofs Ottakring das Wiener Tramwaymuseum – Vorläufer des heutigen Museums – ein. 1973 nahm man die Stadtrundfahrten Rund um Wien mit historischen Wagen auf. 1978 produzierte Wolfgang Ambros mit akustischer Unterstützung des WTM seine LP Schaffnerlos. Die letzte Fahrt des Schaffners Fritz Knottek, die sich musikalisch mit dem Ersatz der Schaffnerinnen und Schaffner durch „a Kastl aus Metall“ befasste. Die Sammlung Wiener Tramwaymuseum war bis 16. Februar 1986 in Halle IV des Betriebsbahnhofes Ottakring zu besichtigen. Später musste diese Halle aufgegeben werden und wurde abgerissen.

Mitte der achtziger Jahre erkannten die Verkehrsbetriebe (WStW-VB oder kurz WVB) Bedeutung und Sympathiewert der historischen Sammlung, übernahmen das Projekt eines Straßenbahnmuseums selbst und überstellten einen Teil der Ausstellungsfahrzeuge in den Betriebsbahnhof Erdberg. Die beiden Vereine, die Eigentümer dieser Fahrzeuge sind, der Verband der Eisenbahnfreunde (VEF) und der eigens für die musealen Aktivitäten gegründete Verein Wiener Tramwaymuseum (WTM), stellten ihre Wagen für das neue, viel größere Museum als Dauerleihgaben zur Verfügung. Seit 31. Mai 1986 waren diese in der Remise Erdberg an Wochenenden zu besichtigen (2006 konnte das 20-Jahre-Jubiläum in Erdberg gefeiert werden). Als die Remise für den Straßenbahnbetrieb nicht mehr benötigt wurde (Betriebseinstellung 6. Jänner 1990), begann die Adaptierung zum echten Museum, das am 13. Juni 1992 in Betrieb genommen wurde.

Ausstellung und Museumsbetrieb[Bearbeiten]

Viele Fahrzeuge des Museums wurden in einem eigenen Werkstättenbereich, der über vier Gleise mit 232 m Länge und eine Fläche von 900 m² verfügt, in betriebsfähigem Zustand gehalten, um bei besonderen Anlässen fahrend präsentiert werden zu können. Zahlreiche Fahrzeuge wurden seit der Eröffnung bereits aufwändig restauriert und rekonstruiert.

Erwähnenswerte Ausstellungsstücke sind neben der dunkelgrünen Pferdetramway aus dem Jahr 1868 auch die Dampftramwaygarnitur (1885 / 1886) sowie elektrisch betriebene Straßenbahn- und Stadtbahnwagen aus der Zeit von 1901 (die erste elektrische Linie wurde in Wien 1897 in Betrieb genommen) bis 1969. Ebenfalls im Museum ausgestellt waren Linienautobusse aus der Zeit von 1949 bis 1989.

Eine Spezialität des Museums ist die Ausstellung von „Gastfahrzeugen“ aus anderen Straßenbahnmuseen. Unter anderem waren im Wiener Straßenbahnmuseum auch historische Triebwagen der ehemaligen Straßenbahnen von St. Pölten und Baden bei Wien ausgestellt. 2009 wurde vom Verein „Museumstramway Mariazell“ ein Zug der „Gelben Elektrischen“ Straßenbahn Salzburg restauriert, der im Anschluss daran im Wiener Straßenbahnmuseum gezeigt wurde.

Das Video zum Lied „Jai Ho (You are my destiny)“ der Pussycat Dolls aus dem Film „Slumdog Millionaire“ wurde 2009 vom Regisseur Thomas Kloss im Museum gedreht.

2013 blieb das Wiener Straßenbahnmuseum wegen des Umbaus geschlossen. Es wurde am 13. September 2014 wiedereröffnet und dokumentiert nun den Stadtverkehr in seiner Gesamtheit interaktiv und multimedial. Im Frühling 2014 wurde, dem neuen Museumskonzept von Christian Rapp entsprechend, ein U-Bahn-Fahrzeug ins Museum überstellt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mehr Öffi-Museum, in: 24 Stunden für Wien. Das Kundenmagazin der Wiener Stadtwerke, Nr. 230, Februar 2013, S. 4
  2. http://wien.orf.at/news/stories/2639461/

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Portele: Sammlung „Wiener Tramwaymuseum“. Mit einem Vorwort von Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Hrsg. Wiener Tramwaymuseum, Eigenverlag, Wien 2009, ISBN 978-3-200-01562-3.
  • Harald Marincig: Wiener Straßenbahnmuseum. Hrsg. Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe, Eigenverlag, Wien ²1992.
  • Walter Krobot, Josef Otto Slezak, Hans Sternhart: Straßenbahn in Wien – vorgestern und übermorgen. Verlag Josef Otto Slezak, Wien 1972, ISBN 3-900134-00-6.
  • Helmut Aigner: 100 Jahre Wiener Tramway. Festschrift anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Wiener Tramway 1868–1968. Hrsg. Wiener Stadtwerke Verkehrsbetriebe, Eigenverlag, Wien 1968.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Verkehrsmuseum Remise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.19633316.4065Koordinaten: 48° 11′ 47″ N, 16° 24′ 23″ O