Wendeschleife

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Einrichtungs-Triebwagen mit Beiwagen der Straßenbahn Frankfurt am Main in der Wendeschleife in Frankfurt-Nied
Ehemalige Obus-Wendeschleife in Weimar, Ortsteil Schöndorf
Wendeschleife für Gelenkbusse, Maße 60,53 x 25,00 Meter

Eine Wendeschleife, Kehrschleife, Umkehrschleife, Endschleife, Gleisschleife oder kurz Schleife, Kehre beziehungsweise Wende dient dem Abschluss einer Linie im öffentlichen Personennahverkehr. Sie erlaubt es den eingesetzten Fahrzeugen ohne Fahrtrichtungsänderung umzukehren, um die Rückfahrt einzuleiten. Man unterscheidet dabei Schleifen an Endhaltestellen und solchen an Zwischenendstellen. Führt eine Schleifenfahrt durch mehrere Straßenzüge, so spricht man von einer Häuserblockschleife, Blockschleife oder Blockumfahrung.

Besonders häufig sind Wendeschleifen in Straßenbahnnetzen, da sie dort die Verwendung von Einrichtungsfahrzeugen erlauben. Bei Zweirichtungsfahrzeugen ermöglichen sie einen flüssigeren und schnelleren Betrieb, weil der Triebfahrzeugführer nicht den Führerstand wechseln muss und beim Beiwagenbetrieb die umständliche Benutzung von Umsetzendstellen entfällt. Unverzichtbar sind Wendeschleifen ebenso bei Oberleitungsbussen und Omnibussen im Linienverkehr. Alternativ kann auch ein Kreisverkehr als Wendeschleife benutzt werden.

Kehrschleifen gibt es auch bei Eisenbahnen, allerdings seltener als Gleisdreiecke, weil die größeren Mindestradien der Haupt- und Nebenbahnen viel Platz für die Schleife erfordern. Ein Beispiel ist die Wendeschleife der Verbindungsbahn der S-Bahn Stuttgart, die sich südwestlich des Bahnhofs Schwabstraße befindet und komplett im Tunnel verläuft. Sie war erforderlich, um an der Schwabstraße ein effizientes Zugwenden zu gewährleisten. Sie besitzt einen Radius von 190 m, kann mit 50 km/h befahren werden und beinhaltet ein zuglanges Überholgleis. Ein anderes Beispiel ist die Wendeschleife der Selketalbahn in Stiege (51° 39′ 41″ N, 10° 52′ 45″ O51.66132310.879158). Auch die frühen Talgo-Gliederzüge in Spanien und den Vereinigten Staaten waren als Einrichtungfahrzeuge auf Wendeschleifen angewiesen.

Vor allem wenn auch noch ein Überholgleis vorhanden ist, werden die verhältnismäßig großen Wendeschleifenanlagen der Stadtbahnen häufig als Verknüpfungspunkte zu anderen Verkehrsmitteln gestaltet. Innerhalb der umschlossenen Fläche können beispielsweise Kombibahnsteige mit Bussen, Kiss-and-Ride-Buchten sowie Auf- oder Abgänge zu anderen Verkehrsebenen angelegt werden.

Keine Kehrschleife ist eine Linienführung bei Gebirgsbahnen, die zur Höhengewinnung einen Richtungswechsel von etwa 180° vornimmt. In diesem Fall spricht man von einer Kehre.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rail track loops – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien