Szczerbiec

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Szczerbiec
Szczerbiec.PNG
Angaben
Waffenart: Schwert
Verwendung: Waffe, zeremonielle Waffe
Entstehungszeit: etwa 1200 bis 1300
Einsatzzeit: etwa 1320 (Krönung Władysław I. Ellenlang) bis heute
Gesamtlänge: 98,4 cm
Klingenlänge: 82 cm
Klingenbreite: 5 cm
Besonderheiten: Das Szczerbiec ist das Schwert der polnischen Kroninsignien
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Szczerbiec (polnisch etwa „schartiges Schwert”) ist das wichtigste Kronjuwel Polens, das einzige Erhaltene der Kroninsignien der Piastendynastie.

Geschichte[Bearbeiten]

Bolesław I. Chobry
Schematisches Diagramm der Formen und Dimensionen der Hauptelemente des Szczerbiec (Ornamente nicht angezeigt)

Das Schwert entstand wahrscheinlich am Ende des 12. oder am Anfang des 13. Jahrhunderts. Sein erster Besitzer war der Fürst Bolesław I. Chobry. Es wurde zum ersten Mal bei der Krönung von Władysław I. Ellenlang 1320 verwendet. Bei allen weiteren Krönungszeremonien wurde das Schwert als Symbol der Kontinuität des Königreiches benutzt. Die einzige Ausnahme bildete die Krönung von August III., mit dem speziell zu dessen Krönung am 15. September 1679 angefertigtem Schwert (→ Krone).

Szczerbiec

Das Schwert wurde in der Schatzkammer des Krakauer Wawel-Schlosses aufbewahrt. Während der Schwedenkriege 1655 nahm es König Johann II. Kasimir Wasa mit nach Schlesien. 1795 wurde das Schwert von den Preußen aus der Schatzkammer gestohlen und befand sich ab 1810 in den Händen verschiedener, meist russischer Sammler. 1884 wurde es aus der Sammlung des russischen Botschafters in Paris, Alexander Petrowitsch Basilewski, von der Petersburger Eremitage erworben.

Miniaturausgabe von 1964

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es aufgrund des Friedensvertrages von Riga (1921) von den Sowjetbehörden 1928 Polen zurückgegeben, nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 nach Kanada gebracht. Im Jahre 1959 wurde es mit anderen Kronjuwelen nach langen Verhandlungen den polnischen Behörden übergeben und wird seitdem wieder in der Wawel-Schatzkammer aufbewahrt.

Einer Legende nach entstand die Scharte, als der König Bolesław I. Chobry mit dem Schwert 1018 beim Verlassen von Kiew das Goldene Tor von Kiew schlug. Tatsächlich ist das Goldene Tor erst 1037, neunzehn Jahre später, errichtet worden.

Design[Bearbeiten]

Der Knauf, das Heft und die Parierstange sind mit goldenen Plättchen belegt, die mit den Symbolen der Evangelisten, des Lamm Gottes und Pflanzenornamenten in Nielloverfahren im 13. Jahrhundert verziert wurden.

Auf der Parierstange sind das Tetragramm Gottes JHWH und die griechischen Buchstaben Alpha und Omega sowie die lateinische Inschrift Haec figura valet ad amorem regum et principum iras iudicum graviert (dieses Zeichen stärkt die Liebe der Könige und Fürsten und den Zorn der Richter), sowie eine hebräische Inschrift in lateinischen Buchstaben: Con citomon eeve Sedalai Ebrehel (den inbrünstigen Glauben erwecken die Gottesnamen Sedalai und Ebrehel) und eine lateinische Inschrift Quicumque hec nomina Dei secum tulerit nullum periculum ei omnino nocebit (Wer diese Namen Gottes tragen wird, dem wird überhaupt keine Gefahr drohen).

Die goldenen Beläge des Heftes sind im 14. Jahrhundert entstanden. Von der verschollenen Scheide ist nur ein silbernes Wappenschild mit Adler erhalten geblieben.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tadeusz Dobrowolski: Sztuka Krakowa (Kunst Krakau). Wydanie 4., zmienione i uzupełnione. Wydawnictwo Literackie, Krakau 1971.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Szczerbiec, Beschreibung und Abbildung bei Wawel Royal Castle The National Art Collection (engl. eingesehen am 3. November 2009)