Tabernaemontanus

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Titelseite des Neuw Vollkommentlich Kreuterbuch, Ausgabe von 1625

Tabernaemontanus, eigentlich Jacob Theodor (* 1522 in Bergzabern; † August 1590 in Heidelberg) war ein Botaniker, Mediziner und Professor für Medizin und Botanik. Der Name Tabernaemontanus ist eine latinisierte Form des Ortsnamens Bergzabern.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Jacob Theodor erhielt in Straßburg eine Schulbildung und war ab 1538 unter anderem als Kräutersammler in Weissenburg (Elsass) tätig. 1540 begann er ein Studium der Medizin in Padua und später in Montpellier bei Guillaume Rondelet. 1548 kehrte er zurück nach Weissenburg, wo er wieder als Kräutersammler arbeitete. 1549 begegnete er erstmals dem Botaniker und Arzt Hieronymus Bock, drei Jahre später war er während einer Pest-Epidemie u. a. von Saarbrücken nach Bergzabern unterwegs und schrieb 1553 ein erstes Buch, Gewisse Pratick, welches die Behandlung der Pest zum Thema hatte. Jakob Theodor hatte auch Kontakt zu Otto Brunfels, Adam Lonitzer und Leonhart Fuchs.

Nachdem Hieronymus Bock ein Opfer der Pest geworden war, wurde Jacob Theodor, der bereits 1551/52 in Vertretung von Bock Leibarzt der Grafen von Nassau-Saarbrücken war, im Jahre 1554 sein Nachfolger, kehrte aber schon im gleichen Jahr wieder nach Weissenburg zurück. 1562 immatrikulierte er sich im Alter von 40 Jahren an der Universität Heidelberg, da seine Studien an anderen europäischen Universitäten in Deutschland nicht anerkannt wurden.

1581 erschien sein balneologisches Werk Neuw Wasserschatz, und 1588 veröffentlichte er das Neuw Kreuterbuch, sein Hauptwerk, das ihn berühmt machte. Dieses Kräuterbuch machte ihn zu einem der bedeutendsten Botaniker des 16. Jahrhunderts.

Jacob Theodor gilt zutreffenderweise als vielfacher Begründer deutscher Kurorte wie Bad Schwalbach. Anlässlich des 475-jährigen Jubiläums von Tabernaemontanus brachte die Deutsche Hieronymus-Bock-Gesellschaft eine Gedenkmedaille von Tabernaemontanus heraus.

[Bearbeiten] Taxonomische Ehrung

Charles Plumier benannte ihm zu Ehren die Gattung Tabernaemontana[1] der Pflanzenfamilie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Carl von Linné übernahm später diesen Namen.[2][3]

Auch mehrere Pflanzenarten tragen den Namen von Theodor, so unter anderem das Frühlings-Fingerkraut Potentilla tabernaemontani oder die Salzbinse Schoenoplectus tabernaemontani.

[Bearbeiten] Nachweise

  • Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Ulrike Bofinger: Apotheker, Arzt und Fachschriftsteller : Jakob Theodor, genannt Tabernaemontanus (1522-1590, aus Bergzabern). In: Rosarium litterarum. Beiträge zur Pharmazie- und Wissenschaftsgeschichte. Festschrift für Peter Dilg zum 65. Geburtstag. Govi, Eschborn 2003, S. 219–250.
  • Klaus Bergdolt: Jacobus Tabernaemontanus, ein Arzt und Botaniker des frühen 16. Jahrhunderts. In: Würzburger Medizinhistorische Mitteilungen. Band 10, 1992, S. 201–223.
  • Karl Mägdefrau: Geschichte der Botanik. 2. Auflage, Gustav Fischer, Stuttgart 1992.
  • Victor Carl: Lexikon Pfälzer Persönlichkeiten. 2. Auflage 1998.
  • Ilse Jahn (Hrsg): Geschichte der Biologie 3. Auflage, Spektrum Akademerischer Verlag, Heidelberg 2000.
  • Hans G. Christoph: Die Leibärzte der Grafen von Nassau-Saarbrücken. Begleitheft zur Sonderausstellung im Saarland Museum. Saarbrücken 1998.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera. Leiden 1703, S. 18
  2. Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 94
  3. Carl von Linné: Genera Plantarum. Leiden 1742, S. 95

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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