Tag des Bodens

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Dieser Artikel behandelt den Gedenktag zu den Landenteignungen 1976 in Galiläa; zum internationalen Aktionstag für den Bodenschutz siehe Weltbodentag.

Der Tag des Bodens (arabisch ‏يوم الأرض‎, jom il-ard; hebräisch ‏יוֹם הַאֲדָמָה‎, jom ha-adama), ist ein jährlicher Gedenk- und Protesttag in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten, der am 30. März begangen wird und sich gegen die Landenteignung der arabischen Bevölkerung durch Israel richtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 1976 kam es zu massiven Landenteignungen in Galiläa, von denen arabische Israelis betroffen waren. Der konfiszierte Grund sollte vor allem den jüdischen Nachbargemeinden und für Industrieprojekte zur Verfügung gestellt werden und die demographische Situation der Region ändern. Um die Proteste zu ersticken, erließen die israelischen Behörden für die betroffenen Gemeinden eine Ausgangssperre ab 29. März, 17 Uhr. Als Antwort riefen arabische Politiker, darunter der Bürgermeister der Stadt Nazareth, zum Generalstreik und Demonstrationen auf. Die Palästinenser solidarisierten sich - auch in den Flüchtlingslagern im Ausland.

Trotz der Drohungen Israels fand der Generalstreik statt und nach einem bis damals noch nicht da gewesenen Polizeieinsatz mit 4.000 Mann endete der Tag mit 6 toten und 100 verletzten Arabern. Über den genauen Auslöser und die Verantwortung für die gewalttätigen Auseinandersetzungen gibt es bis heute unterschiedliche Ansichten.

Seitdem wird der Tag mit Demonstrationen der arabischen Bevölkerung begangen, auch in den Palästinensischen Autonomiegebieten gibt es Kundgebungen. Immer wieder kam es an diesem Tag zu gewalttätigen Konfrontationen mit Toten und Verletzten, das Westjordanland war öfters zu diesem Datum abgeriegelt.[1] Mittlerweile finden auch in palästinensischen Auslandsgemeinden in Europa Veranstaltungen statt. Zudem gibt es seit 2011 Aktionen, wo ausländische propalästinensische Aktivisten versuchen, in Massen nach Israel zu reisen, um dort an Protestveranstaltungen teilzunehmen. 2011 wurden an diesem Tag 300 Personen bereits vor dem Abflug nach Israel abgewiesen und 140 bei der Ankunft festgehalten und zurückgeschickt.[2] Für das Fly-in 2012 umfasste die Liste der Personen mit Einreiseverbot 1.200 Namen.[3] Da viele Fluglinien diese Liste berücksichten, wurden nur mehr 43 am Flughafen Tel Aviv abgefangen, sehr wenige kamen zum Veranstaltungsort Bethlehem.[4] 2012 wurde die Bewegungsfreiheit der Bewohner des Westjordanlandes beschränkt, indem das Gebiet abgeriegelt wurde. Von diesem Ein- und Ausreiseverbot waren die Siedler ausgenommen.[5]. Im Gazastreifen schoss die israelische Armee auf Demonstranten. Dabei wurde ein Mann, der die Grenze nach Israel überwinden wollte, getötet und 39 weitere wurden verletzt[6]. Am Checkpoint Qalandia demonstrierten Steine werfende Palästinenser und die israelische Armee verletzte mit Gummigeschossen 39 von ihnen[7].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IDF girds for Land Day disturbances along Israel's borders, Ha-Aretz am 26, März 2012
  2. Pro-Palestinian groups plan April 15 mass arrival in Israel, Ha-Aretz am 4. April 2012
  3. Israeli official: 40% of names on Shin Bet fly-in blacklist were not activists, Ha-Aretz am 16. April 2012
  4. Pro-Palestinian 'fly-in' activist: Israel and Europe treated us like terrorists, Ha-Aretz am 16. April 2012
  5. Israel seals off West Bank for Land Day protests, CBC News. 30. März 2012. 
  6. Guy Azriel: Israeli forces clash with Palestinian protesters marking Land Day - CNN.com, CNN. 30. März 2012. 
  7. One Palestinian killed, scores injured, as Israeli troops clash with Land Day marchers, Al Arabiya. 30. März 2012.